Virtualisierung auf Eroberungszug »Arbeitsplätze wandern auf USB-Sticks«

Redakteur: Regina Böckle

Die Virtualisierungstechnologie verhilft Anwendern künftig zu mehr Mobilität – und wird Systemhäusern neben margenstarken Service-Umsätzen auch Hardwaregeschäft bescheren. Klingt paradox? Keineswegs, wie DNS Business Development & Marketing Director Dieter Hahn erklärt.Das

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»Reseller sollten den Virtualisierungs-Zug nicht an sich vorbeiziehen lassen!«
»Reseller sollten den Virtualisierungs-Zug nicht an sich vorbeiziehen lassen!«
( Archiv: Vogel Business Media )

ITB: Was sind die größten Hürden, die Systemhäuser bei der Anbahnung und Umsetzung von Server-Virtualisierungsprojekten überwinden müssen?

Hahn: Die größte Herausforderung liegt ganz klar in der Komplexität der Bestandsaufnahme. Ebenso komplex ist auch die Auswahl und Konfiguration der Lösung. Denn aus der Server-Konsolidierung heraus wird auch meist sehr schnell die Frage nach Storage-Area-Networking-Lösungen, Storage-Backup und Recovery ein Thema.

ITB: Ihr Tipp für Systemhäuser, damit klar zu kommen?

Hahn: Der Schlüssel zum Erfolg ist das Know-how, die technische und vertriebliche Kompetenz. Dazu bieten wir als autorisiertes VMware-Trainingscenter Schulungen in jeder Form an. Zweitens sollten Systemhäuser unbedingt die Hardware-Seite berücksichtigen und in die Analyse und in ihr Angebot einbinden. Reiner Lizenzvertrieb wird nicht erfolgreich sein. Drittens gibt es eine ganze Reihe hilfreicher Analyse-Tools, die Partner bei der Bestandsaufnahme sehr gut unterstützen können, beispielsweise Platespins Power Recon oder VMwares Capacity Planer.

ITB: Heißt das, dass Virtualisierungssoftware als Türöffner dienen kann, um Hardware mitzuverkaufen?

Hahn: Ja, unbedingt! Darin liegt auch das unwahrscheinlich große Potenzial. Denn nur so kann der Partner seinem Kunden eine runde Lösung schnüren, bestehend aus Software, Hardware und Dienstleistung. Die Hardware muss passen und hier lautet die Faustregel: lieber weniger, dafür aber starke, hochwertige Multiprozessor-Server. Viele Unternehmen richten momentan ihre Infrastruktur vor diesem Hintergrund komplett neu aus. Diesen Zug sollten Reseller nicht an sich vorbeiziehen lassen!

ITB: Wie können Partner Projekte zur Server-Virtualisierung erfolgreich anbahnen?

Hahn:Hier leisten auch die genannten Tools gute Dienste. Denn sie erlauben eine sehr genaue Auswertung über mögliche Ersparnisse bei den Gesamtkosten und geben Auskunft über den Return-on- Invest, die der Endkunde durch den Einsatz einer Virtualisierungslösung in seiner speziellen Systemumgebung erreichen kann. Wenn der Partner dem Finanzchef seines Kunden genau aufzeigen kann, wie viel er allein bei Strom- und Hardwarekosten einsparen kann, und wie sich beispielsweise durch die Reduktion vieler Racks auf einen Server der Administrationsaufwand verkleinert, dann ist der Finanzchef gewöhnlich stark beeindruckt und geneigt, das Projekt abzusegnen. Das funktioniert aber nur, wenn der Partner wirklich beraten und hochwertige Dienstleistungen verkaufen kann.

ITB: Wohin geht die Reise im Virtualisierungsmarkt mit Blick auf Anbieter und Technologie?

Hahn: Viele Hersteller greifen derzeit das Thema auf. Wir verzeichnen im Moment ein starkes Interesse an Desktop-Virtualisierung, die neben VMWare beispielsweise von Citrix, aber auch von vielen Thin-Client-Herstellern wie Neoware oder Wyse angegangen wird. Die Entwicklung wird von Server- über Storage- hin zur Desktop-Virtualisierung und schließlich zur Virtualisierung mittels mobiler Endgeräten gehen – der Arbeitsplatz wird letztlich auf den USB-Stick wandern.

ITB: Ist die Spitze bei der Sever-Virtualisierung schon erreicht?

Hahn: Nein, definitiv nicht, auch hier gibt es noch viel Potenzial.

ITB: VMware ist derzeit noch Platzhirsch, wenn es um die Virtualisierung geht. Wird sich das mit Microsofts Longhorn, das 2008 mit integrierter Virtualisierung auf den Markt kommen soll, gravierend ändern?

Hahn: Man darf Microsofts Stärken im Marketing keineswegs unterschätzen. Die Anbieterlandschaft wird vielfältiger werden. Denn es gibt auch noch mit Xen einen Anbieter aus dem Open-Source-Umfeld und Anwender, die sich sagen: »Warum soll ich zahlen, wenn es Open-Source gibt?« Wir sind davon überzeugt, dass VMware mit EMC im Hintergrund auch künftig den Ton angeben wird.?

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