Erwartungen an den Arbeitsplatz der Zukunft 5 Fragen an die hybride Welt

Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

In einer hybriden Arbeitswelt müssen Unternehmen neue Wege finden, wie sie ihre Mitarbeiter unterstützen und fördern können, um wettbewerbsfähig zu sein, Kunden zu begeistern und die Leistung zu steigern. Coaching-Experte BetterUp sieht die Notwendigkeit eines Paradigmenwechsels.

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Zugehörigkeit im Team weckt das Potenzial eines Mitarbeiters.
Zugehörigkeit im Team weckt das Potenzial eines Mitarbeiters.
(Bild: © – fizkes – stock.adobe.com)

Nach Beobachtungen des US-Unternehmens BetterUp wird in Bezug auf die Erwartungen an den Arbeitsplatz der Zukunft eine zunehmende Spaltung zwischen Arbeitnehmern und Führungskräften sichtbar. Um diese abwenden zu können, stellt der in San Francisco ansässige Anbieter von Coaching und Mentoring fünf Fragen und gibt Handlungsempfehlungen für Mitarbeiter und Unternehmen:

1. Wie lassen sich die Potenziale der Mitarbeiter stärken, Kreativität und Vorstellungskraft fördern und Innovationen vorantreiben?

Durch die hybride Arbeitswelt sind die Teams in Unternehmen immer mehr abgeschottet. Unternehmen werden neue Lösungen und Praktiken für die Zusammenarbeit, Verbindung und den Karriereaufbau entwickeln müssen, die virtuelle und physische Umgebungen einschließen.

Auch gibt es eine Unklarheit bei der Bewertung von Mitarbeiterleistung. Oft hört man von Mitarbeitern, sie seien zuhause produktiver, oder von Führungskräften, ihre Unternehmen seien in der einen oder anderen Form effizienter. Da jedoch standardisierte Arbeitsaufgaben seltener werden, wird auch der Begriff der Produktivität subjektiv. Effektivität kann nur dann erreicht werden, wenn Mitarbeiter verstehen, wie sie Ergebnisse des Unternehmens beeinflussen.

2. Wie können Führungskräfte auf allen Ebenen unterstützt werden, um innovative und leistungsstarke Teams zu schaffen?

Jede Führungskraft im Unternehmen ist wichtig. Führungskräfte haben in der hybriden Welt eine erweiterte Rolle. Sie müssen heute noch mehr leisten, wenn es darum geht, zu coachen, Zugehörigkeit zu fördern, Talente zu entwickeln und das Wohlbefinden der Teammitglieder über Zeitzonen und Standorte hinweg zu unterstützen. Viele Unternehmen haben die mittlere und untere Führungsebene in dieser Rolle bisher nicht unterstützt. Jetzt ist es an der Zeit, dies zu ändern.

3. Wie kann der einzelne Mitarbeiter ermutigt werden, seine Komfortzone zu verlassen und die Wachstumschancen für sich zu nutzen?

Kontinuierliches Lernen ist der neue Wettbewerbsvorteil. In einer hybriden Arbeitswelt wird die Vielfalt der Interaktionen allerdings geringer ausfallen. Der Austausch mit Kollegen aus dem Team oder anderen Abteilungen kann abnehmen, da immer mehr Mitarbeiter ihren Arbeitsort und ihren Kommunikationsstil nach Bequemlichkeit und Komfort wählen. Auch gibt es weniger ungeplante Begegnungen in der Arbeitswelt. Unerwartete und persönliche Begegnungen sind jedoch der Schlüssel, um sich mit anderen auszutauschen, Missverständnisse zu klären, Kollegen zu helfen, Veränderungen zu verstehen und neue Perspektiven zu eröffnen.

4. Wie können Unternehmen und Führungskräfte das Wohlbefinden und die geistige Fitness fördern, die Mitarbeiter für ihre Leistung benötigen?

Die Bedeutung sozialer Kontakte hat im vergangenen Jahr zugenommen. Unternehmen und Einzelpersonen werden neue Formen der Kommunikation und Gemeinschaft in der virtuellen und physischen Umgebung schaffen. Einsamkeit könnte sich für einige Mitarbeiter verschlimmern, wenn der Austausch und auch der persönliche Austausch ausbleiben. Man darf nicht vergessen: Wohlbefinden ist die Grundlage für die Leistung am Arbeitsplatz.

5. Wie etabliert man eine Unternehmenskultur, in der sich jeder als nützlich und wertvoll empfindet?

Ganz wichtig wird die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben sein. Mehrjährige Untersuchungen, die BetterUp vor der Pandemie durchgeführt hat, haben ergeben, dass die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben für Remote-Mitarbeiter schwieriger ist als für Mitarbeiter, die persönlich anwesend sind. Vor der Pandemie war es für Mitarbeiter im Homeoffice schwerer, Sinn und Zweck in ihrer Arbeit zu finden. Dies könnte mit einem verminderten Gefühl der Zusammenarbeit zusammenhängen: Da es keine gemeinsamen Räume für Begegnungen gibt, kann der direkte Einfluss auf Unternehmenserfolge durch die eigene Arbeit noch schwerer erkannt werden. Zugehörigkeit im Team weckt das Potenzial eines Mitarbeiters.

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