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| Autor / Redakteur: Franz Graser / Sebastian Gerstl

Musiktausch mit Napster

Aufnahme von Sean Parker aus dem Jahr 2011. Der Co-Entwickler von Napster blieb den wichtigen Entwicklungen des Internets nahe verbunden: Er war einer der ersten Investoren des sozialen Netzwerks Facebook und war maßgeblich an der Namensgebung der Plattform beteiligt.
Aufnahme von Sean Parker aus dem Jahr 2011. Der Co-Entwickler von Napster blieb den wichtigen Entwicklungen des Internets nahe verbunden: Er war einer der ersten Investoren des sozialen Netzwerks Facebook und war maßgeblich an der Namensgebung der Plattform beteiligt. (Bild: Sean Parker 2011 / Amager / CC BY-SA 2.0)

Um die Jahrtausendwende war neben E-Mail und dem Browsen im Web der Musiktausch mit Napster eine der Killeranwendungen des Web. Napster war 1999 von den Brüdern Shawn und John Fanning entwickelt worden. Nachdem die Brüder zusammen mit ihrem Bekannten Sean Parker die gleichnamige Musiktauschböse ins Leben gerufen hatten, verbreitete sich der zugehörige Softwareclient wie ein Lauffeuer im Internet.

Die Anwendung erlaubte es, Listen mit im digitalen MP3-Format gespeicherten Audiodateien ins Netz zu stellen und im Peer-to-Peer-Sharing-Verfahren herunterzuladen. Wer sich bei Napster registrierte – was zwischen 1999 und 2001 rund 80 Millionen Menschen taten –, hatte Zugriff auf eine gewaltige Musikbibliothek und konnte sich abgesehen von den Verbindungsgebühren praktisch kostenlos bedienen. Ein Schuldbewusstsein aufgrund des Verstoßes gegen Urheberrechte hatten zudem nur die wenigsten User.

Die Musikindustrie wurde durch Zufälle auf den Musiktauschdienst aufmerksam. Einige Songs kursierten im Napster-Netz bereits vor der offiziellen Veröffentlichung. Das führte dazu, dass US-Radiostationen Lieder spielten, die es offiziell noch gar nicht zu kaufen gab. Im Jahr 2000 klagte zum Beispiel die Band Metallica gegen die Tauschbörse, weil ihr Song I Disappear auf diese Weise vorzeitig in Umlauf gekommen war und die Musikmanager erschrocken feststellten, dass praktisch alle Titel der Band auf Napster kostenlos verfügbar waren.

Der Klagewelle, die nun auf die Tauschbörse zurollte, waren die Gründer nicht gewachsen. Mitte 2001 wurden die Napster-Server abgeschaltet. Damit war die Episode als Tauschbörse vorbei. Der Name Napster lebt zwar als kommerzeller Online-Musikservice weiter. Die einstige Bedeutung wurde aber nicht wieder erreicht.

In den Fußspuren von Napster folgten weitere Musiktauschnetzwerke von zum Teil zweifelhafter Legalität. So war zum Beispiel der Filesharing-Service Kazaa in Deutschland eine Zeitlang recht populär. Die offizielle Client-Software von Kazaa war jedoch auch als Adware-Schleuder berüchtigt.

Napster-Mitbegründer Sean Parker sollte viele Jahre später noch an einer weiteren maßgeblichen Entwicklung, zumindest periphär, beteiligt sein: er gilt als einer der ersten Investoren in die Social-Media-Plattform Facebook und soll 2011 maßgeblich dazu beigetragen haben, dass die Seite von The-Facebook.com in ihren heute geläufigeren Namen umbenannt wurde.

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