Suchen

Jet Fusion 3D: Professionelles 3D-Drucksystem von HP 3D-Druck erreicht das Jet-Zeitalter

Autor: Klaus Länger

Im Oktober 2014 hat HP die Multijet-Fusion-Technologie erstmals präsentiert. Nun ist der Jet Fusion 3D serienreif und soll den 3D-Druck revolutionieren.

Firmen zum Thema

Die HP Jet Fusion 3D-Druckerlösung ist serienreif. Laut HP ist der 3D-Drucker trotz halber Druckkosten um den Faktor 10 schneller als bisher verfügbare 3D-Druckersysteme.
Die HP Jet Fusion 3D-Druckerlösung ist serienreif. Laut HP ist der 3D-Drucker trotz halber Druckkosten um den Faktor 10 schneller als bisher verfügbare 3D-Druckersysteme.
(Bild: HP)

Geht es nach HP, dann bricht jetzt das Jet-Zeitalter für den 3D-Druck an. Der Jet Fusion 3D ist der erste 3D-Drucker auf Basis der 2014 angekündigten Multijet-Fusion-Technologie. Mit diesem Druckverfahren, das auf HPs Pagewide-Tintenstrahltechnik basiert, soll der Jet Fusion 3D zehn mal so schnell sein, als alle 3D-Drucker, die bisher auf dem Markt sind. Das Verfahren druckt mit sogenannten Voxels, kleinen Kunststoffpartikeln, die durch eine Flüssigkeit, den sogenannten Fusing-Agent, verbunden werden und dann durch Hitze verschmelzen. Eine weitere Flüssigkeit, HP nennt sie Detailing-Agent, dient zur Erzeugung genau definierter Begrenzungen, um so feine Strukturen mit exakten Kanten zu erzeugen.

Zum Start bringt HP zwei Modelle auf den Markt: Den HP Jet Fusion 3D 3200 Printer mit einer Druckgeschwindigkeit von 3500 cm³ pro Stunde und den 4200 mit 4500 cm³ pro Stunde. Das maximale Volumen der druckbaren Objekte liegt bei beiden Modellen bei 406 x 305 x 406 mm. Neben den eigentlichen Druckern ringt HP noch zwei Zusatzgeräte auf den Markt: Die HP Jet Fusion Processing Station mit und ohne Fast-Cooling-Modul.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 5 Bildern

Der Druckvorgang

Vor dem eigentlichen Druck wird die HP Jet Fusion 3D Build Unit, ein Container auf Rädern, in dem das Werkstück entsteht, in die Processing Unit geschoben und dort mit den nötigen Kunststoffpartikeln betankt. Dann wird die 3D Build Unit in den Drucker eingeschoben und der Druckvorgang gestartet. Die Tanks für die beiden Agents sind im Drucker untergebracht.

Für den Druck wird erst eine feine Schicht aus Voxeln aufgetragen. Dann bewegt sich der eigentliche Druckkopf mit einem Düsensystem ähnlich den Pagewide-Tintenstrahlern über die Kunststoffschicht und bringt an den vordefinierten Stellen den Fusing- und den Detailing-Agent auf. Ein im Druckkopf integriertes Heizelement stabilisiert im selben Schritt den Kunststoff.

Nach dem Druck geht die Build Unit wieder in die Processing Station. Dort fühlen die Werkstücke ab, optional beschleunigt durch das Fast-Cooling-Modul. Anschließend wird das lose Kunststoffpulver enfernt, es kann zu 80 Prozent erneut verwendet werden. Derzeit ist als Material nur ein thermoplastischer Kunststoff mit der Bezeichnung HP 3D High Reusability PA12 verfügbar.

Durch den Einsatz zusätzlicher 3D Build Units kann der Durchsatz erhöht werden, eine Einheit ist Bestandteil des Druckers.

Wachsendes Ökosystem

Laut HP soll der Jet Fusion 3D eine offene Plattform sein, an der sich Partner mit neuen Druckmaterialien und Anwendungen beteiligen können. HP arbeitet hier mit zertifizierten Partner wie Arkema, BASF, Evonik und Lehmann & Voss zusammen. Sie sollen einen „3D Material App Store“ füllen, den HP aufbaut. Zu den Entwicklungspartnern des Drucksystems zählen Nike, BMW, Autodesk, Jabil, Johnson & Johnson, Materialise, Proto Labs, Shapeways und Siemens.

Zukunftsmusik

In der Zukunft sollen neue Materialen und Agents auch den Druck mit farbigen Voxeln erlauben. Auch durchscheinende, flexible und leitende Materialien sollen möglich werden. So könnten auf einem Jet Fusion 3D beispielsweise Schaltungen oder sogar komplette Sensoren für den IoT-Bereich entstehen. Die gewünschten Eigenschaften sollen durch die Kombination spezieller Kunststoffe und Agents entstehen, die allerdings erst entwickelt werden müssen.

Preise und Verfügbarkeit

Die 3D-Drucksysteme von HP sind professionelle Werkzeuge und nicht für Hobbyisten gedacht. Der Preis für den HP Jet Fusion 3D 3200 soll ab 120.000 Euro (UVP) beginnen. Die komplette End-to-End-Lösung ist laut HP ab 145.000 Euro (UVP) erhältlich. Die Auslieferung des HP Jet Fusion 3D 4200 wird gegen Ende des Jahres 2016 beginnen, der 3200 folgt 2017. Für Anfragen hat HP eine Webseite eingerichtet.

(ID:44064066)

Über den Autor

 Klaus Länger

Klaus Länger

Redakteur