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Distributor behauptet sich im zehnten Jahr

ActionIT vertraut auf Marktkenntnis und Intuition

| Redakteur: Michael Hase

Die Geschäftsführer von ActionIT, Gernot Sonnek (vorn) und Mark Scherer, konzentrieren sich auf ein überschaubares Portfolio.
Die Geschäftsführer von ActionIT, Gernot Sonnek (vorn) und Mark Scherer, konzentrieren sich auf ein überschaubares Portfolio. (Bild: ActionIT)

Erfolg im Komponentenhandel hängt laut den ActionIT-Gründern Gernot Sonnek und Mark Scherer von klugen Einkaufsentscheidungen ab. Offenbar besitzen die Paderborner dafür ein gutes Gespür. Denn der Distributor behauptet sich mittlerweile im zehnten Jahr am Markt und wächst ungebrochen.

Kaum Chancen räumte man den ehemaligen Devil-Managern Mark Scherer und Gernot Sonnek ein, als sie 2006 ausgerechnet in der hart umkämpften Komponentendistribution mit einem eigenen Unternehmen starteten. Mittlerweile behauptet sich ActionIT im zehnten Jahr am Markt. Umsatzprognosen mussten die beiden Gründer, die nach wie vor die Geschäfte des Paderborner Großhändlers führen, meist nach oben korrigieren.

Für das laufende Jahr rechnen Scherer und Sonnek erneut mit einem zweistelligen Zuwachs: Auf 210 Millionen Euro sollen sich die Umsätze erhöhen, nachdem sie 2014 gegenüber dem Vorjahr von 153 Millionen auf 180 Millionen Euro gestiegen waren. Gewachsen ist ActionIT bislang vor allem aus eigener Kraft, durch die sukzessive Erweiterung des Sortiments und die Verbreiterung der einzelnen Kategorien. Als zusätzliche Produktgruppe neben Computer-, Speicher- und Netzwerkkomponenten, neben Displays, Druckern und Zubehör kamen zuletzt Lampen und Leuchtmittel (LED) hinzu.

Nach den Gründen für die dynamische Entwicklung des Distributors gefragt, verweisen die beiden Geschäftsführer auf klassische Qualitäten wie konkurrenzfähige Preise, hohe Verfügbarkeit und kurze Lieferzeiten. Als Schlüssel zum Erfolg nennen sie aber einen anderen Faktor: „Der Einkauf bestimmt zusammen mit der Geschäftsleitung die Geschicke eines Unternehmens“, betont Sonnek im Gespräch mit IT-BUSINESS. Gravierende Fehler, die dort gemacht würden, könne der beste Vertrieb nicht mehr ausgleichen.

Internationales Netzwerk

Um im Einkauf die richtigen Entscheidungen zu treffen, setzt ActionIT auf die internationalen Kontakte, die der Grossist über seinen Mutterkonzern Global Distribution besitzt. So gelangen die Westfalen frühzeitig an Informationen, die im Komponentenmarkt, wo sich Preise stündlich ändern können, von unschätzbarem Wert sind. Aktuelle Marktdaten allein garantieren aber noch keinen Erfolg. Man muss die richtigen Schlüsse daraus ziehen. „Ein guter Einkäufer entscheidet dabei nicht ausschließlich mit dem Verstand“, erläutert Scherer. „Intuition und ein Gespür für Marktentwicklungen sind genauso wichtig.“

Zum Portfolio von ActionIT gehören seit 2014 auch die Produkte des Schwesterunternehmens Ionik, das mit der Übernahme des insolventen Freiburger Distributors Chips and More durch Global Distribution entstand. Unter den Brands „I.onik“ und „CnMemory“ vermarktet Ionik Tablets beziehungsweise Speichermedien. Zur IFA, die aktuell in Berlin stattfindet, hat der Anbieter erstmals Smartphones auf den Markt gebracht: drei Android-Modelle, denen später im Jahr Windows-Geräte folgen sollen. Inzwischen ist das Ionik-Lager von Freiburg nach Paderborn umgezogen, wo dafür das Logistikzentrum in diesem Jahr erweitert wurde.

Tablets für den B2B-Markt

Das Gros der Ionik-Produkte gelangt nach wie vor über Retail- und Etail-Kanäle in den Consumer-Markt. „Im klassischen IT-Fachhandel spielen Tablets bislang kaum eine Rolle“, beobachtet Sonnek. Das zu ändern und die mobilen Geräte stärker über Systemhäuser an gewerbliche Endkunden zu vertreiben, haben sich ActionIT und die Schwester bereits Mitte 2014 gemeinsam vorgenommen. Allerdings verläuft das Projekt zäher, als sich beide Unternehmen das ursprünglich vorgestellt hatten. „Die Entscheidungsprozesse im Projektgeschäft sind mitunter sehr langwierig“, berichtet Ionik-Geschäftsführer Jochen Bless.

Entmutigen lassen sich die Paderborner deswegen aber nicht. Im Gegenteil: Mittlerweile hat Ionik ein Ruggedized-Tablet vorgestellt und entwickelt ein spezielles Gerät für die Gastronomie. „Wir bleiben am Ball“, versichern Bless, Scherer und Sonnek übereinstimmend.

Ergänzendes zum Thema
 
ActionIT etabliert sich als Komponentenhändler
 
Jochen Bless komplettiert das Führungsteam

Zu den jüngsten Vorhaben des Distributors zählt die grundlegende Überarbeitung des Web-Shops, dessen neue Version zu Beginn dieses Monats live gegangen ist. Das E-Commerce-System bietet Händlern eine Reihe zusätzlicher Funktionen. Realisiert wurden sie mit Technologie des Aachener Software-Anbieters Continue, dessen Warenwirtschaft ActionIT ebenfalls einsetzt.

Direkter Draht zum Distributor

Für Partner ist der Online-Shop vor allem wichtig, um Produkte zu vergleichen und deren Verfügbarkeit abzufragen, wie Sonnek erläutert. Bestellt werde aber in den allermeisten Fällen – anders als in der Broadline-Distribution – per Telefon. „Zu unserem Geschäftsmodell gehört es, dass wir mit unseren Kunden sprechen“, stellt der Geschäftsführer klar. Im Komponentengeschäft sei der direkte Draht zum Distributor wichtig, weil der Händler dort beraten werde und sich über Preisentwicklungen informieren könne.

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