AMD Opteron A1100 AMD bringt ARM für Server

Autor: Klaus Länger

Der Flirt von AMD mit der ARM-Technologie trägt nun endlich Früchte. Der Opteron-A1100-Prozessor mit vier oder acht 64-Bit-ARM-Cores ist nun endlich lieferbar. Er tritt mit 14 SATA-Ports und zwei 10-GBit-Ethernet-Ports gegen Intels Server-Atoms und die kleineren Xeon-Modelle an.

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Der Opteron A1100 auf ARM-Basis soll das lahmende Server-Geschäft bei AMD wieder in Schwung bringen.
Der Opteron A1100 auf ARM-Basis soll das lahmende Server-Geschäft bei AMD wieder in Schwung bringen.
(Bild: AMD)

Vor knapp zehn Jahren hatte AMD mit den Opteron-Prozessoren bei Servern-CPUs einen Marktanteil von mehr als 20 Prozent. Im vergangenen Jahr waren es noch etwa 1,5 Prozent. Die übrigen 98,5 Prozent der x86-Server-CPUs stammen von Intel. Da die momentan von AMD hergestellten Opteron-CPUs auf Bulldozer-Basis diese Vorherrschaft auch nicht brechen können, sucht der Intel-Herausforderer sein Heil nun in der ARM-Architektur.

Der erste ARM-Prozessor von AMD ist der Opteron A1100, den der US-Hersteller unter dem Codenamen „Seattle“ entwickelt hat. Die Auslieferung erster Entwickler-Kits der CPU hatte AMD bereits im Juli 2014 angekündigt. Nun geht der neue Prozessor endlich in Serie.

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Server-SoCs mit vier oder acht Cores

Die Basis für den Opteron A1100 bildet der Cortex-A57-Core von ARM mit 64-Bit-Unterstützung. Beim Modell A1120 sitzen vier Kerne auf dem Prozessor-Die. Sie arbeiten mit einer Taktfrequenz von 1,7 GHz. Beim nächstgrößeren Modell A1150 sind es acht Kerne. Beim Topmodell A1170 bilden ebenfalls acht Cores den zentralen Baustein des SoCs. Hier aber mit einer Taktrate von bis zu 2,0 GHz. Jeweils zwei Kerne teilen sich einen ein MB großen Level-2-Cache. Dazu kommen dann noch acht MB Level-3-Cache.

AMD kombiniert die ARM-Cores mit Server-typischen Funktionseinheiten wie zwei Speicherkanälen für bis zu 128 GB DDR3- oder DDR4-Speicher mit ECC oder zwei 10-GBit-Ethernet-Ports. Zusätzlich sind noch ein PCI-Express-3.0-Controller mit acht Lanes und ein 6,0-GBit/s-SATA-Controller integriert, der gleich 14 Ports unterstützt.

Die Leistungsaufnahme der neuen Prozessoren soll bei 25 Watt TDP für den A1120 und 35 Watt TDP für die Achtkern-SoCs A1150 sowie A1170 liegen. Benchmarks für einen Vergleich mit Intels Atom- oder Xeon-D-Prozessoren gibt es noch nicht.

Für Webserver oder Storage

Mit den 14 SATA-Ports soll der Opteron A1100 vor allem für Hersteller von Storage-Systemen interessant sein. Einen weiteren Markt sieht AMD bei Webservern. Neben den Linux-Distributionen Red Hat und CentOS sollen auch die Hypervisoren Xen und KVM sowie OpenStack auf Opteron-A1100-Systemen laufen.

Das erste komplette A1100-System kommt in Form des 1U-Servers Overdrive 3000 vom britischen Hersteller Softiron. Er ist mit einem A1170, 16 GB RAM und einer 1-TB-HDD ausgestattet. Den Preis nennt Softiron nur auf Anfrage. Daneben soll demnächst ein Mini-Mainboard von CircuitCo auf den Markt kommen. Das Huskyboard wird mit dem A1120 bestückt sein.

Die Konkurrenz von Intel

Offizielle Angaben von AMD zum Preis der Opteron-A1100-Prozessoren gibt es nicht. Der A1170 soll aber etwa 150 US-Dollar kosten. Damit würde er in derselben Liga wie Intels Server-Atom C2730 spielen, der ebenfalls mit acht Cores und 64-Bit-Unterstützung aufwartet. Allerdings unterstützt der Atom nur maximal 32 GB ECC-RAM und ist schlechter ausgestattet. Allerdings ist er mit 12 Watt TDP auch deutlich sparsamer.

Der Intel Xeon D-1518 mit vier Broadwell-Cores, 35 Watt TDP und ähnlicherer Ausstattung mit 10 GbE und sechs SATA-Prots ist mit etwa 230 US-Dollar deutlich kostspieliger. Er dürfte aber auch ein gutes Stück schneller als ein Opteron 1170 sein.

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