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Mit 64-Bit-ARM-CPUs in den Servermarkt

AMD kündigt eigene ARM-Prozessoren an

| Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Wilfried Platten

Zentralinstanz: Die CPU entscheidet über Leistung und Stromverbrauch eines Servers.
Zentralinstanz: Die CPU entscheidet über Leistung und Stromverbrauch eines Servers. (© Edelweiss - Fotolia.com)

Als Resultat einer strategischen Partnerschaft mit ARM sollen 2014 die ersten ARM-CPUs von AMD in Produktion gehen.

Noch ist es „nur“ eine Ankündigung. Aber die hat es in sich: Auf einer Veranstaltung in San Francisco gab die Prozessor-Schmiede AMD, gefühlt ewiger Zweiter im Hase-Igel-Rennen mit Intel, seine mittelfristige CPU-Strategie bekannt. Bottom line: AMD setzt auf die ARM-Technologie und will 2014 seine ersten 64-Bit-ARM-Prozessoren produzieren. Dazu wurde eine strategische Partnerschaft mit der englischen ARM Ltd. geschlossen. Mehr über Art und Umfang dieser Kooperation (oder ist es nur eine Lizenzvereinbarung?) war von AMD nicht zu erfahren. Ihr Ziel ist jedenfalls die Entwicklung eines hochintegrierten Multikern-SoC (System-on-a-chip) mit ARM-spezifischer RISC-Architektur (Reduced Instruction Set). Da ARM-Prozessoren hochskalierbar sind, sieht AMD ihr prädestiniertes Einsatzgebiet in kompakten, cluster-fähigen Multikern-Servern für große und größte Rechenzentren.

ARM für „All-in-One“

Im Frühjahr dieses Jahres hatte AMD SeaMicro gekauft, und im Herbst die Abteilung Data Center Server Solutions neue SeaMicro-Server für Cloud- und Big-Data-Anwendungen präsentiert – eine Art „All-in-One-Micro-Rechenzentrum“ in einer Box. In einer solchen Appliance könnte man sich dicht an dicht gepackte, energieeffiziente ARM-CPUs sehr gut vorstellen. So sollen konsequenterweise die ersten ARM-CPUs von AMD auch in den SeaMicro Freedom Fabrics zum Einsatz kommen.

Mehr Leistung pro Watt

ARM-Prozessoren haben ihren aktuellen Siegeszug in Smartphones angetreten, wo ihr niedriger, für lange Laufzeiten sorgender Energiebedarf sich als unschlagbarer Vorteil erwiesen hat. Schätzungen und Erfahrungen aus verschiedenen Quellen gehen von einem zehnmal niedrigeren Stromverbrauch gegenüber x86-CPUs aus. Und durch ihre RISC-Architektur sind sie auch in Sachen Leistung alles andere als schwachbrüstig. Über den Siegeszug der Tablets hält die ARM-Technologie gerade Einzug in die Unternehmens-IT (Stichwort: Bring-your-own-Device). Und mit Windows RT steht jetzt auch ein Microsoft-Betriebssystem dafür zur Verfügung.

Heimlich still und leise

Im Serverbereich arbeitet eine Reihe von Herstellern wie Dell oder HP (Projekt Moonshot) an ARM-Prototypen, die nach eigenen Angaben zur Evaluierung und Optimierung bei ausgewählten Premium-Kunden getestet werden. Boston hat mit dem Viridis bereits im Sommer dieses Jahres einen serienreifen ARM-Server vorgestellt, mit SoC-CPUs von Calxeda.

AMD-Konkurrent Intel ist zwar seit langem ARM-Lizenznehmer, auf Nachfrage gab das Unternehmen jedoch zu Protokoll, keinerlei konkrete ARM-Entwicklungen zu planen, oder in der Pipeline zu haben. Denn, so Intel, die x86-Architektur sei ARM nach wie vor überlegen. Fragt sich nur, für welche Einsatzgebiete dieses Dogma noch gilt.

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