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Bis zu 20 GBit/s möglich 5G Standalone: Spezifikationen für neuen Mobilfunkstandard sind fertig

| Autor / Redakteur: Michael Eckstein / Michael Eckstein

Bis zu 20 GBit/s und Latenzen unter 1 ms: Nach dreijähriger Entwicklungszeit hat das 3GPP die Details für den 4G-Nachfolger festgezurrt. Vertreter von über 50 globalen Technologie- und Telekommunikationsriesen hatten im Mai im kalifornischen La Jolla letzte Details abgestimmt. Insgesamt nahmen über 600 Delegierte an der Veranstaltung teil.

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Gruppenarbeit: Nach drei Jahren Entwicklungsdauer haben über 600 Delegierte die endgültigen Spezifikationen für den neuen Mobilfunkstandards 5G festgemacht.
Gruppenarbeit: Nach drei Jahren Entwicklungsdauer haben über 600 Delegierte die endgültigen Spezifikationen für den neuen Mobilfunkstandards 5G festgemacht.
(Bild: Moray Rumney)

Endlich ist auch der zweite Hauptteil der 5G-Spezifikation fertig: Die Standardisierungsorganisation 3GPP (3rd Generation Partnership Project) hat das Standalone-Release 15, kurz SA 15, für den neuen Mobilfunkstandard ratifiziert. Ein durchgängiges 5G-Netz soll Spitzengeschwindigkeiten von zunächst 10, später 20 GBit/s ermöglichen. Wichtiger für viele industrielle Anwendungen – etwa Predictive Maintenance oder V2V-Kommunikation und autonomes Fahren – sind allerdings die geringen Latenzzeiten von unter einer Millisekunde. Was hier tatsächlich möglich ist, hängt stark von der jeweiligen Applikation ab.

„Türen für neue Anwendungen jenseits der Telekommunikation stehen weit offen“

„Das Definieren der Funkspezifikationen für 5G NR Standalone stellt einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zum Verwirklichen unserer ganzheitlichen 5G-Vision dar“, sagt Balázs Bertényi, Vorsitzender der 3GPP TSG RAN. 5G NR Standalone-Systeme würden nicht nur die mobile Breitbandgeschwindigkeit und -kapazität erhöhen, sondern auch die Tür für neue Industrien jenseits der Telekommunikation öffnen, die ihr Ökosystem durch 5G revolutionieren wollen.

„Noch vor zwei Jahren galt 5G als Vision oder gar als Hype“, erinnert sich Georg Mayer, Vorsitzender von 3GPP TSG CT. Mit dem Fertigstellen von Release 15 habe das 3GPP 5G jedoch innerhalb sehr kurzer Zeit Realität werden lassen. Das Ergebnis seien Standards, die nicht nur höhere Datenraten und Bandbreiten für Endkunden böten, sondern auch offen und flexibel genug seien, um die Kommunikationsanforderungen ganz unterschiedlicher Branchen zu erfüllen. „5G wird die Integrationsplattform für heterogene Unternehmen sein!“

Ab jetzt „echte“ 5G-Netze ohne 4G-Unterbau möglich

Ende 2017 hatte die den ersten Teil des Standards, 5G New Radio (NR), für den Non-Standalone-Betrieb (NSA) beschlossen. Damit war es möglich, 5G-Netze auf Basis von 4G-Core-Infrastrukturen aufzubauen. Mit den 5G-Standalone-Spezifikationen hat das 3GPP den NG-Core, also das 5G-Kernnetz, das die Basisstationen verbindet, vollständig festgeschrieben. Im Fokus standen dabei sowohl Kommunikations- als auch Industrieanwendungen. Damit ist ein durchweg eigenständiger 5G-Betrieb möglich, der ohne 4G-Kernnetze auskommt.

Das Verabschieden der 5G-Systemspezifikationen sei nur „dank der intensiven Bemühungen von Hunderten von Ingenieuren in den letzten drei Jahren möglich gewesen“, sagt Erik Guttman, Vorsitzender der 3GPP TSG SA. Im September soll Release 15 schließlich veröffentlicht werden. Luke Ibbetson, Leiter der Forschungs- und Entwicklungsabteilung der Vodafone Group, ist überzeugt, dass „dies ein weiterer wichtiger Schritt ist, um das volle Potenzial von 5G im Hinblick auf das nächste Jahrzehnt der mobilen Innovation auszuschöpfen.“

Längst arbeiten Hersteller an passenden Chipsätzen für 5G-Endgeräte, die nach Ansicht von Marktbeobachtern noch 2019 auf den Markt kommen werden. Chipsätze für 5G-Handys sollten bis Mitte nächsten Jahres verfügbar sein, wobei die Handys selbst in der zweiten Hälfte des Jahres 2019 auf den Markt kommen sollten, schrieben Analysten. Bei vielen Providern dürften zudem 5G-basierte drahtlose „Festnetz“-Anschlüsse zum Überbrücken der letzten Meile zu den Kunden als Alternative veralteter kupferbasierter DSL-Breitbandanbindungen hoch im Kurs stehen.

Dieser Beitrag stammt von unserem Partnerportal Elektronikpraxis.

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