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Verlust des BMW-Großprojekts verdauen

Arxes will 2008 eine positive Bilanz hinlegen

29.08.2007 | Redakteur: Sarah Maier

Hans-Jürgen Bahde will Arxes als Vorstandsvorsitzender für die Zukunft fit machen.
Hans-Jürgen Bahde will Arxes als Vorstandsvorsitzender für die Zukunft fit machen.

Vor knapp drei Monaten hat Hans-Jürgen Bahde die Geschäftsführung des IT-Dienstleisters Arxes übernommen. Er soll das Unternehmen für die Zukunft fit machen. Mit dem Scheitern des BMW-Großprojekts muss er aber zunächst eine Krise bewältigen. Gegenüber IT-BUSINESS erläuterte Bahde seine Pläne.

ITB: Herr Bahde, Sie sind jetzt seit Juni an der Spitze von Arxes. Was waren Ihre ursprünglichen Ziele, als Sie den Posten antraten?

Bahde: Natürlich waren mir die schlechten Ergebnisse der vergangenen Quartale bekannt – als börsennotiertes Unternehmen ist Arxes ja zur Transparenz verpflichtet. Ich wurde angestellt, um Arxes in die Zukunft zu führen und ein starkes Profil für den Mittelstand zu generieren.

ITB: Nicht nur Sie sind neu im Unternehmen, sondern die gesamte Management-Ebene wurde bei Arxes ausgetauscht. Wie läuft es mit der Zusammenarbeit?

Bahde: Die Zusammenarbeit klappt wunderbar. Da keiner Altlasten auf seinen Schultern trägt, sind wir frei, alles zu hinterfragen. Ich sehe das als eine ganz große Chance für unser Unternehmen und wir haben die Rückendeckung vom Aufsichtsrat für alle notwendigen Turnaround-Maßnahmen.

ITB: Gleich als erstes mussten Sie dann jedoch eine Krise meistern, wegen des gescheiterten BMW-Großprojekts. Was sind die Hintergründe dazu?

Bahde: Für das Projekt mit BMW hatten wir 120 Mitarbeiter neu eingestellt. In mehreren Unternehmensbereichen, die wir bei BMW betreut hatten, lief alles problemlos. Im größten Segment gab es Unstimmigkeiten. Bei so einem Projekt reicht es nicht, einfach die IT anzupassen. Betriebsprozesse müssen im Sinne des Kunden optimiert werden. Da man nicht alle Eventualitäten vorab vertraglich regeln kann, lernt man den Kunden erst während des Projekts richtig kennen. Es war schwierig, Einblick in die firmeninternen Prozesse zu bekommen. Auch nach wochenlangen Verhandlungen wurden wir uns in diesem Punkt mit BMW nicht einig. Wir haben uns daraufhin entschlossen, den Service-Vertrag außerordentlich zu kündigen, da es uns nicht gelungen ist, das Vorhaben in die Gewinnzone zu überführen. Ein solches Projekt kann für Arxes lebensbedrohlich sein, und so musste ich als CEO handeln.

ITB: Was geschieht mit den Mitarbeitern, die Sie entlassen?

Bahde: Unser Ziel ist es, dem künftigen Service-Provider von BMW anzubieten, diese zu übernehmen. Sollten wir nicht zufällig einen ähnlichen Großauftrag im Raum Bayern bekommen, sind wir leider aus wirtschaftlichen Gründen gezwungen, uns von diesen Mitarbeitern zu trennen.

ITB: Werden Sie nach diesen negativen Erfahrungen überhaupt noch einmal ein so großes Projekt angehen?

Bahde: Unser Fokus ist der Mittelstand: Unternehmen mit rund 100 Beschäftigten im IT-Bereich, wovon sich rund 30 um die IT-Infrastruktur kümmern. Wenn es eine große Ausschreibung gibt, werden wir uns das sehr gut überlegen und entsprechend abwägen.

ITB: Ist die Wachstumsstrategie, die Sie sich zu Beginn Ihrer Tätigkeit zum Ziel gesetzt haben, nun hinfällig?

Bahde: Nein. Das Scheitern des BMW-Auftrags macht es zwar schwieriger, aber wir gehen davon aus, auf Monatsbasis die Verlustzone zu verlassen. Das sollte bis Jahresende geschafft sein. Die Jahresbilanz 2007 wird, wie angekündigt, ein negatives Ebit von 1,4 Millionen Euro aufweisen. Die Restrukturierungskosten werden rund 600.000 Euro betragen. 2008 wollen wir mit einem Ebit im einstelligen Millionenbereich abschließen.

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