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Konzepte für die Digitalisierung

4 Erfolgsfaktoren innovativer Unternehmen

| Autor / Redakteur: Martin Otten / Andreas Donner

Unternehmen sollten die Schatten-IT nicht abstrafen sondern aktiv nutzen.
Unternehmen sollten die Schatten-IT nicht abstrafen sondern aktiv nutzen. (Bild: © – robsonphoto – stock.adobe.com)

Mitarbeiter werden durch Roboter ersetzt, Unternehmen treffen Entscheidungen auf Basis von Daten und Datenanalysen prognostizieren unsere Zukunft. Es wirkt fast so, als würde uns die Menschlichkeit ein bisschen fremd werden. Tatsächlich ist nichts weiter von der Wahrheit entfernt.

Es mag widersprüchlich klingen, aber es sind gerade diese menschlich-transzendierten Hilfsmittel, die Unternehmen menschlicher machen als je zuvor. Niemand vergisst wichtige Geburtstage oder die individuellen Vorlieben der Kunden. Um auf deren Bedürfnisse perfekt eingehen zu können, ist es absolut notwendig, Unternehmen digital zu transformieren.

Auf den NextStep-Konferenzen, einer internationalen Konferenzreihe rund um die digitale Transformation, stellten Führungskräfte aus verschiedensten Branchen im Rahmen von Best Practices ihre Erfahrungen mit der Digitalisierung vor. Im Zentrum standen sowohl Business-Aspekte als auch die IT-Technologien, die für die digitale Transformation notwendig sind. Es ist absolut wichtig, dass nicht nur die IT, sondern das gesamte Unternehmen mit innovativen Konzepten arbeitet – was häufig nicht passiert. Auf allen NextStep-Konferenzen kristallisierten sich die folgenden vier Aspekte als unternehmenskritische Erfolgsfaktoren für die Digitalisierung heraus:

1. Schatten-IT aktiv nutzen

Schatten-IT umfasst die gesamte IT (also Soft- und Hardware), die außerhalb der eigenen IT-Abteilung liegt. Allerdings steht dieses Phänomen häufig unter einem schlechten Licht. Recherchiert man online nach dem Begriff „Schatten-IT“, findet man nützliche Tipps, die dabei helfen, diese zu vermeiden oder das Unternehmen davor zu schützen. Doch vielmehr sollten sich Unternehmen die Schatten-IT aktiv zunutze machen. Denn hieraus entstehen oft die besten Initiativen. Anstatt im Geheimen Anwendungen oder Tools zu nutzen, die das Unternehmen offiziell gar nicht billigt, sollte den Mitarbeitern vielmehr der Freiraum und die Akzeptanz zugesprochen werden, selbst Ideen und Tools in das Unternehmen einzubringen, die eine flexible IT-Abteilung wiederum unternehmensweit zugänglich machen kann.

2. Innovations-Hub etablieren

Es ist entscheidend, Innovationen einen entsprechend hohen Stellenwert im Unternehmen einzuräumen. Hiermit jedoch ein Vorstandsmitglied zu beauftragen, ist eine teure und unnötige Angelegenheit. Um Innovation zu möglichst geringen Kosten zu fördern, kann es viel sinnvoller sein, ein Innovationszentrum zu schaffen. Dieser sogenannte Innovations-Hub ist eine Gruppe, die die Kontinuität der Innovation innerhalb des Unternehmens durch Design Thinking, Prototyping, schnelle Iterationen, Tests usw. gewährleistet und fördert. Dieser Hub dient auch anderen Mitarbeitern als Anlaufstelle, um eigene Ideen einzubringen.

3. Innovationskultur fördern

In Anlehnung an den vorherigen Punkt ist es auch wichtig, eine Innovationskultur im gesamten Unternehmen zu schaffen. Dafür ist es notwendig, ein Klima zu etablieren, in dem es keine „falschen Ideen“ gibt. Die Mitarbeiter müssen sich trauen, ihre Ideen mitzuteilen oder sich aktiv an der Innovation zu beteiligen. Gleichzeitig müssen sie jedoch auch über den Innovations-Hub informiert werden. So können sie erkennen, dass jeder einen wichtigen Beitrag leisten kann. Je mehr Ideen sie teilen, desto größer ist die Chance, einen außergewöhnlichen Treffer zu landen.

4. Eigenen Hackathon organisieren

Für einige Unternehmen kommt diese Idee sicherlich sehr überraschend, jedoch kann es wirklich hilfreich sein, einen internen Hackathon zu organisieren. Auf diese Weise können funktionsübergreifende Teams auf eine unterhaltsame und gleichzeitig aktive Weise an der Bewältigung der strategischen Herausforderungen mitarbeiten.

Martin Otten.
Martin Otten. (Bild: OutSystems)

Für die Umsetzung aller vier Aspekte eignet sich der Einsatz einer Low-Code-Entwicklungsplattform. Dabei handelt es sich um ein System, das die Entwicklung von Anwendungen (Apps) durch eine unkomplizierte Drag-and-drop-Modellierung ermöglicht – anstatt mit aufwendigem, manuellem Programmiercode. So lassen sich selbst ausgefallene Ideen sofort testen, ausrollen und optimieren, wobei die Mitarbeiter bei der (Weiter-)Entwicklung eine wichtige Rolle spielen – ganz gleich, ob mit oder ohne IT-Kenntnisse. Low-Code-Frameworks sorgen für eine deutlich höhere Entwicklungsgeschwindigkeit. Unternehmen, die darauf keinen Wert legen, werden schnell feststellen, dass sie hinter der Konkurrenz zurückbleiben – und dass die digitale Transformation an ihnen vorbeizieht. Nicht im Stillstand verharren, sondern stattdessen innovativ weiterdenken und neue Chancen für sich nutzen – das sollte das Motto aller Business-Entscheider sein.

Über den Autor

Martin Otten ist Director Sales DACH und Continental Europe bei OutSystems.

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