„Der Umbruch im Handymarkt steht kurz bevor“ 7mobile-Chef: „Mega-Trend China-Handys gefährdet Apple und Samsung“

Redakteur: Katrin Hofmann

Thorsten Piontek, Gründer und Geschäftsführer des Portals 7mobile, glaubt, dass sich der Handymarkt massiv wandeln wird. Die Konkurrenz für die etablierten Anbieter wie Samsung oder Apple nahe aus China.

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Thorsten Piontek, Gründer und Geschäftsführer von 7mobile
Thorsten Piontek, Gründer und Geschäftsführer von 7mobile
(Bild: 7mobile)

Welche Handy- beziehungsweise Smartphone-Marken könnten künftig in Deutschland den Markt dominieren? Der 7mobile-Gründer Thorsten Piontek jedenfalls glaubt, dass die Stellung der Big Player wie Apple und Samsung gefährdet ist. Sie werden unter großen Druck geraten und der Markt wird sich verändern, ist er überzeugt. Denn aus China kommt Konkurrenz.

Was sind China-Handys?

Der Umstand, dass „Made in China“ eher keinen guten Ruf hat, steht der These der Gefährdung nicht entgegen. Vielmehr spricht Piontek von einer „Flut neuer Marken“: „Mittlerweile kommen fast alle Smartphones aus Fernost. Selbst das iPhone wird in China hergestellt. Die können das also. Aber die zahlreichen aktuellen Produkte der neuen Marken weisen ganz unterschiedliche Qualität auf – pauschal lassen sich da keine Aussagen treffen. Das, was gerade unter dem Begriff ‚China-Phones’ aufkommt, meint eigentlich nur Handys des asiatischen Markts, die es in Europa noch nicht gibt.“

Welche Marken?

Unter anderem habe die Marke Xiaomi großes Potenzial. Der Hersteller gehöre bereits jetzt zu den größten der Welt, obwohl die Produkte in Europa nur vereinzelt angeboten werden. Xiaomi-Produkte zeichnen sich Piontek zufolge „durch eine hohe Verarbeitungsqualität und ein sehr ansprechendes Design aus“. Die Handys könnten günstig angeboten werden, da Xiaomi Einnahmen durch seinen eigenen App-Store generiert, welcher alternativ zum Google Play Store genutzt werden kann. Piontek kann sich vorstellen, dass Xiaomi noch in diesem Jahr in das europäische Geschäft einsteigen wird.

Huawei wiederum sei schon seit über fünf Jahren in Deutschland aktiv und habe in den vergangenen Monaten viel Bekanntheit erlangt, denn viele Produkte seien nicht nur sehr günstig, sondern auch technisch auf dem höchsten Niveau, wie zum Beispiel das Ascend Mate 7.

ZTE sei vielen als Netz-Ausrüster bekannt geworden, aber auch die Smartphones seien ansprechend und von der Leistung in der High-End-Klasse anzusiedeln.

Der Hersteller OnePlus sei durch kreatives Marketing in den Fokus gerückt. Das Produkt war über lange Zeit nicht frei erhältlich, sondern nur durch „invites“ zu erwerben, also über eine Empfehlung von Nutzern, die selbst ebenfalls über eine Einladung das Gerät kaufen konnten.

Auch Oppo sei ein Hersteller aus China, der durch hochwertige High-End-Geräte auffalle.Weitere Marken seien Meizu, Kyocera, Kazam und Wiko.

Ob Geräte dieser Anbieter bald auch verstärkt in Europa zu bekommen sein werden beziehungsweise Durchsetzungskraft haben könnten, beantwortet Piontek so: „Meizu wäre sicher interessant. Die Nachbildungen dieses Herstellers von bekannten Marken wie Apple oder Samsung werden oft als Plagiate abgetan. Am Beispiel Wiko und Kazam sieht man jedoch, dass kleinere Marken es durchaus im europäischen Raum schaffen können. Allerdings ist es schwierig, Alleinstellungsmerkmale auszumachen. Was das Marketing betrifft, müssen die neuen chinesischen Hersteller ihren Rückstand aufholen und kreativ werden.“

Sind doch die Preisunterschiede offenbar deutlich, wie Piontek nahelegt. Ein Huawei P8 mit 5,2 Zoll Displaygröße und 16 GB internem Speicher sowie Micro-SD-Erweiterung bietet 7mobile demnach derzeit für 485,77 Euro an. Ein, wie er sagt, „vergleichbares Samsung Galaxy S6“ mit 32 GB ohne Speichererweiterung und 5,1 Zoll Display ist für 648,77 Euro zu haben. Piontek: „Die Differenz liegt hier also bei 163 Euro – bei nahezu gleicher Ausstattung.“

Die preiswerten Alternativen aus Fernost könnten dann zuerst diejenigen Technikbegeisterten ansprechen, die sich mit den Eigenschaften und der Ausstattung intensiv auseinandersetzen und nicht so sehr auf das Image einer Marke achten.

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