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Ein Jahr nach dem großen Crash

Auswirkungen der Krise auf den deutschen IT-Banken-Markt

07.10.2009 | Autor / Redakteur: Joachim Benner / Katrin Hofmann

Joachim Benner, Research Analyst bei IDC in Frankfurt
Joachim Benner, Research Analyst bei IDC in Frankfurt

Nachdem die Investitionen im vergangenen Jahr im IT-Banken-Markt bereits stagnierten, werden sie in diesem Jahr zurückgehen. Besonders hart trifft es den Hardwaremarkt. Im Bereich Software und IT-Services rechnet IDC bereits 2010 wieder mit steigenden Investitionen – aus mehreren Gründen.

Infolge der Finanzmarktkrise mussten viele Banken erhebliche Abschreibungen vornehmen und erlitten beträchtliche Wertverluste durch die US-Immobilienkrise (Subprimekrise), die im Sommer 2007 begann und sich bis zum Jahresende 2008 in Deutschland verschärfte. Durch umfangreiche stützende Maßnahmen der Regierungen und der Zentralbanken konnte zwar ein drohender Kollaps der Finanzmärkte verhindert werden.

Dennoch sind die Folgen weiter spürbar, und die Stabilisierung des Bankensektors ist noch nicht abgeschlossen. Nach wie vor üben Banken eine große Zurückhaltung mit der Vergabe von Krediten aus, und in den Depots einiger Banken befinden sich noch erhebliche Bestände an „toxischen“ Wertpapieren, bei denen hohe Abschreibungsverluste drohen. Weiterhin bestehen strukturelle Herausforderungen im deutschen Bankensektor, der Wettbewerbsdruck im stark segmentierten deutschen Bankensektor ist erheblich, und die Margen sind vergleichsweise gering. Die Konsolidierung des Bankensektors in den kommenden Jahren wird daher weiter voranschreiten.

Deutlicher Rückgang

Ebenfalls negativ wirken sich die ungünstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auf den deutschen IT-Banken-Markt aus. Nachdem die Investitionen im vergangenen Jahr bereits stagnierten, werden sie in diesem Jahr zurückgehen. IDC erwartet, dass sich die IT-Ausgaben im Bankenbereich um fast vier Prozent reduzieren werden. Besonders hart trifft es den Hardwaremarkt, dessen Rückgang in diesem Jahr im zweistelligen Bereich liegt. Hier werden aus Kostengründen die Ausgaben für PCs und Server deutlich zurückgefahren. Aber auch im kommenden Jahr ist davon auszugehen, dass die Anschaffungen von Hardware weiterhin überdurchschnittlich schrumpfen.

Im Bereich Software und IT-Services rechnet IDC bereits 2010 wieder mit steigenden Investitionen. Viele Banken streben eine stärkere Automatisierung der Geschäftsprozesse an, was sich auf den Softwaremarkt positiv auswirken wird. Die durchgängige Automatisierung ohne manuelle Eingriffe (Straight-Through-Processing), wie etwa der Wertpapier- und der Kreditabwicklung, stehen bei vielen Unternehmen in der Branche ganz oben auf der Prioritätenliste. Damit können Kosten eingespart und Kundenaufträge schneller abgewickelt werden. Aber auch die Erfüllung von Compliance-Anforderungen fördert die Automatisierung wobei gleichzeitig eine bessere Dokumentierung von Prozessen erfolgt.

Engere Kundenbindung und bessere Beratung erfordern klügere CRM-Lösungen, die weiterentwickelt werden. Nicht zuletzt als Folge der Finanzmarktkrise stehen zudem Reporting- und Analysetools verstärkt im Fokus. Auch das Thema IT-Sicherheit wird im Prognosezeitraum ein wesentlicher Treiber für Investitionen in die IT bleiben.

Weiter ein wichtiger Absatzmarkt

Insgesamt rechnet IDC damit, dass die Aufwendungen für Software zwischen 2008 und 2013 um durchschnittlich gut zwei Prozent (CAGR) zulegen werden. Im Segment IT-Services steigt voraussichtlich die Nachfrage der Banken nach Outsourcing-Dienstleistungen weiter an. Vor allem um die operativen Kosten weiter zu senken, werden Funktionen, die nicht zu den Kernprozessen gehören, vermehrt ausgelagert. Das Ablösen alter Systeme kann bewirken, dass zudem Outsourcing-Dienstleistungen verstärkt genutzt werden. Allerdings dürfte der Preisdruck auf die Anbieter deutlich zunehmen.

Alles in allem wächst der IT-Markt im Bankensektor bis zum Jahr 2013 auf ein Volumen von über 7,3 Milliarden Euro an. Somit gehört diese Branche zu den wichtigsten Absatzmärkten für IT-Anbieter in Deutschland. IDC geht davon aus, dass sich der Markt in den nächsten Jahren mehr und mehr erholen wird und im Zuge dessen auch die IT-Investitionen bis zum Ende des Prognosezeitraums wieder an Schwung gewinnen.

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