Restrukturierung geplant Also Logistics steht vor der Insolvenz

Redakteur: Michael Hase

Der Distributor Also muss voraussichtlich für die Also Logistics Services einen Insolvenzantrag stellen. Das Geschäft der Tochter, die mit der Übernahme der Weltbild-Logistik entstanden ist, soll aber weitergeführt werden.

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Stefan Klinglmair, Mitglied der Also-Geschäftsführung, sucht nach einer Lösung für die Logistik-Tochter.
Stefan Klinglmair, Mitglied der Also-Geschäftsführung, sucht nach einer Lösung für die Logistik-Tochter.
(Bild: Also)

Die Integration der Weltbild-Logistik führt für Also zu Millionenverlusten. Der Soester Distributor übernahm im vergangenen Oktober das Logistikzentrum der insolventen Augsburger Buchhandelskette Weltbild mit 500 Mitarbeitern und gründete anschließend die Also Logistics Services. Jetzt steht die Tochtergesellschaft vor der Insolvenz, wie aus dem heute veröffentlichten Halbjahresbericht der Also Holding hervorgeht. Demnach hat die Konzernleitung gestern entschieden, „die weitere Finanzierung des laufenden Geschäfts“ der Logistik-Gesellschaft zu beenden. Deren Geschäftsführung stehe „nunmehr vor der Entscheidung, einen Insolvenzantrag zu stellen“.

Wie Stefan Klinglmair, Mitglied der Also-Konzernleitung und Geschäftsführer der deutschen Landesgesellschaft, im Gespräch mit IT-BUSINESS erläutert, bemüht sich der Distributor um eine Lösung für die Tochter. Im Zuge der geplanten Restrukturierung werde das Geschäft der Also Logistics Services „uneingeschränkt weitergeführt“, versichert der Manager. Das Unternehmen schätzt die Restrukturierungskosten für das zweite Halbjahr 2015 auf rund acht Millionen Euro. Wichtig ist Klinglmair zu betonen, dass das IT-Großhandelsgeschäft von Also durch die Schwierigkeiten der Logistics Services „in keinster Weise beeinträchtigt“ sei. Vielmehr handele sich bei der Tochtergesellschaft um ein operativ eigenständiges Unternehmen mit einem von der Distribution unabhängigen Geschäftsmodell.

Vier Millionen Euro Verlust

Laut dem Bericht der Holding hat die Also Logistics Services im ersten Halbjahr einen Verlust von rund vier Millionen Euro verursacht. „Die Abbaumaßnahmen im Personalbereich konnten bisher nicht wie geplant realisiert werden“, heißt es zur Begründung. Zugleich habe sich der Umsatz rückläufig entwickelt. „Das Unternehmen kann daher angesichts seiner Kostenstruktur ohne umfassende Restrukturierung nicht wettbewerbsfähig im Markt agieren.“

Auch die Buchhandelskette Lesensart, die vor einem halben Jahr 67 Weltbild-Filialen übernahm, steckt in massiven Schwierigkeiten. Das Unternehmen aus Ahaus stellte in der vergangenen Woche beim Landgericht Münster einen Insolvenzantrag.

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