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Exklusiv-Interview mit IT-BUSINESS AMD-Chef Jochen Polster blickt in eine rosige Zukunft

| Redakteur: Dr. Stefan Riedl

Jochen Polster, Managing Director des deutschen AMD-Ablegers erläuterte im Gespräch mit IT-BUSINESS, warum er trotz Konzernverlusten in Milliardenhöhe gut schlafen kann und welche Auswirkungen der Kartellrechtsstreit mit Intel bereits heute nach sich gezogen hat.

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Jochen Polster ist Managing Director der AMD GmbH und Marketing Vice President für die Region EMEAI. Der Manager hat einen Master-Abschluss in Elektrotechnik der Technischen Universität Aachen und arbeitet seit 1985 für den AMD-Konzern.
Jochen Polster ist Managing Director der AMD GmbH und Marketing Vice President für die Region EMEAI. Der Manager hat einen Master-Abschluss in Elektrotechnik der Technischen Universität Aachen und arbeitet seit 1985 für den AMD-Konzern.
( Archiv: Vogel Business Media )

ITB: AMD hat das vierte Quartal 2007 mit einem Milliardenverlust abgeschlossen, gibt sich aber dennoch zufrieden mit dem Ergebnis. Wie passt das zusammen?

Polster: Dass wir ein recht gutes Ergebnis erzielt haben, ist tatsächlich nicht auf den ersten Blick ersichtlich. Und um das zu erläutern, müsste ich ein wenig in die Tiefen der Bilanzierung nach US-GAAP eingehen.

ITB: Sehr gerne...

Polster: Im vierten Quartal 2007 erzielten wir Umsatzerlöse in Höhe von 1,770 Milliarden US-Dollar. Im Vergleich zum dritten Quartal 2007 entspricht dies einer Steigerung um acht Prozent. Auf der anderen Seite steht ein Nettoverlust in Höhe von 1,772 Milliarden US-Dollar. Das ist natürlich ein sehr hoher Betrag. Der Grund hierfür ist eine Neubewertung des Goodwills, also des Firmenwertes von ATI. Aufgrund dieser Non-Cash-Anpassung wurden bilanzielle Sonderbelastungen ausgewiesen, die zur Höhe des Verlustes geführt haben. Blickt man allerdings genauer hin, wird schnell deutlich, wohin die Reise geht: Das operative Ergebnis von AMD ist mit einem relativ kleinen Verlust in Höhe von neun Millionen US-Dollar nahe an der Gewinnzone. Wir konnten unsere Umsätze steigern und arbeiten immer lukrativer. Die Bruttomarge hat sich im Vergleich zum dritten Quartal 2007 um drei Prozent und verglichen zum vierten Quartal 2006 sogar um acht Prozent auf jetzt 44 Prozent erhöht. Sehen wir uns die Verkaufszahlen an. Hier haben wir große Erfolge verbucht. Allein an Quad-Core-CPUs der Modellreihen Phenom und Opteron haben wir im vierten Quartal 400.000 Stück abgesetzt. Bei Desktop- und Notebook-Prozessoren konnte AMD die ausgelieferten Stückzahlen auf Rekordniveau steigern. Im Quartalsvergleich wurde bei Mikroprozessoren insgesamt eine Steigerung um sieben Prozent erzielt. Die ausgelieferten Stückzahlen an Server-Prozessoren konnten wir im Quartalsvergleich um 22 Prozent steigern. Im Grafikbereich konnten wir mit der 3800-Serie große Erfolge verbuchen, und in der Sparte Unterhaltungselektronik, also wenn es um Halbleitertechnik für Flachbildschirme, Spielekonsolen wie die Wii oder die Xbox oder Smartphones geht, stieg der Umsatz im Quartalsvergleich um 12 Prozent.

ITB: Wobei AMD zuletzt einen Bug bei den Phenom-CPUs eingestehen musste und die Spider-Plattform, die aus einem Phenom-Prozessor, dem 790FX-Chipsatz und den HD-3800-Grafikkarten besteht, deswegen mit Negativschlagzeilen auf den Markt kam.

Polster: Das ist richtig, mittlerweile aber kein Thema mehr. Das Erratum ist durch ein BIOS-Fix behoben. Zusammenfassend kann man sagen, dass die durch das BIOS-Update auftretenden Performance-Einbußen absolut vernachlässigbar sind. Sie machen für den privaten Anwender keinen ernstzunehmenden Unterschied.

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