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Good-Morning-Editorial vom 22.09.2017 Aufschrei wegen Gesichtserkennung

| Redakteur: Dr. Stefan Riedl

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Wie schlimm ist eigentlich Gesichtserkennungstechnologie?
Wie schlimm ist eigentlich Gesichtserkennungstechnologie?
(Bild: rock_the_stock - stock.adobe.com)

Selbstverständlich müssen neue Technologie kritisch hinterfragt werden. Wenn Wachroboter mit Schusswaffen ausgestattet werden oder autonom fahrende Autos in Unfallsituationen über Leben und Tod entscheiden, kann sogar Empörung konstruktiv sein. Wenn aber die Gesichtserkennungsfunktion des neuen iPhones mit der „Schädelvermesserei des Kolonialismus“, und damit ein Zusammenhang mit „Abscheulichkeiten, Verfolgungen und Völkermorden“ hergestellt wird, dann grenzt das an Lächerlichkeit. Mir fehlt die Phantasie, hier einen echten Realitätsbezug zu erkennen – obwohl ich gerne Dystopien lese.

Auch den Aufschrei bei der Erprobung automatisierter Gesichtserkennung von Gefährdern kann ich nicht nachvollziehen. Schließlich wird kein Gesicht für eine mögliche Bewegungsprofilerstellung gespeichert, sondern lediglich versucht, die Überwachung von Gefährdern technisch zu unterstützen. Ich kann jeden verstehen, der da auf eine fehlende Rechtsgrundlage oder mögliche Erfassungsfehler hinweist. Aber bei der iPhone-Entsperrung gleich an Völkermord zu denken, geht mir zu weit. Wie stehen sie zu diesen kontroversen Themen?

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