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Ein Jahr in der Infinigate-Gruppe

Acmeo entdeckt neue Perspektiven auf dem alten Weg

| Autor: Michael Hase

Der Distributor Acmeo verfolgt konsequent seinen Weg: Managed Services und Cloud bleiben die Orientierungspunkte.
Der Distributor Acmeo verfolgt konsequent seinen Weg: Managed Services und Cloud bleiben die Orientierungspunkte. (Bild: © Vidoslava - stock.adobe.com)

Allen Unkenrufen zum Trotz agiert Acmeo auch ein Jahr nach der Übernahme durch Infinigate weitgehend eigenständig. Neu ist, dass der MSP-Spezialist jetzt sein Knowhow in eine internationale Distributionsgruppe trägt. Zudem baut er das Geschäftsfeld Security weiter aus.

Vor einem Jahr wurde Henning Meyer, Gründer und Geschäftsführer von Acmeo, immer wieder gefragt, was denn nun mit seinem Unternehmen geschehen werde. Der Distributor aus Hannover war kurz zuvor, Mitte Oktober 2018, vom deutlich größeren Mitbewerber Infinigate übernommen worden. Auf die Antwort „Nichts, wir bleiben eigenständig!“ erntete Meyer meist ungläubiges Staunen. Mancher habe sich sogar „kaputtgelacht“, berichtet er.

Geschäftsführer Henning Meyer und Isabelle von Künßberg, Leiterin Akademie & Personal, stehen seit zwölf Jahren an der Spitze von Acmeo.
Geschäftsführer Henning Meyer und Isabelle von Künßberg, Leiterin Akademie & Personal, stehen seit zwölf Jahren an der Spitze von Acmeo. (Bild: Michael Hase)

Heute, gut ein Jahr nach dem Verkauf, hat sich auf den ersten Blick tatsächlich kaum etwas verändert in Hannover. Kein einziger Mitarbeiter habe seither das Team verlassen, berichtet der Acmeo-Chef. „Angesichts der sonst üblichen Fluktuation nach Akquisitionen finde ich das schon beeindruckend.“ Kontinuität bestimmt auch das Tagesgeschäft: Wie eh und je vertreiben die Niedersachsen dedizierte Produkte für Service Provider, beraten kleinere Systemhäuser zum Managed-Services-Modell, veranstalten Schulungen für sie und stellen ihnen technischen Support bereit. „Bei aller Ähnlichkeit der Kulturen sind die Geschäftsmodelle der beiden Unternehmen zu unterschiedlich, als dass man uns auf typische Weise in Infinigate hätte integrieren können“, sagt Isabelle von Künßberg, Mitgründerin und Leiterin Akademie & Personal bei Acmeo.

Den Hauptteil des Geschäfts macht beim Security-Distributor Infinigate, der ebenfalls zahlreiche Mehrwertdienste für seine Partner erbringt, nach wie vor der Handel mit On-Premises-Produkten aus. Daher lag ein Motiv für die Übernahme des norddeutschen Spezialisten darin, zusätzliches Knowhow für das Geschäft mit Managed Security Services zu erwerben. Auch die Zielgruppen der beiden VADs unterscheiden sich signifikant. Während der typische Acmeo-Partner etwa 15 Mitarbeiter beschäftigt, bedient Infinigate ein wesentlich breiteres Klientel, zu dem neben kleineren und mittelgroßen Systemhäusern auch die Großen des Channels gehören.

Einiges ist neu

An der Stelle könnte dieser Artikel fast schon zu Ende sein – wenn nicht bei genauerem Hinsehen doch ein paar Dinge anders wären. Damit die Infinigate-Gruppe tatsächlich von der Kompetenz und Erfahrung der neuen Tochter profitiert, musste der Wissenstransfer organisiert werden. In den Landesgesellschaften des Distributors, beispielsweise in Frankreich, Großbritannien oder Skandinavien, wurden dazu dedizierte Business Units gebildet, die unter dem Label „Infinigate MSP“ auftreten. Diesen Einheiten sind Knowhow-Träger von Acmeo zugeordnet, die den neuen Kollegen als Ansprechpartner dienen und ihnen vor Ort beim Aufbau des Geschäfts helfen. Somit verbringen jetzt einige Führungskräfte, zu denen auch Meyer gehört, einen Teil ihrer Arbeitszeit bei den Schwesterunternehmen. Das Gros der rund 90 Mitarbeiter in Hannover bleibt davon aber weitgehend unberührt.

Auch bei Infinigate in München gibt es seit August eine solche MSP-Einheit. Deren Mitarbeiter begleiten Systemhäuser beim Einstieg ins Managed-Security-Geschäft, indem sie sie beraten und schulen. Zudem unterstützen sie die Partner im Tagesgeschäft durch Vertragsvorlagen und ein zentrales Abrechnungsportal – genau so, wie das Acmeo seit mehr als zehn Jahren tut. Bei Infinigate hat man sich zwar schon vor dem Kauf des Spezialisten mit Managed Services befasst. Dank dessen Unterstützung macht der Distributor auf diesem Gebiet aber nun deutliche Fortschritte, wie Andreas Bechtold, Geschäftsführer bei Infinigate Deutschland, berichtet. „Wir erleben jetzt, wie wertvoll der Input aus langjähriger Praxis und Erfahrung ist.“ Die Zusammenarbeit mit den Kollegen aus Niedersachsen bewertet der Manager daher als „absolut positiv“.

Türen öffnen sich

Umgekehrt profitiert aber auch Acmeo von der Zugehörigkeit zu einer internationalen Gruppe. Zu manchen Herstellern öffnen sich die Türen jetzt leichter. So schloss Meyer im August offiziell eine Partnerschaft mit Sophos, einem Unternehmen, das schon lange auf seiner Wunschliste stand und das zu den wichtigsten Anbietern im Infinigate-Portfolio zählt. „Sophos besitzt eine geniale MSP-Plattform, mit der sich Kunden-übergreifend Regeln definieren und Prozesse steuern lassen.“ Bereits in den ersten beiden Monaten rekrutierte der VAD fast 40 Partner, die die Technologie des Herstellers einsetzen werden, um Leistungen wie Managed Firewall, Managed Endpoint Protection oder Managed Mobile Control anzubieten. „Die Zusammenarbeit läuft super an“, bestätigt Michael Gutsch, Head of MSP CEEMEA bei Sophos.

Ergänzendes zum Thema
 
Keine Ahnung von klassischer Distribution

Im Mittelpunkt steht bei den Hannoveranern traditionell der möglichst reibungslose Betrieb von Client-Server-Umgebungen, für den die Systemhauspartner bei ihren Kunden, unterstützt durch Tools für das Remote Monitoring & Management (RMM), sorgen. Solarwinds MSP ist auf diesem Feld der wichtigste Anbieter im Portfolio, für den wiederum Acmeo der wichtigste Distributor in Deutschland ist. Seit 2016, als das Unternehmen einen Vertrag mit Kaspersky zeichnete, hat sich IT-Sicherheit zum weiteren Schwerpunkt entwickelt. Eset, Hornetsecurity, Rapidfiretools und Thycotic gehören heute ebenfalls zum Portfolio. Da Acmeo mittlerweile Tochter eines fokussierten Security-Distributors ist, wird die Bedeutung des Themas nicht abnehmen. „Security ist für uns wichtig“, sagt Meyer lakonisch. „Wir erkennen dort ein riesiges Potenzial.“

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Managed Security Services

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14.06.19 - Unternehmen müssen nicht zwingend ein eigenes Security Operations Center (SOC) unterhalten. Einige Systemhäuser betreiben mittlerweile solche Leitstellen und bieten ihren Kunden umfassende Leistungen zur Gefahrenabwehr als Service an. lesen

Die künftige Aufgabe für Partner sieht der Geschäftsführer darin, nicht nur einzelne Security-Komponenten für ihre Kunden zu managen, sondern die Abwehr von Cyber-Bedrohungen ganzheitlich für sie zu organisieren. Große Systemhäuser betreiben dafür Security Operations Center (SOCs), was für kleinere Partner aber einen viel zu hohen Aufwand bedeuten würde. Deshalb hat Meyer mit großem Interesse die jüngsten Akquisitionen von Sophos zur Kenntnis genommen. So hat der Hersteller mit DarkBytes und Rook Security in diesem Jahr zwei Spezialisten für Managed Detection & Response (MDR) gekauft. Deren Angebote sollen in Zukunft auch kleinere Häuser in die Lage versetzen, Kunden einen umfassenden Schutz ihrer IT als Service anzubieten – eine Vision, die ideal zum Ansatz von Acmeo passt.

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