Balanceakt Arbeitszeitgestaltung 4-Tage-Woche: kein Traum für alle

Von Sylvia Lösel 2 min Lesedauer

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Flexible Arbeitszeiten sind beim Distributor Bluechip schon lange gang und gäbe. Seit Januar haben die Meuselwitzer auch die 4-Tage-Woche „im Angebot“. Doch diese nutzen beileibe nicht alle Mitarbeiter. Vorstand Sven Buchheim, erläutert warum das so ist und warum die Belegschaft trotzdem glücklich ist.

Sven Buchheim, Vorstand Bluechip(Bild:  Bluechip)
Sven Buchheim, Vorstand Bluechip
(Bild: Bluechip)

ITB: Seit dem 1. Januar 2024 bietet Bluechip die 4-Tage-Woche an. Wie kam es dazu?

Buchheim: Bei Mitarbeitergesprächen 2023 erhielten wir das Feedback, dass sich einige für dieses Modell interessieren. Daraufhin entschied der Vorstand, die 4-Tage-Woche offiziell anzubieten.

ITB: Ist die 4-Tage-Woche für alle Mitarbeiter verpflichtend?

Buchheim: Nein. Bluechip ist bekannt für seine Flexibilität hinsichtlich Arbeitszeit und Arbeitsort. Unsere Mitarbeiter können die 4-Tage-Woche annehmen, müssen es aber nicht.

ITB: Wie viele Mitarbeiter haben denn dieses Modell in Anspruch genommen?

Buchheim: Aktuell machen etwa 5 Prozent unserer Belegschaft von der 4-Tage-Woche Gebrauch. Wir haben 300 Mitarbeiter inklusive 40 Auszubildenden.

ITB: Bei vollem Lohnausgleich?

Buchheim: Im Jahr 2022 haben wir grundsätzlich die Arbeitszeit aller Mitarbeiter von 40 auf 38 Stunden reduziert, und das bei vollem Lohnausgleich. Wer die 4-Tage-Woche in Anspruch nimmt, der darf bei uns maximal 9 Stunden pro Tag arbeiten, um Überlastungen zu vermeiden. Wer sich für diese 36 oder weniger Stunden entscheidet, erhält das Fixum proportional abgesenkt. Die variable Leistungszulage bleibt unverändert.

ITB: Sie haben vorhin erwähnt, dass Sie auch hinsichtlich des Arbeitsorts flexibel sind?

Buchheim: Ja. Grundsätzlich haben die Mitarbeiter die Möglichkeit zu Mobile Work von bis zu 50 Prozent ihrer Arbeitszeit und im Einzelfall auch mehr.

ITB: Gibt es schon Erkenntnisse, wie sich das 4-Tage-Modell auf die Mitarbeiter auswirkt?

Buchheim: Nur positive. Die Mitarbeiter, die das Modell nutzen, fühlen sich flexibler, motivierter, sind ausgeruhter und können den freien Tag beliebig wählen. Es muss also nicht immer der Montag oder Freitag sein.

ITB: Aber für viele ihrer Belegschaft kommt die 4-Tage-Woche eben auch nicht in Frage. Warum?

Buchheim: Gerade Eltern haben beispielsweise eine Betreuung für ihre Kinder, die sich über 5 Tage erstreckt. Deshalb haben sie wenig Interesse an einer 4-Tage-Woche mit einer täglichen Arbeitszeit von mindestens 7 Stunden.

ITB: Wie sieht es bei Bluechip denn mit einem Lebensphasen-Modellen aus?

Buchheim: Wenn Mitarbeiter private Herausforderungen haben, können sie über ein Ausgleichsmodell ihre Arbeitszeit verkürzen, ohne dass wir das vertraglich ändern. Wir als Unternehmen gehen dann in Vorleistung, der Mitarbeiter holt die Zeit nach, wenn es bei ihm wieder möglich ist.

ITB: Vielen Dank für das Gespräch.

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