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Im Schatten von 5G 4 Gründe, warum wir 4G nicht aus den Augen verlieren dürfen

Autor / Redakteur: Tom Luke / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

5G – für Mobilfunkbetreiber derzeit das Thema schlechthin: bis zu 100-mal schnellere Datenübertragung als 4G, geringere Antwortzeit und weniger Probleme mit Netzüberlastung. Der Hype um die 5. Mobilfunkgeneration ist groß. 4G hat ausgedient, so scheint es.

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Das Thema 5G überragt derzeit alles. Aus mehreren Gründen gilt es aber, 4G nicht aus den Augen zu verlieren.
Das Thema 5G überragt derzeit alles. Aus mehreren Gründen gilt es aber, 4G nicht aus den Augen zu verlieren.
(Bild: © – Jack Sloop – unsplash.com)

Wenn man sich die Begeisterung um den neuen Mobilfunkstandard 5G vor Augen führt, könnte man zu dem Schluss kommen, der Vorgänger 4G stehe kurz vor der Ablösung. Dass es nicht ganz so einfach ist, wie es klingt, lässt sich erahnen. Es gibt vier Gründe, warum wir 4G nicht aus den Augen verlieren dürfen.

1. 4G stemmt noch immer den Großteil der Verbindungen

Es ist zu früh, 4G als „veraltete“ Technologie zu bezeichnen. Noch 2018 war 4G in Europa für etwa 48 Prozent der gesamten Verbindungen verantwortlich, weitere 33 Prozent fielen auf 3G und 19 Prozent auf 2G. Schätzungen der Industrievereinigung für Mobilfunkanbieter GSMA zufolge könnte 5G im Jahr 2025 für 15 Prozent der Verbindungen sorgen – die meisten Verbindungen würden weiterhin auf 4G basieren.

2. 5G-Anlagen sind noch nicht ausgereift

5G läuft nur auf sehr kurzwelligen, d.h. höheren Frequenzen (derzeit bis zu 3,7 GHz, 4G bisher max. 2,6 GHz). Je höher die Frequenz, desto geringer aber die Reichweite. Die hohe Kapazität und extrem schnellen Up- und Downloadraten von 5G sind dementsprechend nur über wenige Hundert Meter möglich, wobei eine direkte Verbindung zur Zelle erforderlich ist: Fenster, Wände oder Bäume werden also zum Hindernis. Zudem benötigen 5G-Anlagen weiterhin 4G-Verbindungen: Letztere fungieren als „Zubringer“, um Verbindungen an 5G weiterzuleiten.

3. 4G-Ausbau bringt kurzfristig realistische Verbesserungen

Im Frühjahr 2019 hatte die Deutsche Telekom über 300 neue LTE-Standorte in Deutschland eingerichtet. 51.000 Haushalte erhielten dadurch endlich LTE. In Kaufungen bei Kassel z.B. verkürzte sich die durchschnittliche Latenzzeit damit von 63 Millisekunden auf nur 24 Millisekunden. Eine derartige Verbesserung lässt z.B. Video-Calls, Online-Gaming oder Netflix – generell alle Dienste, die auf Streaming basieren – flüssiger und in angemessener Qualität laufen.

Dieses Beispiel zeigt: Upgrades auf 4G sind für die flächendeckende Versorgung und zeitgemäße Mobilfunkgeschwindigkeiten immer noch nötig und sinnvoll. Hinzu kommt: Die meisten Handys sind heute mit LTE-erweiterten Funktionen kompatibel, ganz im Gegenteil zu den bislang wenigen und auch teureren Geräten, die 5G-Frequenzen unterstützen.

4. Nicht jeder profitiert von 5G

Die Mehrheit der Bürger*innen im ländlichen Raum Deutschlands setzt nach wie vor große Hoffnung in die Digitalisierung, um gleichwertige Lebensverhältnisse zwischen Stadt und Land sicherzustellen. Die aktuellen und geplanten 5G-Implementierungen beschränken sich aber zum Großteil noch auf Stadtgebiete. 5G wird zwar auch die ländlichen Regionen erreichen aber bis dahin dauert es noch. Eine konsistente Netzabdeckung mit leistungsstarkem 4G-Dienst sollte also weiterhin größte Relevanz genießen, damit auf dem Weg in eine weiter vernetzte Zukunft auch alle gleichermaßen profitieren.

Fazit

Tom Luke.
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(Bild: Tutela)

Zweifellos hat 5G großes Potenzial. Allerdings wird es bis zur zuverlässigen 5G-Verbindung noch bis zu zehn Jahre dauern. Bis dahin werden vor allem neu entstehende Anwendungsgebiete – z.B. autonome Fahrzeuge oder Smart Factories – von 5G-Verbindungen profitieren. In absehbarer Zukunft werden wir also eine Koexistenz von 4G und 5G benötigen. Die Betreiber stehen in den kommenden Jahren dementsprechend vor der Herausforderung, 4G weiter auszubauen, während sie gleichzeitig mit der 5G-Entwicklung schritthalten müssen.

Über den Autor

Tom Luke ist VP Sales & Partnerships bei Tutela.

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