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In einer Reihe mit Google und Facebook Apple bekommt Druck von deutscher Justizministerin

| Redakteur: Harry Jacob

Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger will von Apple Einblick in die Kundendaten bekommen. Sie reagiert damit auf die Änderung der Nutzungsbedingungen von Apple, die die Auswertung der Standortdaten der iPhone-Kunden legalisieren soll.

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Apple-Chef Steve Jobs soll deutschen Behörden erklären, welche Daten iPad & Co. sammeln und was damit geschieht.
Apple-Chef Steve Jobs soll deutschen Behörden erklären, welche Daten iPad & Co. sammeln und was damit geschieht.
( Archiv: Vogel Business Media )

Nach Google und Facebook steht nun der Hersteller Apple in der Kritik deutscher Datenschützer. Zusammen mit der Umstellung des Betriebssystems für iPad, iPhone und Co. auf iOS 4 hat Apple auch die Nutzungsbedingungen erweitert. Die Nutzer, die beim Update vorschnell auf OK klicken, geben damit ihr Einverständnis, dass Apple:

  • sämtliche Bewegungsdaten der Computer- und Handynutzer aufzeichnet
  • abspeichert und
  • anonymisiert verwendet sowie Kooperationspartnern zur Verfügung stellt.

Eine Möglichkeit, dieser Nutzung zu widersprechen, ist nicht vorgesehen.

Apple, Software-Anbieter und Werbepartner haben ein hohes Interesse an diesen Daten. Auf ihrer Basis können Location Based Services angeboten werden, also Standortbezogene Dienste, aber auch zielgerichtete Werbung, die sich am Standort oder an Interessenprofilen orientiert.

Für Datenschützer ist die Datensammelwut des amerikanischen Konzerns ein Alptraum. Zum einen ist die Lokalisierung der Apple-Kunden dank integrierter GPS-Sensoren inzwischen sehr genau. Zum anderen konnte inzwischen belegt werden, dass eine Anonymisierung der Datensätze nicht genügt. Aus Bewegungsprofilen und weiteren damit verknüpften Daten lässt sich sehr schnell rekonstruieren, wer der Kunde ist.

Datenkrake Apple?

Um zu überprüfen, wie die Anonymisierung bei Apple funktioniert und welche konkreten Kundendaten abgespeichert werden, fordert Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger nun von Apple Zugang zu diesen Daten. Hiesige Datenschützer sollen überprüfen dürfen, ob die deutschen Datenschutzgesetze eingehalten werden. Sie wollen Auskunft, was gespeichert wird, wie lange, zu welchem konkreten Zweck und wer Zugang zu diesen Daten hat, denn es gebe Zweifel daran, dass sich Apple rechtskonform verhält.

Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“, das Apple bereits zum „Daten-Kraken“ stempelt, zitiert in diesem Zusammenhang Marit Hansen, stellvertretende Datenschutzbeauftragte des Landes Schleswig-Holstein. Sie erkenne in der Apple-Datenschutzerklärung „einige Hinweise darauf, dass die von Apple erhobenen Daten nach deutschem Recht sehr wohl als personenbezogen gelten“. Ihre Anhaltspunkte: „Da ist von präzisen Standortdaten und Geräteidentifikationsmerkmalen die Rede. Wir nehmen an, dass Apple hier anders als behauptet personenbezogene Daten erfasst.“

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