Dirk Markus eröffnet Bruderkrieg der Investoren Actebis-Mutter Arques im Visier von Aurelius
Normalerweise ist es die Arques Industries AG, die Geld investiert, oft in strauchelnde Unternehmen, die sich billig kaufen und mit Gewinn veräußern lassen. Nun steht Arques selbst im Fokus eines Investors. Dirk Markus, einst ein Mitbegründer von Arques und inzwischen Chef der konkurrierenden Aurelius AG, will den »großen Bruder« schlucken und das Management austauschen.
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Solange Arques seiner Linie treu war, liefen die Geschäfte gut: strauchelnde Unternehmen kaufte Arques billig auf, sanierte sie, installierte oft ein neues, stabiles Management, und verkaufte dann die wieder florierenden Firmen an der Börse mit satten Gewinnen. Doch inzwischen hat der Finanzinvestor und Sanierer diese Linie verlassen und beispielsweise mit Actebis Peacock und NT plus – wahrlich keine Sanierungsfälle – große Teile seines Kapitals mit Unternehmen gebunden, die sich eben nicht so leicht wieder weiterverkaufen lassen.
Drei prominente Abgänge an der Unternehmensspitze innerhalb eines Jahres, Insolvenzfälle im Beteiligungsportfolio und eine unglückliche Kommunikation mit den Aktionären führten zu zusätzlichen Kursverlusten abseits der Marktbewegungen durch die aktuelle Börsenkrise. Im Mai flog Arques aufgrund der gesunkenen Marktkapitalisierung gar aus dem MDAX, dem Mittelstandssegment der Deutschen Börse, was den Kurs noch weiter nach unten trieb, von ehemals 40,75 Euro vor nur 16 Monaten auf zwischenzeitlich bis zu 5,32 Euro.
Diese Situation versucht sich nun ein Wettbewerber – und alter Bekannter – zunutze zu machen. Dr. Dirk Markus, einst ein Mitgründer von Arques und inzwischen Chef der Aurelius AG, will zusammen mit Investoren die Stimmrechtsmehrheit bei Arques übernehmen, das Management austauschen und sich dann offensichtlich die Arques einverleiben. Es solle »ein schlagkräftiger Marktführer für Umbruch- und Sondersituationen in Europa« unter dem Dach von Aurelius geschaffen werden, gab Markus als langfristiges Ziel aus.
Seit mindestens drei Wochen kauft er über Aurelius und verbundene Unternehmen Aktien von Arques auf – inzwischen hat er bereits die meldepflichtige Grenze von 3,0 Prozent überschritten. Doch es soll weitergehen: mit Hilfe ausländischer Investoren sollen innerhalb von Wochen weitere bedeutende Aktienpakete erworben werden. Außerdem habe Aurelius bereits Arques-Aktionäre mit bedeutenden Stimmrechtsanteilen auf seine Seite gezogen. »Bestehende institutionelle Arques-Aktionäre haben Unterstützung dieses Vorhabens signalisiert«, gab ein Unternehmenssprecher gegenüber einer Presseagentur an.
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