Umfrage von Horváth Aus der Krise ins „New Normal“

Von Heidi Schuster

Es ist Zeit, dass Unternehmen den Weg ins New Normal beschreiten und sich transformieren. Eine Horváth-Studie zeigt auf, dass dies CFOs mit dem Zukunftsthema Nachhaltigkeit tun. Aber wo sind die tatsächlichen Hindernisse?

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Der Weg in die neue Normalität stellt Unternehmen vor Herausforderungen.
Der Weg in die neue Normalität stellt Unternehmen vor Herausforderungen.
(Bild: fotogestoeber - stock.adobe.com)

Viele Unternehmen befinden sich mittlerweile auf dem Weg aus der Corona-Krise in das „New Normal“. In der CFO-Studie 2022 der Managementberatung Horváth geben nur 5 Prozent der CFOs (Chief Financial Officer) an, dass die wirtschaftliche Lage auf niedrigerem Niveau sei als vor der Pandemie. Im vergangenen Jahr sagten dies noch 39 Prozent. Doch Corona hat viele grundlegende Veränderungen angestoßen. Für den Finanzbereich haben sich zusätzliche Herausforderungen aufgetan: Ohne die Adressierung der Themen Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Fachkräftemangel gelingt hier keine erfolgreiche Transformation, wie die Studie zeigt.

Die steigenden Energiepreise rücken derzeit vor allem die Nachhaltigkeit stärker in den Fokus. Aber auch die weltweiten Klimakrisen sowie der Druck der Verbraucher befeuern den Trend zu nachhaltiger Produktion und Unternehmensführung. Entsprechend sehen 60 Prozent der Befragten über alle Branchen hinweg Nachhaltigkeit als maßgebliche Herausforderung. 91 Prozent der Befragten sind überzeugt, dass die Nachhaltigkeitstransformation ganzheitlich und funktionsübergreifend ablaufen muss, um erfolgreich zu sein.

KI und Blockchain spielen kaum eine Rolle

Ein weiterer Schwerpunkt ins New Normal liegt in der fortschreitenden Digitalisierung innerhalb des Finanzbereichs. Viele CFOs haben die Pandemie genutzt, um zu investieren und entsprechende Pilotprojekte anzustoßen. Die Implementierung neuer Arbeitsmethoden wie etwa agiles Arbeiten, Remote-Arbeit und Formen der digitalen Kollaboration waren hauptsächlich im Fokus des Transformationsprozesses. Unter den Befragten haben aber 45 Prozent noch kein digitales Tool eingeführt, ein Jahr zuvor waren es noch 56 Prozent.

Zwei Drittel sehen aber vor allem in Automatisierung und Digitalisierung der Kernprozesse die große Chance für ihr Unternehmen. Gleichzeitig fehlen oft konkrete Projekte im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) und Blockchain: Mehr als die Hälfte der Befragten hat noch keine Projekte zur Einführung von KI, Blockchain oder Machine Learning ins Leben gerufen. KI spielt bei 53 Prozent der CFOs weder heute noch in naher Zukunft eine Rolle, die Implementierungsrate liegt gerade einmal bei sechs Prozent. Nur 9 Prozent haben Blockchain-Methoden implementiert, dies wird auch von der Mehrzahl nicht geplant: So haben 76 Prozent der Finance-Verantwortlichen keinen Blockchain-Piloten auf der Agenda. Ähnlich verhalten äußern sie sich zu Machine Learning – dies wird von 55 Prozent weder umgesetzt noch geplant.

Remote-Arbeit ist nicht die Antwort auf den Fachkräftemangel

Der Fachkräftemangel hat auch den Finanzbereich von Unternehmen nicht verschont, entsprechend sehen 65 Prozent der Befragten dies als größte Herausforderung an. Trotzdem setzen die Unternehmen noch viel zu selten auf Remote-Arbeitende. Nur 25 Prozent glauben an Vorteile durch einen ortsunabhängigen Zugang für Fachkräfte. „Flexible und virtuelle Arbeitsmodelle sind zunehmend ein Auswahlkriterium bei potenziellen neuen Mitarbeitenden – auch im Bereich Finanzen“, sagt Achim Wenning, Partner und Leiter des Beratungsbereichs CFO Strategy & Organization bei Horváth.

Agile Arbeitsmethoden und Organisationsformen werden der Umfrage zufolge noch vorwiegend als Problem und seltener als wertvolle Perspektive gesehen: 66 Prozent der befragten Finance-Verantwortlichen betrachten Agilität als eine Herausforderung, nur 46 Prozent als Chance. Wichtig sind hier das richtige Mindset und die Weiterbildung der Mitarbeiter, besonders in Hinsicht auf die digitale Expertise. Auch die externe Rekrutierung sollte eine entscheidende Rolle auf der CFO-Agenda spielen, mahnen die Experten von Horváth. Für die Einbindung externer Spezialisten und Spezialistinnen braucht es jedoch, genauso wie für Mitarbeitende, geeignete Tools und Methoden zur digitalen Kollaboration sowie effektive Remote-Arbeit.

Sieben Thesen für eine erfolgreiche Finanztransformation

Zusammenfassend werden in der Studie sieben Thesen als Grundpfeiler einer erfolgreichen ganzheitlichen Finanztransformation von Horváth abgeleitet:

  • „Green“ und „Sustainable Finance“ müssen fest verankert werden.
  • Eine rollenbasierte Finanzorganisation ist Katalysator für Effizienz und Management-Support.
  • Datengetriebene Analysen schaffen die Grundlage für Entscheidungsempfehlungen.
  • Agilität und Virtualität prägen die Zusammenarbeit im Finanzbereich.
  • CFOs treiben die Finanztransformation proaktiv und visionär voran.
  • Die prozessuale und organisatorische Ende-zu-Ende-Ausrichtung sichert eine funktionsübergreifende Zusammenarbeit.
  • Anwendende digitaler Methoden mit Beratungs-Skills werden fachlichen Expertinnen und Experten in Finance vorgezogen.

Die Summe aller Maßnahmen wird einen tiefgreifenden strukturellen, prozessualen und kulturellen Wandel herbeiführen, erklärt Horváth. Dafür bedarf es eines starken Vorbilds, das in der Lage ist, zu motivieren, zu überzeugen und bestehende Funktionssilos aufzubrechen. CFOs werden in der Zukunft der Unternehmen eine noch tragendere Rolle spielen – wenn es gelingt, dies zu sehen und anzunehmen, so die Experten.

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