Hierzulande verhaltenes Interesse am Apple-Handy Amerikanisches iPhone-Fieber – Deutschland noch nicht angesteckt

Redakteur: Katharina Krieg

Ab heute wird das iPhone in den USA verkauft. Die Amerikaner können es kaum erwarten, das Multifunktions-Handy zu bekommen. Hierzulande wird die Apple-Kreation voraussichtlich erst Ende 2007 auf den Markt kommen. Bisher sieht es allerdings nicht danach aus, als würde sich in Deutschland ein ähnlicher Hype anbahnen.

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Die Amerikaner stehen heute Schlange um ein iPhone zu ergattern. Hierzulande kann man dagegen nicht von einem Hype sprechen.
Die Amerikaner stehen heute Schlange um ein iPhone zu ergattern. Hierzulande kann man dagegen nicht von einem Hype sprechen.
( Archiv: Vogel Business Media )

Besessen scheinen die Amerikaner vom iPhone. Vor den Türen der Apple-Stores campen hunderte von Menschen und hoffen, eines der begehrten Handys zu ergattern, die es ab heute 18 Uhr Ortszeit zu kaufen gibt. Ihre Chancen sind gut, denn Apple öffnet seine Retail-Stores anlässlich des Großereignisses bis Mitternacht.

Wenn das iPhone Ende dieses Jahres nach Deutschland kommt, wird es eher nicht zu derartigen Szenen kommen. Apples Werk, das Mobiltelefon, iPod und Internetzugang vereint, kennen einer Umfrage der Unternehmensberatung Marketing Partner lediglich 16,5 Prozent der Deutschen. Die Erhebung unter 1.000 Menschen ab 14 Jahren fördert zu Tage, dass derzeit 72,5 Prozent der Deutschen überhaupt kein Interesse am iPhone haben.

Lediglich 0,4 Prozent wollen es sich mit Sicherheit kaufen, weitere 2,9 Prozent denken darüber nach. Der am häufigsten genannte Grund für die Anschaffung ist mit 22 Prozent das innovative Design, das Apple kreiert hat. Die Ausstattung ist für 20 Prozent der Interessenten ein Kaufkriterium, die Bedienung für 14 Prozent. Zehn Prozent der potenziellen Käufer würden sich das iPhone aufgrund von Apples gutem Image zulegen.

Schlichtweg zu teuer

Der Aspekt, der die meisten Deutschen abschreckt, ist der hohe Preis. 500 US-Dollar für das Gerät mit Vertrag sind für 44 Prozent der Befragten der Grund, das iPhone nicht zu kaufen. 15,5 Prozent sind der Meinung, das Gerät verfüge über zu viele Funktionen, die man nicht brauche. Lediglich 2,5 Prozent bemängelten dagegen die Ausstattung des iPhone.

Die Unternehmensberatung Accenture hat in einer ebenso repräsentativen Umfrage herausgefunden, dass sich vorwiegend Schüler vom iPod angesprochen fühlen. Besonders der eingebaute iPod wäre für 37 Prozent von ihnen ein Grund, das Apple-Handy haben zu wollen. Um an das iPhone zu kommen, würden der Umfrage zufolge zwölf Prozent aller deutschen Interessenten einen erforderlichen Providerwechsel in Kauf nehmen, jedoch nur ein Prozent vor Ablauf des bestehenden Mobilfunkvertrags. In den USA binden sich die iPhone-Fans für zwei Jahre an den Mobilfunkanbieter At&T, mit dem Apple exklusiv zusammenarbeitet.

Der Kampf der deutschen Provider um den Exklusivvertrag ist noch nicht entschieden. Wer das Rennen hierzulande machen wird, daraus macht sich derzeit der Sportwettenanbieter paddypower.com seinen Spaß. Auf der Internetseite kann auf die großen deutschen Provider gesetzt werden. Momentan ist Vodafone der Favorit. Angesichts des bescheidenen Interesses der Deutschen am iPhone dürfte die Wettteilnahme aber mager ausfallen.

Kein ehrliches Interesse

Die Zahlen deuten darauf hin, dass sich Deutschland noch nicht mit dem iPhone-Fieber aus den USA angesteckt hat. Dass dieses sich noch nicht auf ganz Amerika ausgebreitet hat, zeigt übrigens die Geschichte von Greg Packer: Um auch ja der Erste in der Warteschlange zu sein, hat sich der in den USA schon durch ähnliche Aktionen bekannte Straßenarbeiter bereits am Montag früh vor den New Yorker Apple-Store gesetzt. Der Mann ist nicht etwa, wie der Rest der sich versammelnden Menschen, ein Fan der Apple-Kreation, sondern einfach ein Wartefreak. Packer hat sich einen Sport daraus gemacht, immer der Erste zu sein, beispielsweise um dem damals frisch gewählten George W. Bush zu gratulieren. Sein sportlicher Ehrgeiz ging sogar so weit, dass er sich in der britischen Botschaft als Erster ins Kondolenzbuch für die verstorbene Prinzessin Diana eintragen musste.

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