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Kleinstcomputer werden zu Giganten der Kommunikation zwischen Mensch und Maschine

Am Handgelenk sind Uhren-Appliances chancenlos gegen Wearables

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Aus heutiger Sicht könnten mehrere Patente oder kleine Details ums iPhone oder iOS auf eine zukünftige iWatch schließen lassen. So verfügt iOS 7 über ein Feature namens iBeacon, das die Kommunikation über die neueste Version von Bluetooth mit stromsparenden Kleingeräten ermöglicht.

Auch lässt das Unternehmen einen Prozessor ins iPhone 5S einbauen, der die Aktivitäten des Trägers aufzeichnen kann, und hat kürzlich ein Patent für Ohrhörer mit biometrischen Sensoren für Herzfrequenz und Körpertemperatur beantragt.

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Marktreife und Timing

Dass Apple noch keine marktreifen Wearables angekündigt hat, liegt wohl wieder im strategischen Timing. Das Unternehmen hat schon in der Vergangenheit gerne gewartet, bis der Markt vollständig reif war, auch wenn der Mitbewerb mit eigenen Neuheiten bereits vorgeprescht war.

Sieht man etwas genauer hin, sind die aktuellen Geräte nicht wirklich ausgereift. Zu kurze Laufzeiten der Akkus, sinnlose Funktionen oder eine fummelige Bedienung, die an einigen bereits lieferbaren Produkten stören, passen nicht zum Anspruch von Apple.

Da nicht nur die Fans, sondern auch die Shareholder Apple äußerst scharf beobachten, wäre ein Flop fatal für den Börsenkurs. Das Unternehmen, bekannt für die Bedienerfreundlichkeit seiner Geräte, will die Schwachstellen der Wearables vermeiden: Man kann sie leicht verlieren, sie sind nicht robust genug, nicht wasserdicht, schwierig zu synchronisieren, unbequem zu tragen und verbrauchen zu viel Strom für die schwachbrüstigen Kleinstakkus.

Der Apple-Store wirbt schon mit der Kategorie "Wellness".

Akkus mit mehr Kapazität sind keine Lösung, da sie das Gerät insgesamt größer werden lassen. Nicht zu akzeptieren sind Laufzeiten von weniger als acht Stunden, vor allem bei einem beruflichen Einsatz des Gerätes. Es gibt also noch viel zu tun, um das optimale Device zu entwickeln.

Doch untätig ist Apple auf keinen Fall. Während der vergangenen Jahre hat das Unternehmen eine Reihe von Gesundheits- und Fitness-Experten eingestellt, darunter einen Esperten aus dem Entwickler-Team des Nike Fuelband.

Neben Personenwaagen, die Gewicht und Puls aufzeichnen, verfolgt der Withings Pulse die Herzfrequenz, Höhenunterschiede und Schritte des Trägers. Das Gerät speichert zwei Aufzeichnungswochen. Das drahtlose Handgelenk-Blutdruckmessgerät von iHealth überträgt die Werte über Bluetooth zur iHealth App auf einem iPad, iPhone oder iPod touch und sichert die Daten in der iCloud von Apple.

Problematische Datenaggregation

Zu echten Wearables gehören eine Cloud-basierte Verarbeitung und Datensicherung, damit das tragbare Gerät am Ende einer Leistungskette steht, die vom Rechenzentrum ans Handgelenk reicht. Doch noch fehlen Standards oder eine offene Entwicklung für Wearables.

Auch die Datenhaltung wird von jedem Hersteller auf eigene Weise gelöst. So ist mit Sicherheit nicht jedem Besitzer eines Apple-Produkts klar, dass seine persönlichen Mails, Fotos und Kontakte in einem Rechenzentrum des US-Unternehmens gespeichert werden.

Ebenfalls relevant sind die Möglichkeiten, um mit Wearables in die Privatsphäre anderer Menschen einzudringen. Mit Daten- und Videobrillen wie denen von Pivothead lassen sich unbemerkt Aufnahmen von Dritten sammeln, speichern und auswerten.

Dass einzelne Kameras durch LED-Leuchten darauf hinweisen, dass ihr Träger gerade filmt, lässt sich mit etwas Knowhow deaktivieren, sodass der Besitzer unerkannt aufnehmen kann. Wann der Rechtsstaat das Problem aufgreift und den Rahmen für Aufnahmen fremder Personen in der Öffentlichkeit im Datenschutzgesetz anpasst, dürfte aber noch etwas dauern.

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