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Fujitsu Stylistic R726 mit Core i7 und LTE Angetestet: Business-2-in-1-Hybrid von Fujitsu

| Autor: Klaus Länger

Bei vielen 2-in-1-Geräten bekommt man unterwegs nur eingeschränkt einen Online-Zugang geboten: Sie verfügen nur über WLAN und nicht über eine Mobilfunkverbindung. Das 12,5-Zoll-2-in-1-Tablet Fujitsu Stylistic R726 bietet ein integriertes LTE-Modem für unterwegs. Mit Windows 10 Pro, vPro-Unterstützung und optionalem Cradle ist es zudem ein vollwertiges Business-Notebook.

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Das Stylistic R726 ist Fujitsus erstes Business-2-in-1-Tablet mit ausklappbarem Standfuß und Magnet-Keyboard.
Das Stylistic R726 ist Fujitsus erstes Business-2-in-1-Tablet mit ausklappbarem Standfuß und Magnet-Keyboard.
(Bild: Fujitsu)

Fujitsu ist bei Windows-Tablets und Convertibles ein „alter Hase“. Bereits 2012 brachte der Hersteller, seinerzeit noch in einem Joint-Venture mit Siemens, die ersten Stylistic-Tablets und Lifebook-T-Convertibles auf den Markt. Damals allerdings noch mit Pentium-III-Prozessor, Windows XP Tablet PC Edition und nur Stift-Unterstützung. Touch beherrschten die Geräte nicht.

Das aktuellste Stylistic-Modell ist das R726 mit 12,5-Zoll-Full-HD-Touchscreen, Skylake-Core-Prozessor und magnetisch andockbarer Tastatur. Wir konnten ein Stylistic R726 in der Top-Version mit Core i7-6600U, acht GB RAM und 512-GB-SSD einem Hands-on-Test unterziehen um zu klären, wie sich das in Augsburg montierte Fujitsu-Gerät als Tablet und als Business-Notebook schlägt.

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Anleihen bei Microsofts Surface

Bisher hatten die Windows-Tablets von Fujitsu Docking-Tastaturen mit einem Scharnier ähnlich wie bei einem Notebook. Ohne Keyboard-Dock oder Desktop-Cradle ließen sich die Tablets nicht aufstellen. Zudem waren die Keyboards bisher immer ein optionales und zudem recht kostspieliges Zubehör. Aus der Rückseite des Stylistic R726 kann dagegen ein stabiler Standbügel auf bis zu 90 Grad ausgeklappt werden, mit dem sich das 12,5-Zoll-Tablet nun auch ohne Dock auf einem Tisch oder den Knien aufstellen lässt. Das 340 Gramm schwere Keyboard wird über eine flexible, magnetische Verbindung mit der Unterkante des Tablets verbunden. Über diesen Magnet-Konnektor erfolgt die Datenverbindung zur Tastatur mit integriertem Touchpad und auch deren Spannungsversorgung.

Diese Konstruktion erinnert an die Surface-Pro-Modelle von Microsoft. Allerdings gehen dem Fujitsu-Keyboard einige Komfortmerkmale der aktuellen Microsoft-Tastaturen ab. So fehlen die Tastenbeleuchtung und die zweite Magnetleiste, mit der das Surface-Keyboard schräg gestellt werden kann. Zudem registriert das Fujitsu-Keyboard nicht, in welche Richtung es umgeklappt wird. Schlägt man es auf die Rückseite des Tablet um, dann schalten sich nicht etwa die Tasten ab, so wie beim Microsoft Surface Pro, sondern das Tablet geht in den Schlafmodus. Zudem ist der Haltemagnet für die Tastatur zu schwach dimensioniert, sie kann so leicht zu Boden gehen. Will man das Stylistic R726 als Tablet nutzen, dann sollte man das Keyboard besser abnehmen. Ein Pluspunkt der Tastatur sind die Tasten mit ordentlichem Weg und angenehmen Anschlag. Das Touchpad mit separaten Tasten ist klein aber präzise.

Das Stylistic R726 als Tablet

Fujitsu bleibt bei dem 12,5 Zoll großen PLS-Screen dem 16:9-Format treu: Er liefert eine Auflösung von 1.920 x 1.080 Bildpunkten. Daher ist es angenehmer, das knapp einen Zentimeter flache und 830 Gramm schwere Tablet im Querformat zu nutzen. Eingaben sind im Tablet-Betrieb nicht nur per Touch, sondern auch noch mit einem Stift möglich. Der aktive und auf Druck reagierende Stylus im Lieferumfang des R726 liegt gut in der Hand und arbeitet präzise. Im Gegensatz zu den früher bei Fujitsu üblichen Wacom-Stiften mit induktiver Spannungsversorgung wird der Stift des Sylistic R726 durch eine Batterie mit Strom versorgt. Wahrscheinlich handelt es sich um einen Wacom-Stift mit der günstigeren Active-ES-Technologie. Eine Lademöglichkeit für den Stift durch das Tablet besteht nicht, die Batterie soll aber ein Jahr lang halten. Für die Befestigung des Stifts liegt eine Textilschlaufe bei, die an das Tablet geklebt wird.

Unser Testgerät war mit einem Glare-Panel ausgestattet. Das Display ist aber bei maximaler Helligkeit sogar noch in der Mittagssonne ablesbar. Laut Fujitsu ist das Stylistic R726 aber auch mit matter Displayoberfläche lieferbar.

Komponenten und Leistung

Unser Testgerät mit einem Straßenpreis von etwa 1.830 Euro markiert die Spitze der Stylistic-R726-Baureihe. Auf dem Mainboard ist als Prozessor ein Intel Core i7-6600U aus der aktuellen Skylake-Familie montiert. Die Dualcore-CPU mit Hyperthreading und vier MB Cache arbeitet mit einem Basistakt von 2,6 GHz und kann im Turbo-Boost bis zu 3,4 GHz erreichen. Der 14-Nanometer-Prozessor ist für 15 Watt TDP ausgelegt, die Fujitsu aber wohl nicht voll ausschöpft. Denn die Maximalleistung des i7-6600u liegt etwas über den 3,04 Punkten, die wir im Prozessorbenchmark Cinebench 11.5 gemessen haben. Im Prozessor integriert ist die Intel-HD-520-GPU mit 24 Execution Units (EUs). Sie unterstützt bis zu drei Displays, 4K-Ausgabe und DirectX 12.

Als Arbeitsspeicher dienen acht Gigabyte LPDDR3, die nicht erweitert werden können. Als Massenspeicher steckt eine M.2-SSD vom Typ Samsung MZNLN512HCJH im Gehäuse. Die SATA-SSD fasst üppige 512 GB an Daten. In unserem Benchmark HD-Tune liefert sie beim Lesen eine Transferrate von 502 MB/s. Für eine SATA-SSD ist das ein guter Wert. Die Systemleistung lässt mit 4.545 Punkte im OpenCL-Work-Benchmark von PC Mark 8 keine Wünsche offen und auch die 3D-Leistung liegt mit 5.562 Zählern für ein Windows-Tablet auf einem hohen Niveau. Ältere 3D-Spiele oder Casual-Games aus dem Windows-Store lassen sich in Arbeitspausen durchaus spielen. Bei der normalen Arbeit bleibt der Rechner meist leise, unter Last arbeitet der Prozessorlüfter unüberhörbar.

Bei der Akkulaufzeit kann der Fujitsu Stylistic R726 nicht überzeugen: Mit PC Mark 8 messen wir im Dauerbetrieb bei 50 Prozent Display-Helligkeit eine Laufzeit von zwei Stunden und 57 Minuten. Bei realer Nutzung mit Arbeitspausen sind zwischen fünf und sechs Stunden möglich.

In der getesteten Version ist das Stylistic R726 vPro-fähig. Damit stellt es umfangreiche Fernwartungsmöglichkeiten einschließlich eines Out-of-Band-Zugriffs bereit. Eine weitere Funktion, die mit vPro-Prozessoren der sechsten Generation wie dem Core i7-6600U genutzt werden kann, ist die Multifaktor-Authentifizierung Intel Authenticate, bei der Pins, biometrische Daten und die zugehörigen Zertifikate in der Hardware gespeichert werden.

Ein weiterer Pluspunkt des Fujitsu liegt in seiner Servicefreundlichkeit. Im Gegensatz zu vielen anderen Tablets kann es beim Händler repariert oder aufgerüstet werden. Das Gehäuse ist verschraubt statt verklebt und alle gesteckten Komponenten sind gut zugänglich.

Schnittstellen und Zubehör

Die Auswahl an Schnittstellen ist bei den meisten Tablets eher eingeschränkt – das Fujitsu-Gerät ist hier keine Ausnahme. An der linken Seite des Geräts sitzen eine USB-3.0-Buchse mit Ladefunktion und ein Mini-DisplayPort für den Anschluss eines Monitors oder Beamers. Darunter bringt das Ausklappen des Haltebügels eine Micro-SD-Buchse und den Steckplatz für die SIM-Karte zum Vorschein.

Und damit sind wir bei einem Ausstattungsmerkmal, mit dem sich das Stylistic R726 von vielen anderen 2-in-1-Rechnern absetzt, dem integrierten LTE-Modul. Für den mobilen Internetzugang via Mobilfunk ist in unserem Testgerät ein Sierra Wireless EM7305 eingebaut. Es unterstützt bis zu 100 MBit/s im Downlink und 50 MBit/s im Uplink. Zudem ist auch noch ein GPS-Empfänger mit zusätzlicher Glonass-Unterstützung integriert.

Als WLAN-Adapter dient ein Intel Dual Band Wireless-AC 8260 mit maximal 867 MBit/s über 802.11ac. Die Intel-Karte beherrscht zudem Bluetooth 4.2. NFC rundet die Palette der drahtlosen Schnittstellen ab.

Die Kameras, vorne mit 2-MP-Sensor und hinten mit 5-MP-Sensor sowie Autofokus, reichen für ein Business-Gerät vollkommen aus. Einen Blitz für die hintere Kamera gibt es allerdings nicht. Für Skype & Co. sind zwei Mikrofone mit Hintergrundgeräusch-Unterdrückung eingebaut.

Der im Stylistic ebenfalls vorhandene GBit-LAN-Controller von Intel ist nur mit dem optionalen Docking Cradle nutzbar. Das Dock, es kostet im Handel etwa 120 Euro, bietet außer dem LAN-Anschluss noch eine HDMI-, eine DisplayPort- und eine VGA-Buchse, drei USB-3.0-Ports sowie Audio-Anschlüsse. Das Stylistic ist auch mit angeschlossenem Keyboard im Dock nutzbar. Für einen LAN-Anschluss ohne Dock bietet Fujitsu einen USB-3.0-Adapter mit Realtek-Chip an.

Fazit: Reisefreudiger 2-in-1 mit kleinen Schwächen

Fujitsu ist der erste Stylistic der R-Baureihe durchaus geglückt. Das Stylistic R726 ist hochwertig verarbeitet, in der Testversion sehr gut ausgestattet und vor allem mobil. Denn mit dem LTE-Modul ist man für einen Internetzugang nicht auf einen WLAN-Hotspot oder die Behelfslösung Smartphone-Tethering angewiesen. Zudem ist das Display bei Maximaleinstellung so hell, dass mit dem Gerät auch im Sommer unter freiem Himmel gearbeitet werden kann. Der mitgelieferte Stift liegt gut in der Hand und arbeitet präzise. Weitere Vorteile sind die für einen 12,5-Zoll-Mobilrechner hohe Leistung, die vPro-Unterstützung für den Business-Einsatz sowie das für den Service einfach zu öffnende Gehäuse.

Auf der Sollseite der Bilanz stehen die nur mittelmäßige Akkulaufzeit sowie eine Tastatur, auf der man zwar gut tippen kann, die aber Komfortfunktionen wie eine Tastenbeleuchtung oder das Abschalten der Tasten beim Umklappen nach hinten vermissen lässt. Ein echtes Manko ist der schwache Magnet der Keyboard-Halterung.

Der Preis von etwa 1.830 Euro für das Stylistic R726 ist angesichts der Leistung, Ausstattung und Verarbeitung absolut angemessen. Frühere Stylistic-Tablets wie das Q704 aber auch einige direkte Konkurrenten im selben Formfaktor sind deutlich teurer.

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 Klaus Länger

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