Der deutsche PC-Markt im zweiten Quartal 2010 Acer stürmt weiter, Dell kann sich knapp behaupten

Redakteur: Harry Jacob

Im Q2/2010 ist der PC-Markt in Deutschland um knapp 23 Prozent gewachsen. Um die Plätze 3 bis fünf streiten sich Dell, Asus und Lenovo, die nach Angaben des Marktforschungsunternehmens Gartner alle sehr eng beieinander liegen.

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Acer stürmt allen anderen davon, die Plätze 3 bis 5 sind fast schon gleichauf – rutscht Dell bald auf den fünften Rang ab?
Acer stürmt allen anderen davon, die Plätze 3 bis 5 sind fast schon gleichauf – rutscht Dell bald auf den fünften Rang ab?
( Archiv: Vogel Business Media )

Im zweiten Quartal 2010 wurden in Westeuropa 15,6 Millionen PCs verkauft. Dies entspricht einem Anstieg von 19,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, meldet das IT-Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Gartner. Der Vergleichszeitraum und das ganze erste Halbjahr 2009 waren krisenbedingt durch schwache Verkäufe gekennzeichnet. Zwar weist Gartner darauf hin, dass auch im Vergleich zum Q2/2010 ein Wachstum von rund sechs Prozent zu vermelden ist – ein Zeichen dafür, dass der Markt zu alter Stärke zurückgefunden hat. Doch noch wollen die Analysten nicht zu euphorisch wirken, sondern dämpfen den aufkommenden Optimismus: Das zweite Halbjahr 2009 sei bereits wieder gut gelaufen, man müsse abwarten, wie sich 2010 hier im Vergleich entwickle.

Für den deutschen Markt haben die Analysten sogar ein Wachstum von 22,9 Prozent errechnet. Nach Stückzahlen bedeutet dies einen Anstieg von knapp 2,3 Millionen auf mehr als 2,8 Millionen Rechner. Beeindruckend ist auch der Vergleich mit 2008: Ein sattes Plus von 18 Prozent. Für Gartner-Analystin Meike Escherich ein klares Indiz dafür, dass hierzulande die Nachfrage auf das normale Level zurückgekehrt ist.

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Staat steht auf der Bremse

Das Wachstum verteilt sich auf die einzelnen Produkt- und Kundensegmente höchst unterschiedlich. So konnten mobile Rechner ein Wachstum von 30 Prozent erzielen, Standard-Notebooks legten sogar um 35 Prozent zu. Netbooks verzeichneten einen Rückgang um sieben Prozent – die Käufer griffen wieder häufiger zu günstigen Modellen im Bereich der ultraportablen Notebooks. Das Segment der Desktop-PCs dagegen wuchs nur um elf Prozent, wobei hauptsächlich Mini-PCs und All-in-One-Computer nachgefragt wurden.

Consumer- wie Business-Kunden sorgten bei Händlern für zweistellige Wachstumsraten. Die öffentliche Hand dagegen investierte nur drei Prozent mehr als im vergangenen Jahr – erst langsam füllen sich die Haushaltssäckel wieder. Die deutsche Regierung habe IT-Projekte eingefroren und IT-Ausgaben begrenzt, wie zahlreiche andere europäischen Staaten, so die Analyse von Meike Escherich.

Stabilere Verkaufspreise

Trotz des rasanten Wachstums haben sich die PC-Preise inzwischen allerdings stabilisiert. Steigende Komponentenpreise und der gesunkene Wechselkurs des Euro gegenüber dem US-Dollar seien dafür verantwortlich. Aber auch die gestiegenen Absatzzahlen im Business-Segment, wo besser ausgestattete Rechner zu höheren Preisen verkauft werden, haben dafür gesorgt, dass der durchschnittliche Verkaufspreis nicht weiter gefallen ist. In den vergangenen zwei Jahren waren hingegen regelmäßig Rückgänge von 15 bis 20 Prozent zu verzeichnen.

Lesen Sie auf der folgenden Seite, wie sich die Top-5-Hersteller Acer, HP, Dell, Asus und Lenovo im Detail geschlagen haben.

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