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Vorteile von Peering 5 gute Gründe für Peering

| Autor / Redakteur: Dr. Thomas King / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Unter Peering versteht man die Zusammenschaltung von Internet Service Providern, Content Providern, Netzwerk Service Providern und Unternehmen mit eigenem Netzwerk an einem Internetknoten. Aber warum eigentlich Peeren? Fünf Vorteile gegenüber Alternativen wie Transit sprechen dafür.

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Peering ist der in der Regel kostenneutrale Austausch von Daten.
Peering ist der in der Regel kostenneutrale Austausch von Daten.
(Bild: © – profit_image – stock.adobe.com)

Damit das Internet funktioniert, tauschen alle möglichen Netzwerke wie Carrier, Internet Service Provider (ISPs) und Netzbetreiber Daten aus. Dieser Datenaustausch geschieht entweder im Rahmen einer beidseitigen Bezahlung (für Transit/Upstream) oder auf kostenneutraler Basis, was als Peering bezeichnet wird.

1. Geringere Kosten, höhere Qualität

Peering hilft dabei, die AS-Pfade (autonomes System) zu anderen Netzen im Vergleich zum klassischen IP-Transit zu verkürzen. Dabei kann es vorkommen, dass das Zielnetz ein AS ist, hinter dem bis zum IP-Transit-Upstream etliche weitere AS liegen. Mit Peering lassen sich direkte oder nähere Routen zu interessanten (hochvolumigen) Netzwerken realisieren. Nicht nur wegen der erhöhten Kontrolle und verbesserten Qualität ist Peering die bessere Alternative zu Transit. Oftmals sind auch die Kosten, den Datenverkehr über einen Internetknoten zu routen, günstiger. Ausnahmen sind je nach Einkaufsregion und je nach Nutzungsvolumen der Peering- und Transit-Ports möglich. Aber jenseits der Kostendiskussion hat gepeerter IP-Datenverkehr in jedem Fall das bessere Qualitätsniveau.

2. Sinkende Latenz

Bei der Internetqualität geht es um Latenz, Paketverluste und Durchsatz. Kurze Pfade zu allem, was in der Nähe ist, sind entscheidend. Die Latenz ist einer der wichtigsten Faktoren in IP-Netzwerken im Hinblick auf Stabilität und Anwendungen wie VPN, MPLS, Gaming, Terminalserver-Nutzung, Sprachverbindungen, VoIP-Verbindungen, DNS, HTTP, Streaming und viele andere. Transit bedeutet in den meisten Fällen einen unbekannten, unvorhersehbaren und intransparenten Datenweg. Mit Peering erhalten Unternehmen die Kontrolle darüber, wo ihr Netzwerk Daten mit anderen wichtigen Netzwerken austauscht. Sie kontrollieren die Übergabe des Traffics (welche Stadt, welcher Internetknoten) und haben die Kontrolle über ihren Backhaul und die Peering-Port-Nutzung. Da das korrespondierende Netzwerk ebenfalls Kontrolle über dieselben Parameter hat, gewährleistet dies eine kontrollierte Ende-zu-Ende-Abwicklung der Verkehrsströme.

3. Gesteigerter Datendurchsatz

Der Transport von Daten über Transit-Carrier erfolgt über eine private Netzwerkverbindung (PNI) zwischen den beteiligten Tier1- oder Tier2-IP-Carriern. PNIs bedeuten Kosten, Arbeit, Wartung und Organisation zwischen diesen Carriern. Daher erfolgen Upgrades von PNIs zwischen großen Carriern nicht immer rechtzeitig. Datenverkehr über überlastete PNIs zu senden, wird trotzdem eine Zeit lang funktionieren, auch ohne merkliche Latenz oder Paketverlust. Aber das wird in jedem Fall eine begrenzte Datenrate pro User mit sich bringen. Wenn User also Videos oder Streaming-Dienste über das Internet nutzen, kann es zu vielen Unterbrechungen durch Buffering-Phasen und zu einer schlechten User Experience kommen. Bei der Nutzung von Peering-Diensten sorgt dagegen der Internetknoten dafür, dass immer ausreichend Bandbreite zur Verfügung steht.

4. Höhere Stabilität

Während IP-Transit immer nur ein Best-Effort-Verfahren ist, bietet Peering direkten Zugang zu vielen Traffic-Partnern, ohne dass andere Netzwerke dazwischen liegen. Peering-Präsenzen sind in vielen Netzen zentrale POPs des Netzes. Das bedeutet Redundanz bei Backhauling, Router-Hardware und Peering-Ports. Die Präsenzen an Internetknoten sind das Herzstück der weltweit wichtigsten Content-, Gaming-, Streaming- und Social-Netzwerke und werden daher gut gepflegt. Durch die direkte Anbindung an Internetknoten sichern sich Unternehmen die Traffic-Routen zu diesen wichtigen Netzwerken. Wenn es einen Ausfall beim Peering gibt, kann man auf die IP-Transit-Anbindung zurückgreifen. Abgesehen davon erhalten Unternehmen ein besser funktionierendes Netzwerk, dank weniger Latenz, weniger Jitter, weniger Paketverlust und mehr Durchsatz, was sich ebenfalls stark auf die Stabilität eines Netzwerkes auswirkt.

5. Zusammenarbeit mit Partnern

Dr. Thomas King.
Dr. Thomas King.
(Bild: DE-CIX)

Unternehmen, die Peering nutzen, haben damit eine direkte Netzwerk-zu-Netzwerk-Anbindung. In Frankfurt am Main ergibt sich aus der einen Verbindung zum DE-CIX beispielsweise der Zugang zu rund 1.000 Netzwerken. Das bedeutet wiederum nahezu 1.000 potenzielle Partner für Kauf und Verkauf von MPLS-Verbindungen. Es gibt keine zusätzlichen Kosten für teure Glasfaser-Patchkabel oder Probleme durch nicht übereinstimmende Standorte von Rechenzentren.

Über den Autor

Dr. Thomas King ist Chief Technology Officer (CTO) bei DE-CIX.

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