Interview mit Jörg Kracke zum Networking-Markt 3Com zündet den Turbo

Redakteur: Sylvia Lösel

Eine Drei-Marken-Strategie, der Eintritt in das Enterprise-Segment und viele neue Produkte - der Hersteller 3Com hatte Anfang des Jahres selbst den Turbo gezündet. Ob die Strategie aufgeht und wie der Markt derzeit gestrickt ist, dazu nimmt Jörg Kracke, Regional Sales Manager, im Gespräch mit IT-BUSINESS Stellung.

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Jörg Kracke ist Regional Sales Director bei 3COM.
Jörg Kracke ist Regional Sales Director bei 3COM.
( Archiv: Vogel Business Media )

Vor drei Monaten hat 3Com die Marke H3C für das Enterprise-Segment auch in Europa eingeführt. In China bereits Marktführer im Bereich Enterprise-Networking, will das Unternehmen auch hierzulande Boden gut machen. „Ziel ist es, innerhalb eines Jahres unseren Marktanteil auf fünf bis sieben Prozent zu steigern“, sagt Jörg Kracke, Regional Sales Manager bei 3Com.

Die Vertriebsstrategie ist allerdings im Enterprise-Segment eine andere als im Volumengeschäft, in dem die Marke 3Com angesiedelt ist. „Mit H3C fahren wir eine 1-Tier-Strategie. Sprich wir nehmen direkten Kontakt mit den Kunden auf. Das ist in diesem Segment auch erwünscht. Dann holen wir aber sehr schnell auch die Reseller ins Boot.“ Für die Zukunft kann sich Kracke auch eine Einbindung der Distribution vorstellen. Für die Kundenakquise hat 3Com eine eigene Mannschaft aufgestellt. Neun Mitarbeiter sind aktuell mit an Bord, fünf weitere sollen noch dazu kommen.

Kunden sind offener

„In diesem Segment spielt uns die Krise in die Hände“, freut sich Kracke. Denn dank sinkender Budgets setzen heute immer mehr Unternehmen auf eine Dual-Vendor-Strategie. Das hat die Konsequenz, dass nicht mehr nur ein Hersteller den Zuschlag für den Aufbau einer Netzwerk-Struktur bekommt, auch andere Mitbewerber werden jetzt in Betracht gezogen. „Keiner muss heute mehr Angst haben, ein Netzwerk aufzubauen, vor allem nicht mit unseren Produkten“, so Kracke.

Denn H3C müsse sich auch hinter dem Mitbewerb nicht verstecken. „Wir haben im Enterprise Bereich ein komplettes Portfolio, Kunden müssen bei uns keine Zusatzoptionen und Lizenzen erwerben, da die Produkte voll ausgestattet sind.“ Dazu komme, dass das Portfolio ein durchgängiges Design hat. Sprich, alle Geräte laufen mit ein- und demselben Betriebssystem und können über die Management-Oberfläche IMC übergreifend verwaltet werden. „Wir mussten keine Zugeständnisse an die Kompatibilität machen, wie andere Hersteller“, erläutert Kracke.

Und schon im September gibt es die nächste größere Ankündigung. „Dann werden wir unser Security Know-how auch in unsere Netzwerk-Produkte einfließen lassen und Netzwerk-embedded-Security ankündigen“, verrät Kracke schon einmal vorab.

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