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Nachfolger von MacOS X Lion kommt noch vor Windows 8 Apple erlaubt ersten Blick auf OS X 10.8

| Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Harry Jacob / Harry Jacob

Windows 8 kommt voraussichtlich im Herbst – doch OS X 10.8 kommt früher. Apple hat mit Details zu Mountain Lion den Wettbewerb der Betriebssysteme angefacht.

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Apple lässt den Puma los: Im Spätsommer 2012 soll das Apple-Betriebssystem OS X 10.8, Codename „Mountain Lion“ (Berglöwe = Puma), erscheinen. Der Vorgänger Lion ist erst seit Juli 2011 auf dem Markt, mit OS X 10.8 hatten die Apple-Fans deshalb erst 2013 gerechnet. Nun sieht es so aus, als sollte es noch vor Windows 8 verfügbar sein.
Apple lässt den Puma los: Im Spätsommer 2012 soll das Apple-Betriebssystem OS X 10.8, Codename „Mountain Lion“ (Berglöwe = Puma), erscheinen. Der Vorgänger Lion ist erst seit Juli 2011 auf dem Markt, mit OS X 10.8 hatten die Apple-Fans deshalb erst 2013 gerechnet. Nun sieht es so aus, als sollte es noch vor Windows 8 verfügbar sein.

Für Mac-Programmierer hat Apple kürzlich eine Entwickler-Version von OS X 10.8 Mountain Lion bereitgestellt – wenige Tage, bevor Microsoft seine öffentliche Windows-8-Beta ins Rennen schickt. Inzwischen hatte die Apple-Gemeinde erste Tests absolviert und wichtige Details aufgedeckt, die über die knappen Informationen von Apple hinausgehen.

Die Nomenklatur bleibt den Wildkatzen treu. Und wie nach „Leopard“ (Mac OS X 10.5) der „Snow Leopard“ (Mac OS X 10.6) folgte, kommt nun nach „Lion“ (Mac OS X 10.7) also die Version „Mountain Lion“ (OS X 10.8, jetzt ohne „Mac“). Übrigens: Mountain Lion, zu deutsch Berglöwe, steht eigentlich für Puma, doch diesen Namen trägt schon die Version Mac OS X 10.1.

Von iOS gelernt

Zentrale Neuerung bei OS X 10.8 ist die Integration zahlreicher Funktionen und Applikationen aus dem iOS-Umfeld. Allen voran ist hier die iCloud zu nennen. Anwender sollen direkt in diesem virtuellen Speicher Dokumente sichern können. Und auf Basis von iCloud lassen sich alle Mac-Geräte – ob mit iOS oder OS X – synchronisieren. Nachrichten, Aufgaben, Kalender und vieles mehr sind dann stets aktuell, unabhängig davon, ob man gerade sein Macbook, ein iPad oder das iPhone nutzt.

Mit Share Sheets sorgt Apple dafür, dass Dokumente, Links und vieles mehr unkompliziert mit anderen geteilt werden können, sei es per Nachricht oder über Social-Media-Plattformen. Messages, Gamecenter und Notizen sind weitere alte Bekannte von iOS, die nun den Weg in die OS-X-Welt finden. Eine englische Beta-Version von Messages, die unter anderem iChat ersetzt, kann man heute schon unter Mac OS X 10.7 testen. Allerdings werden RSS-Feeds von Mail und auch vom Safari-Browser in OS X 10.8 zumindest in der derzeitigen Fassung nicht mehr unterstützt.

Details zu den genannten Funktionen finden Sie in der Bildergalerie.

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Einschränkungen bei der unterstützten Hardware

Wieder einmal schränkt Apple den Support für ältere Hardware ein. Mountain Lion setzt insbesondere aktuelle Grafikkarten mit umfangreicher Grafikspeicherausstattung voraus. Rechner mit Intels Grafikchipsätzen GMA 950 und X3100, auf denen Mac OS X 10.7 noch läuft, werden von der Nachfolgeversion nicht mehr unterstützt. Nötig sind nach bisherigen Informationen mindestens Modelle mit NVIDIA 9400M, 320M oder Intel HD3000. Die genauen Anforderungen sind aber noch nicht finalisiert.

Die genannten Chipsätze sind in Geräten verbaut, die für Apple-Verhältnisse gar nicht so alt sind. Betroffen sind Macbooks, die zum Teil bis Ende 2008 in den Handel kamen, darunter auch das erste Macbook Air aus dem Jahr 2008, dazu die iMacs bis Ende 2006, der Mac Mini von Mitte 2007 und Xserver bis Anfang 2008. Eine detailliertere Liste findet sich zum Beispiel bei Engadget..

Software-Entwickler unter Druck

Apple verzichtet bei OS X 10.8 auf X11. Die Unterstützung für Unix-Software ist zwar nicht mehr im Betriebssystem enthalten, kann aber nach wie vor genutzt werden. Anwender müssen diese aber jetzt selbst installieren und dabei auf das Open-Source-Projekt XQuarz zugreifen.

Eingeschränkt sehen sich aber die Entwickler von OS-X-Anwendungen. Apple verlangt, dass alle Programme, die Zugriff auf iCloud-Funktionen nehmen wollen, zwingend über den Mac App Store vertrieben werden müssen. Der Hintergrund: Programme, die hier angeboten werden sollen, muss der Entwickler von Apple prüfen lassen. Apple will nach eigenem Bekunden die Datensicherheit und die Systemstabilität auf diesem Weg schützen. Dazu trägt auch das Sandboxing-Konzept bei, das den Entwicklern weitere Beschränkungen auferlegt und für heftige Diskussionen zwischen Apple und der für jeden Hersteller wichtigen Entwicklergemeinde sorgt. Inzwischen wurde der Starttermin für die Sandboxing-Pflicht nach hinten verlegt.

Noch keine Aussage gibt es über den Preis. Als Termin ist bislang nur „Spätsommer“ kommuniziert. Wie bereits bei Lion vorgesehen, wird es Mountain Lion nun endgültig nicht mehr auf Datenträgern geben, sondern nur als Download aus dem Mac App Store. Lion gab es aufgrund von Kundenprotesten schließlich doch noch auf einem Datenträger – einem USB-Stick. Der kostet allerdings 59 Euro und damit rund das zweieinhalbfache des Download-Preises von 24 Euro. □

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