Session Delivery Networking

Acme Packet und die „Datenverkehrsordnung“ für IP-Pakete

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ITB: Sie haben davor gewarnt, dass Applikationen wie Skype oder Whatsapp womöglich im Smartphone-Umfeld im Jahr 2013 zu großen Betrugsfällen führen können. Welche Gefahr sehen Sie konkret?

Di Palma: Dass Unternehmen die Kontrolle verlieren. BYOD sowieso, aber auch Konsumerisierung, also die Adaption von privater, unbekümmerter Nutzungsweise auf Verhaltensweisen im Unternehmen, bergen die Gefahr einer schleichenden Verwässerung von Regeln. Auf der einen Seite möchte man seine Firma mit BYOD attraktiv machen, auf der anderen Seite werden scharfe Compliance-Regeln gefordert. Hier die Balance zu finden, ist eine Herausforderung. Dass diese Prozesse fliessend sind, macht die Sache noch schwieriger.

ITB: Wie werden Smartphones die TK-Landschaft in den kommenden Jahren aus Ihrer Sicht beeinflussen?

Di Palma: Sie werden die Firmen zwingen, sie in ihre Firmenprozesse zu integrieren. Da kommt keiner mehr drum herum. Flexibilität, Service und Zuverlässigkeit müssen stimmen. Jeder einzelne, individuelle Anwender muß sein Smartphone auch als Geschäfts-Device nutzen können. Das werden die neuen, netzaffinen und für integrierte IP-Prozesse extrem aufgeschlossenen Mitarbeiter schlicht verlangen. Wer das nicht bietet, wird als Arbeitgeber uninteressant.

ITB: Wie beurteilen Sie als Infrastruktur-Optimierer die geplanten Netz-Fusionen europäischer TK-Unternehmen?

Di Palma: Die Netzbetreiber sind gut beraten, sich bei der geplanten Fusion ihrer Netze gleich auch Gedanken über die zukünftigen Nutzungswünsche der Anwender zu machen. Was bringt es, nur Skaleneffekte erzielen zu wollen? Viel wichtiger ist es, Wettbewerbern wie Google, Apple & Co. gleich richtig Paroli zu bieten. Und zwar mit cleverer Infrastruktur, die die Vorzüge der Internettechnik voll ausspielt. Unternehmen und Endanwender wollen bereits heute längst nicht nur billige Bandbreite, sondern Inhalte und vor allem Services, letzteres möglichst ohne Bindung an ihren Zugangs-Provider. Genau hier hilft ihnen Netztechnik, die den Eintritt in das Geschäft mit IP-basierten Services ermöglicht, nämlich Session Border Controller, die das TK-Netz zu einer servicierbaren IP-Infrastruktur veredeln.

ITB: Welche Position vertreten Sie in der Kontroverse rund um die Kommerzialisierung in Sachen Bandbreite im Internet? Wird es eine „Mehrklassengesellschaft“ im Netz geben, wenn bestimmte IP-Pakete eine käufliche, eingebaute Vorfahrt erhalten?

Di Palma: Das hängt nicht von uns ab. Wir stellen Technologie zur Verfügung, um neue, unterschiedlichste Geschäftsmodelle adaptieren beziehungsweise darstellen zu können. Die Geschäftsmodelle selber kommen dabei von unseren Anwendern, also den Unternehmen oder den Netzbetreibern. Und die Regulierung muss gewährleisten, dass es Breitband und Realtime-Kommunikation für alle gibt. Ich persönlich unterstütze die Netzneutralität.

ITB: Über welchen Distributor können Acme-Produkte in Deutschland bezogen werden?

Di Palma: Das sind Westcon in Mönchengladbach und Scansource Communications in Köln.

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