Neuorientierung Ausrichter der IT-Fachmessen müssen umdenken

Redakteur: Sarah Gandorfer

Besucherverluste, Ausstellerschwund und Konkurrenzdruck zwingen CeBIT und Systems zur Umkehr. Zur Strategie zählen künftig eine Verkürzung der Messedauer und kleinere Ausstellungsflächen.

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Klaus Dittrich, Geschäftsführer der Messe München GmbH
Klaus Dittrich, Geschäftsführer der Messe München GmbH
( Archiv: Vogel Business Media )

Obwohl immer noch die größte IT-Fachmesse weltweit, bemängeln viele kritische Hersteller, dass die CeBIT zu einer Publikumsmesse verkommt. Schuld daran sind Themen wie Unterhaltungselektronik und Spielekonsolen, die eindeutig dem Endkundengeschäft zuzurechen sind.

Wegen der CeBIT-Absagen von Branchenriesen wie Nokia, Motorola, LG, Benq und Konica Minolta drohen der Deutschen Messe AG in Hannover 2007 Umsatzverluste. Insgesamt ist die Ausstellerzahl von 2001 auf 2006 um ein Viertel gesunken.

Konkurrenz machen die nun jährliche Internationale Funkausstellung in Berlin, die dieses Jahr erstmals stattfindende Net Solutions Expo als Fachmesse für die Netzwerkbranche in Köln und die Mobilfunkmesse 3GSM in Barcelona. Letztere ist einen Monat vor der CeBIT, und so werden Produktneuheiten aus der Mobilfunkbranche teilweise schon hier vorgestellt. Der Druck kommt aber auch von den Unternehmen selber. Sie setzen vermehrt auf Direkt-Marketing wie Hausmessen und Roadshows.

In den nächsten Tagen trifft sich deshalb der Messeausschuss. »In Abstimmung mit unseren führenden Ausstellern wird über die Neuorientierung gesprochen«, so Gabriele Dörries von der Messegesellschaft. »Ergebnisse werden erst am 23. Januar verkündet.« Zu Gerüchten über eine Verkürzung der Messe von sieben auf fünf Tage wollte sie sich noch nicht äußern. Eine Rückbesinnung auf das anfängliche Zielpublikum, die Firmenkunden, wird jedoch erwartet.

Von den alten, eingefahrenen Strukturen will sich die Münchener Systems schon dieses Jahr befreien. Der besucherschwache Montag fällt weg, so dass die Messe nur an vier Tagen statt bisher an fünf die Pforten öffnet. Die Aussteller müssen dann ihre Stände nicht mehr am Wochenende aufbauen und können sich die erhöhten Kosten für die Wochenendarbeit sparen. Außerdem wird die Messe von sechs auf fünf Hallen komprimiert.

»Die Messe München hat bereits sehr gute Erfahrungen mit der Vier-Tage-Laufzeit gemacht«, erklärt Klaus Dittrich, Geschäftsführer der Messe München GmbH. »Wir versprechen uns von der Konzentration der Systems auf vier Tage eine deutliche Stärkung unseres Ausstellerwachstums und damit eine höhere Attraktivität für Besucher.«

Die Besucherzahl soll sich um wenigstens zehn Prozent erhöhen. Dieses Ziel will Dittrich mit innovativen Ausstellungs- und Kongressangeboten sowie verstärktem Marketing erreichen.

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