Cisco Expo etabliert sich endgültig als feste Größe im IT-Veranstaltungskalender ABC-Transformation und Green IT locken über 3.500 Besucher nach Berlin

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Zum dritten Mal fand vom 28. bis 30. April 2008 die Cisco Expo im Berliner Kongress-Hotel Estrel statt und nie war der Erfolg größer als in diesem Jahr. Mehr als 3.500 Gäste folgten der Einladung des Infrastrukturriesen Cisco und diskutierten intensiv über Green IT und Energieeinsparpotenziale sowie über die von Cisco mit Architektur-, Business- und Country-Transformation bezeichneten Themenschwerpunkte der Veranstaltung.

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Die Cisco Expo lockte 2008 über 3.500 Besucher an – so viele wie noch nie!
Die Cisco Expo lockte 2008 über 3.500 Besucher an – so viele wie noch nie!
( Archiv: Vogel Business Media )

„Deutschland ist gut, wenn nicht sogar sehr gut aufgestellt – dennoch gibt es viel zu tun“, so die einleitenden Worte von Cisco-Deutschland-Chef und Europa-Vice-President Michael Ganser in seiner mitreißenden Eröffnungsrede. Laut Ganser zählt Deutschland in sehr vielen Bereichen heute (wieder) zu den attraktivsten und besten Nationen der Erde. Auch das Label „made in Germany“ gewinnt seit geraumer Zeit wieder an Bedeutung und nicht wenige Firmenlenker sehen Deutschland als einen der attraktivsten Wirtschaftsstandorte überhaupt an. Doch Ganser nennt in seiner Rede auch vier konkrete Punkte, in denen Deutschland allenfalls im weltweiten Mittelfeld, wenn nicht sogar auf den hinteren Rängen zu finden ist: Bildung und Ausbildung, flächendeckende Breitbandinfrastruktur und Governance-Readyness. Ebenfalls großen Nachhol- bzw. Ausbaubedarf sieht Ganser im Bereich „Social Collaboration“, in dem Deutschland weit unter EU-Durschnitt liegt.

Doch sowohl der deutsche Cisco-Chef als auch John T. Chambers, seines Zeichens President und CEO von Cisco Systems, sehen Deutschland in einer guten Ausgangsposition, diese Defizite schnell und gezielt aufzuholen – wenn alle am gleichen Strang ziehen. Und genau hier zeigt auch die aktuelle Cisco Expo wieder ihre Stärke: neben allen harten inhaltlichen Themen verstehen es die Veranstalter der Expo seit Jahren, von Anfang an eine Energie geladene Aufbruchstimmung zu erzeugen und diese über den gesamten Event zu halten. Auch die technisch vollkommen entkoppelten, thematisch aber doch direkt anschließenden Auftritte des Kabarettisten Bruno Jonas am ersten und des ehemaligen Mr. Tagesthemen der ARD, Ulrich Wickert, am zweiten Veranstaltungstag trugen dazu bei, dass der Funke auch nach langen, anstrengenden Kongresstagen immer noch perfekt übersprang.

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Und ein weiterer Punkt mag auch auf der 2008er Auflage der Expo wieder für gute Stimmung gesorgt haben: die uneingeschränkte Identifikation des amerikanischen Unternehmens mit Deutschland. Nur die vereinzelt doch in Englisch gehalten Vorträge und Präsentationen erinnerten die Besucher daran, dass Cisco eben doch kein deutsches Unternehmen mit primären – oder gar ausschließlichen – Interessen in diesem Markt ist. Und auch die Präsenz des gesamten Cisco Top-Managements in Berlin ließen an der Bedeutung des Standorts Deutschland für Cisco keinerlei Zweifel aufkommen.

Großes Thema: Transformation

Selbstverständlich ging es auf der Expo aber auch thematisch richtig zur Sache. Leitthemen der Veranstaltung waren die anstehenden notwendigen strukturellen Veränderungen, die Unternehmen den Weg in eine erfolgreiche Zukunft ebnen sollen. Cisco fasst diese unter den Schlagworten Architektur-Transformation, Business-Transformation und Country-Transformation – also der ABC-Transformation – zusammen. Die Architektur-Transformation beschreibt dabei, wie unsere ITK-Plattformen künftig ausgerichtet werden müssen, um eine tragfähige, sichere und flexible Basis für intelligente Anwendungen und Dienste darzustellen. Die Business-Transformation umreißt neue Formen der Kommunikation und Interaktion mit Mitarbeitern, Kunden und Partnern sowie den Komplex des mobilen Arbeitens, den Bereich der Online-Zusammenarbeit via Internet und personalisierte Dienste. Last but not least zeigt die Country-Transformation den Einfluss von ITK auf nationale und internationale Entwicklungen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft auf. Gerade in Deutschland ist hier eine weit reichende Transformation nötig, damit unser Land seinen Platz im internationalen Wettbewerb behaupten bzw. verbessern kann.

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Grüne Basis, grüne Themen

Zwar werden Produkte von Cisco im Markt erst auf Platz vier hinter HP, IBM und Dell als besonders „grün“ angesehen – wie eine Studie der Experton Group belegt – doch das nachhaltige Engagement von Cisco in diesem Bereich, werden das amerikanische Unternehmen in dieser Hinsicht sicher bald nach vorne bringen. Denn schließlich waren die weiter dringend notwendige CO2-Reduktion im IT-Umfeld und damit die Senkung des Energieverbrauchs von IT insgesamt nicht nur Themen zahlreicher Vorträge, sondern auf der insgesamt CO2-neutralen Veranstaltung überall zu finden. So verzichteten Cisco und alle Partner auf der Expo erstmal komplett auf Papier, bezuschussten die Anreise der Gäste mit der Bahn, und finanzieren jetzt ein Umweltschutzprojekt, das die dennoch durch die Expo verursachte CO2-Belastung ausgleicht.

Omnipräsent: Telepresence

Aber auch die Energie- und CO2-Einsparpotenziale jenseits der Technik in Routern, Switches und VoIP-Phones war in Form der imposanten Telepresence-Technologie Gegenstand der Expo-Themen. In ausgedehnten Sessions, in denen via Telepresence ein virtueller Umwelt-Roundtable mit Teilnehmern an unterschiedlichen Standorten initiiert wurde, konnten sich die Besucher der Expo eingehend über das neue System informieren – von dem die Geschäftsleitung der Media-Saturn Holding als einer der ersten Kunden übrigens nach einem Live-Erlebnis spontan 15 Systeme bestellte.

Dabei schlägt Telepresence, mit dem jetzt auch über Unternehmensgrenzen hinaus Meetings initiiert werden können, gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: durch eine deutlich reduzierte Reisetätigkeit der Benutzer sinken der CO2-Ausstoß und die Reisekosten und es entfallen unproduktive Reisezeiten. Außerdem trägt das System zu einer besseren Work-Life-Balance der Nutzer bei und es ermöglicht nun auch Mitarbeitern, die für ein Meeting keine Reisegenehmigung erhalten hätte, den spontanen und direkten Austausch mit weit entfernten Kollegen.

Dr. Ulrich Schwenn vom Max-Planck-Institut in München bringt gerade diesen Aspekt in einer der zahlreichen virtuellen Roundtables mit treffenden Worten auf den Punkt: „Früher war es ein Statussymbol, auf Geschäftsreise gehen zu dürfen und wurde von jedem geliebt – heute ist es ein Staussymbol, Geschäftsreisen durch Videokonferenzen ersetzen zu dürfen bzw. Videokonferenzen im täglichen Workflow regelmäßig zu nutzen“.

Viel Neues in 12 bis 18 Monaten

Zudem kündigte Cisco auf der Expo fast beiläufig an, in den kommenden 12 bis 18 Monaten zahreiche Technologien und Produkte vorzustellen bzw. eingeführte Produkte so zu überarbeiten, dass diese die Benutzer im täglichen Business weiter unterstützen. So wird bspw. ein UCC-Portal (Unified Communications & Collaboration) künftig als Meta-Arbeitsoberfläche dienen, in die nach Mesh-Prinzip alle relevanten Applikationen der täglichen Arbeit einfach eingeblendet werden können. Zudem erhalten alle Endanwender-Produkte eine neue Bedienoberfläche, die es erlauben soll, sämtliche Funktionen und Komfortmerkmale mit einem bzw. maximal zwei Klicks bzw. Tastendrücken zu erreichen.

So soll mit der neuen Technologie beispielsweise ein GSM-Handy die Annäherung seines Benutzers an das stationäre VoIP-Telefon am Schreibtisch automatisch erkennen und dann über das Display des VoIP-Telefons die Übernahme des Gesprächs mit nur einem Tastendruck ermöglichen. Grundsätzlich sollen alle Geräte mit der Überarbeitung so viel Intelligenz erhalten, dass bei der Auswahl des möglichen Kommunikationsendgeräts immer automatisch das individuell am besten geeignete Gerät die Kommunikation mit einem einzigen Tastedruck aufnehmen kann.

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