ITC Channel Index Januar 2006 Absatz klettert auf Höchststand

Autor / Redakteur: Martina Sedlmaier und Dr. Rudolf Aunkofer (GfK) / Katrin Hofmann

Der ITC Channel Index von GfK und IT-BUSINESS konnte weiter an Fahrt gewinnen und ein erneutes Plus von vier auf 93 Punkte verzeichnen – der höchste Wert, der im Jahr 2006 gemessen wurde. Die treibende Kraft hierbei war die starke Nachfrage der Privatkunden nach digitalen Produkten.

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Das sich bereits im Vormonat abzeichnende positive Geschäft hat sich entsprechend den Erwartungen weiter fortgesetzt. Im Vergleich zum Vorjahresmonat konnte der GfK-ITC-Index um elf Punkte wachsen. Während im Jahresvergleich das Absatzvolumen im B2B-Bereich um acht Prozent erstarkte, konnte es im B2C-Geschäft sogar um zwölf Prozent signifikant zulegen. Eine freundlichere Konsumentenstimmung und Kaufabsichten auf Privatkundenseite einerseits sowie eine positive Entwicklung des Wirtschaftsklimas andererseits fördern die Marktentwicklung in Deutschland.

Im B2C-Bereich wird der Anstieg des Umsatzes vor allem durch starke Absatzzuwächse von jeweils mehr als 40 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahresmonat bei Computern und Displays getragen. Der Aufwärtstrend im Markt für Desktop-Computer gewinnt weiter an Stabilität. Dies kann als Indiz gewertet werden, dass die angekündigte Einführung von Vista hier im Vorfeld zu keiner Beeinträchtigung der privaten Nachfrage führt.

Mehr für Computer

Der dabei durchschnittlich erzielte Verkaufspreis von 680 Euro inklusive Mehrwertsteuer für einen stationären PC liegt knapp 20 Euro über dem entsprechenden Vorjahreswert. Multimediale Komponenten – bedingt durch eine Positionierung als Media-Center-PCs – sind unter anderem neben gestiegener Performance ursächlich hierfür. Dies spricht für eine preisliche Stabilisierung im Computer-Markt. Die Up-Selling-Strategien von Herstellern und Händlern scheinen hier aufzugehen. Die Preissensitivität der privaten Nachfrage wäre demnach geringer als weitläufig angenommen.

Weniger für Displays

Anders wird im Markt für Displays das überproportional starke Wachstum durch deutliche Preiszugeständnisse getragen. Die Größenklasse der 18- und 19-Zoll-Displays avancierte im Jahr 2006 zum mit Abstand zum bedeutendsten Absatz-Segment – wie von nahezu allen Marktteilnehmern erwartet.

Während sich das monatliche Absatzvolumen dort in den vergangenen zwölf Monaten mehr als verdoppelte, ging der durchschnittlich erzielte Preis um 30 Prozent zurück und liegt im B2C-Bereich bei durchschnittlich 233 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Bedingt durch die funktionale Produktähnlichkeit haben hier Handel und Industrie bislang noch keine praktikable Up-Selling-Strategie gefunden. Die Werbung für Design sowie bestimmte Produktmerkmale könnten aber eine Option für 2007 darstellen.

Die positive Entwicklung des Absatzes beschränkt sich jedoch nicht nur auf die Segmente Personalcomputer und Displays. Zahlreiche weitere Produktbereiche weisen überwiegend starke Wachstumsraten auf: unter anderem Mäuse, Keyboards, Festplatten und Webcams.

Abwarten bei Software

Die Entwicklung des Software-Marktes zeigt sich in Erwartung des neuen Betriebssystems Vista weiterhin verhalten. Doch auch hier unterstreichen einige Segmente den Aufwärtstrend. Im November begann die Saison für Steuersoftware. Mit einem Absatzzuwachs von 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zeigt sich, dass sich mehr und mehr Privatpersonen auf den Rechner zur Erstellung der Einkommenssteuererklärung zurückgreifen.

Im B2B-Umfeld ist speziell die Entwicklung bei kleinen und mittleren Unternehmen erstmals signifikant positiv, was in einem Wachstum von 13 Prozent im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat sichtbar wird. Der GfK-Indikator erreicht auch hier mit einem Wert von 90 Punkten den Höchststand im Jahr 2006. Im Enterprise-Umfeld ist lediglich leichtes Wachstum im Vergleich zum Vorjahr zu messen, allerdings erreicht auch hier der Indikator mit einem Wert von 91 Punkten den bisherigen Höchststand des Jahres 2006. Der Wachstumsträger ist analog zu den Vormonaten neben der Netzwerk-Produktpalette überwiegend die klassische IT-Hardware. Notebooks und Server-Systeme werden verstärkt im SMB-Umfeld gekauft. Im Enterprise-Umfeld sind dagegen Notebooks und großformatige LCD-Displays am beliebtesten.

Zubehör punktet

Im B2C-Umfeld können zudem die Zubehörkategorien wie MP3-Lautsprecher, TV-Sticks, USB-Hubs, aber auch nach wie vor die klassischen Eingabegeräte punkten. Mobilität und weiter anwachsendes Speichervolumen beleben zudem den Markt für externe Festplatten, deren Absatzvolumen sich im Jahresvergleich mehr als verdoppelt hat. Das digitale Zuhause in Verbindung mit dem digitalen Content sind die elementaren Wachstummotoren für den Markt im B2C-Umfeld.

Da sich dieser Basistrend auch im Jahr 2007 fortsetzen wird, ist davon auszugehen, dass sich die Märkte auch hier auf hohem Niveau bewegen werden, wenn Konsum- wie auch Wirtschaftsstimmung weiterhin auf dem aktuellen Stand verbleiben sollten.

Impulse für 2007

Das vierte Quartal 2006 dürfte in Summe somit die Erwartungen erfüllt haben und deutet zugleich auf einen guten Start in das erste Quartal des Jahres 2007 hin. Zwar wird die Einführung des neuen Microsoft-Betriebssystems und der Office-Programmversionen die Marktentwicklung im ersten und zweiten Quartal 2007 dämpfend beeinflussen, bedingt durch die höheren Hardware-Anforderungen dürfte der deutsche IT-Markt aber vor dem Beginn einer Replacementwelle bei Computern, Desktop-PCs und Notebooks sowohl im B2B- als auch B2C-Bereich stehen.

Das Marktwachstum erfährt voraussichtlich im Verlauf der zweiten Jahreshälfte 2007 und im darauffolgenden Jahr zusätzliche positive Impulse. In Konsequenz sollten davon auch die entsprechend abhängigen Service-Bereiche profitieren.

Im Detail: Projektoren

Projektoren verzeichnen eine positive Marktentwicklung im B2B- wie auch B2C-Umfeld. Von der steigenden Nachfrage profitieren insbesondere Hersteller von DLP-Projektoren, deren Marktanteil 2006 im Jahresvergleich um sieben Prozent auf aktuell 53 Prozent stieg. Der Absatz von LCD-Projektoren ging dagegen innerhalb eines Jahres um acht Prozent auf 46 Prozent Marktanteil zurück. Die Idee des Heimkinos führt zudem zu einer höheren Nachfrage nach HD-ready-Geräten und besserer Lichtleistung. Der Absatz von Projektoren mit 2000 bis 2999 ANSI-Lumen (American National Standards Institute) wuchs von 2005 bis 2006 um zwölf Prozent. Projektoren mit geringerer Lichtstromstärke wurden weniger verkauft. So haben beispielsweise Geräte mit 1500 bis 1999 ANSI-Lumen derzeit 17 Prozent Anteil am Absatz –2005 waren es noch 21 Prozent. Der HD-ready-Anteil hat sich im Jahresvergleich auf 16 Prozent verdoppelt. Beide Features, sowohl HD ready als auch Lichtleistung und Helligkeit, werden demnach offentsichtlich von privaten wie gewerblichen Käufer auch als nützlich verstanden. Darüber sind die Preise in den vergangenen Monaten stabil geblieben, im Vergleich zu Januar 2006 lediglich wenig gesunken. Bedingt durch bessere Leistung und Design ist die Preissensitivität der Nachfrager geringer.

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