Lange erwartete Updates für iPhoto, iMovie und Garageband Apple stellt iLife ‘11 vor

Redakteur: Harry Jacob

Als Nachfolger der Multimedia-Suite iLife 09 hat Apple gerade das aktuelle Paket iLife ‘11 vorgestellt. Ein neues Erscheinungsbild bei iPhoto, professionelle Trailer bei iMovies und interessante Training-Möglichkeiten in Garageband sind die wichtigsten Punkte des Updates.

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Mit zusätzlichen Effekten hat Apple die Multimedia-Suite iLife ‘11 aufpoliert.
Mit zusätzlichen Effekten hat Apple die Multimedia-Suite iLife ‘11 aufpoliert.
( Archiv: Vogel Business Media )

Nach mehr als zweieinhalb Jahren hat Apple seine Multimedia-Suite iLife erneuert. iLife ‘11 ist auf jedem neuen Mac als kostenlose Dreingabe installiert. Wer nachträglich auf die neue Version umsteigen will, die die aktuellste MacOS-X-Version 10.6.3 und einen Mac mit Intel-CPU voraussetzt, bekommt die Software für 49 Euro – für die Vorgängerversion hatte Apple noch 79 Euro verlangt. Für diesen Preis bekommt man nun die Familien-Lizenz, mit der iLife auf bis zu fünf Macs installiert werden kann.

iPhoto

Die aktuelle Fotoverwaltung iPhoto bringt einen Vollbildmodus mit, der es gestattet, zahlreiche Aktivitäten ohne Fensterwechsel auszuführen und so immer in einer Oberfläche zu bleiben. Zum Hochladen von Bildern auf Facebook oder dem Versenden von Bildern via Mail müssen beispielsweise keinen Programmwechsel mehr vollzogen werden – alles geht in iPhoto. Der Diashow-Modus nutzt Geo-Tagging der Bilder, um Fotos von gleichen Orten zusammenzufassen.

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Mit neuen Algorithmen zur Gestaltung von Büchern, der Möglichkeit, nun auch Karten drucken zu lassen und einer ganzen Reihe von neuen Vorlagen sollen die Nutzer die kostenpflichtigen Services verstärkt nutzen. Wer allerdings Kalender produzieren will, sollte dies noch einmal vor dem Update machen – danach steht die Funktion nicht mehr zur Verfügung. Beim Update sollte man auch sonst vorsichtig sein, einige Anwender haben umfangreiche Bildersammlungen eingebüßt. Wie Sie das verhindern, lesen Sie im Kasten „Update-Tipps“.

iMovie

Mit iMovie können auch Laien ihre eigenen Filme schneiden und später mit dem ebenfalls in iLife enthaltenen Tool iDVD eine Video-DVD produzieren. Für den täglichen Gebrauch dürften die neuen Werkzeuge zur Sound-Bearbeitung die wichtigste Neuerung von iMovie darstellen. Sie machen es kinderleicht, die Lautstärke unterschiedlicher Szenen anzupassen. Hinzu kommen eine Reihe neuer visueller Effekte.

Besonders stolz ist Apple auf die ausgefeilte Trailer-Produktion, die mit iMovie nun ermöglicht wird. 15 verschiedene Genres stehen zur Verfügung, die vorbereiteten Soundtracks hat das London Symphony Orchestra eingespielt. Über einen einfach zu bedienenden Assistenten und eine ausgeklügelte Szenenerkennung hilft die Anwendung auch ungeübten Benutzern, tolle Filmtrailer zu erstellen.

Garageband

Garageband wurde ursprünglich dafür entwickelt, Musikstücke auf dem Mac zu produzieren. Es lassen sich verschiedene Instrumente auf unterschiedlichen Tonspuren einspielen und miteinander kombinieren. Mit der neuen Version hilft der Computer dabei, fehlendes Taktgefühl der Musiker auszugleichen. Die Technologie „Flex Time“ macht es möglich, Sequenzen zu strecken, zu kürzen oder zu bewegen und so dafür zu sorgen, dass die unterschiedlichen Tonspuren im Gleichtakt erklingen. Die Anpassung kann sowohl manuell erfolgen als auch automatisiert ablaufen.

Auch als Lernprogramm kann Garageband eingesetzt werden, zumindest für Gitarre und Keyboard. Dafür stellt Apple kostenlose Lehreinheiten bereit. Wer will, kann auch noch weitere Lessons von berühmten Musikern nachkaufen. Zusätzlich bietet Garageband nun einen Trainingsmodus, der es ermöglicht, das eigene Instrument besser beherrschen zu lernen. Wer die vorgegebenen Stücke nachspielt und dabei die Aufnahmefunktion aktiviert, kann direkt auf dem Schirm mitverfolgen, wenn Tonhöhe und -länge oder Taktgefühl nicht mit der Notation übereinstimmen.

Noch keine Updates hat Apple bislang für die Office-Suite angekündigt. iWork ‘09 erschien Anfang 2009, also ein Jahr nach iLife ‘09. Die nächste Version von MacOS X, das Release 10.7 mit dem Titel „Lion“, ist dagegen schon angekündigt: für Sommer 2011. Es soll einige vom iPad bekannte Funktionen auf die Apple-PCs bringen. Daher lautet das Motto auch „Back to Mac“. Einen ersten Schritt in diese Richtung geht Apple schon in den kommenden drei Monaten: dann soll ein App-Shop für Macs online gehen, der schon unter MacOS X 10.6 zugänglich sein wird.

Fazit

Die neuen Funktionen können tatsächlich begeistern - wenn sie denn nutzt. Geo-Tagging bei Fotos ist eine noch recht junge Disziplin, der Druckservice unter Umständen ein teures Vergnügen, und die Zahl der Musiker, die ihre Instrumente am Mac angeschlossen haben, ist überschaubar. Was Apple an Software mit jedem Mac mitliefert, ist an und für sich beeindruckend.

Dennoch zeigen sich in den Internet-Foren viele User enttäuscht. Zum einen, dass die Weiterentwicklung nach mehr als zweieinhalb Jahren nicht mehr gebracht hat. Und dass Apple dem eigenen Anspruch, technologisch führend zu sein, in diesem Fall nicht entspricht und weiterhin 32-Bit-Software liefert statt auf 64 Bit umzustellen, was bei Video- und Musik-Produktionen durchaus Vorteile haben kann – und was von Apple-Chef Steve Jobs gegenüber Drittherstellern oft genug propagiert wurde. Was das MacOS X 10.7 betrifft, sind die Informationen derzeit noch zu spärlich, um daraus eine Bewertung ableiten zu wollen.

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