100-Tage-Interview mit Hans-Jürgen Bahde Arxes-Vorstand verfolgt sanfte Re-Branding-Strategie

Redakteur: Sarah Gandorfer

Durch den Zusammenschluss von Arxes, Becom, Comparex und Inforsacom zur TDMi-Gruppe ist eines der größten deutschen Systemhäuser entstanden. Rund 100 Tage ist es nun her, seit Hans-Jürgen Bahde als Vorstandsvorsitzender der Arxes NCC die Leitung der zur TDMi-Holding gehörenden IT-Firmen übernahm. IT-BUSINESS sprach mit ihm auf der CeBIT über seine Ziele und die Integration der einzelnen Unternehmen.

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ITB: Herr Bahde, Sie haben jetzt seit 100 Tagen die Leitung der »neuen Arxes« inne, wie Sie es auf einer Pressekonferenz einmal genannt haben. Wie lief es bisher, und worauf liegt Ihr Fokus?

Bahde: Natürlich gibt es viel zu tun in so einer Zeit. Unser wichtigstes Ziel ist die Integration aller Gesellschaften unter dem Dach der TDMi-Gruppe: zum einem aus Kundensicht, zum anderen intern.

ITB: Aus Kundensicht bedeutet?

Bahde: Die gesamte TDMi-Gruppe, steht als Synonym für komplette IT-Lifecycle Services – von der Beratung über die Planung und Realisierung bis zum Betrieb. Wir richten uns an der ITIL (IT Infrastructure Library) und damit an unseren Kunden und deren IT-Organisationen aus. IT-Infrastruktur ist und bleibt unser Geschäft; wir gehen nicht in die Applikationswelt einzelner Branchen.

ITB: Haben Sie das Portfolio sämtlicher zugekaufter Firmen übernommen oder gab es Beschneidungen?

Bahde: Wir wollen als TDMi-Gruppe bei aller gewonnenen Größe flexibel sein. Es gab kleinere Einschnitte, durch die wir nur 80 bis 90 Prozent des Gesamtportfolios übernommen haben. Da wir zusammen mehr Kunden erreichen und so eine kritische Masse entsteht, können standardisierte Leistungen nun schneller vorangetrieben werden. Darunter fallen beispielsweise Remote- und Shared-Services.

ITB: Manch einer kritisiert das heftige anorganische Wachstum, da es oft mit firmenkulturellen Integrationsschwierigkeiten einhergeht. Wo setzen Sie hier an?

Bahde: Das ist sicherlich ein Kraftakt, der behutsam angegangen werden muss. Wie schon gesagt, müssen wir die Kunden wie auch die Mitarbeiter sensibel ansprechen. Sie identifizieren sich ja mit den einzelnen Unternehmen. Vorerst werden deshalb auch alle Marken bestehen bleiben. Wir werden eine sehr sanfte Re-Branding-Strategie verfolgen und den vorgeschriebenen Rahmen, was die Integration kosten soll, einhalten. Erste Priorität hat eine stringente und nachhaltige Zusammenführung.

ITB: Wie sieht es hier mit Kosteneinsparung aus, wird es Kündigungen geben?

Bahde: Aus synergetischen Gründen wird es beispielsweise eine Zusammenfassung verschiedener Niederlassungen in einem Gebäude geben. Das geht jedoch wegen der bestehenden Mietverträge nicht ganz so schnell. Verschiedene interne Abteilungen wie Finanzen oder Personal werden später auch darauf geprüft, ob eine Zusammenlegung Sinn macht. Der letzte Schritt wird in zwei bis zweieinhalb Jahren die Integration des Vertriebs sein. Aus heutiger Sicht wird es keine betriebsbedingten Kündigungen im großen Stil geben.

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