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Ein Weg in 10 Etappen

30 Jahre World Wide Web

| Autor / Redakteur: Franz Graser / Sebastian Gerstl

Java

James Gosling gilt als Vater der Programmiersprache Java.
James Gosling gilt als Vater der Programmiersprache Java. (Bild: Sun Microsystems/Oracle)

Die frühen Websites waren zwar faszinierend, sie hatten aber einen entscheidenden Nachteil: Sie waren statisch. Interaktivität war nur durch das Anklicken von Hyperlinks möglich, die auf andere Seiten verwiesen. Das änderte sich erst durch Techniken wie Javascript oder PHP, die es erlaubten, entweder auf der Client- oder der Serverseite Programmlogik in die Websites zu integrieren. Mitte der neunziger Jahre kam die Programmiersprache Java hinzu, mit der es möglich war, kleine Programme – sogenannte Applets – in Websites einzubetten.

Java war ursprünglich als Embedded-Programmiersprache für TV-Set-Top-Boxen entwickelt worden. Das aufkommende Internet erweiterte jedoch den Anwendungsbereich der Technik ganz entscheidend.

Da Java-Programme in einer virtuellen Maschine (VM) ausgeführt werden und nur diese VM speziell für die Zielplattform geschrieben werden muss, sind Java-Applikationen prinzipiell auf jeder Hardware und jedem Betriebssystem lauffähig. Das bedeutet, dass auch die eingebetteten Applet-Programme nur einmal geschrieben und kompiliert werden mussten und somit weltweit genutzt werden konnten.

Als Sun Microsystems die nach der Kaffeesorte Java benannte Softwareplattform 1995 veröffentlichte, führte der Internet-Boom deshalb auch schnell zu einem Java-Hype. Daran änderten die Nachteile der Applet-Technik zunächst nichts: Die Java-Programme mussten erst einmal über das Netz geladen werden, was bei schmalbandigen Verbindungen durchaus einige Minuten dauern konnte. Zudem waren die frühen Virtual Machines noch nicht sehr leistungsfähig, so dass Java-Applets im Ruf standen, ein zähes Vergnügen zu sein.

All das tat der Java-Begeisterung zunächst keinen Abbruch. Sun veröffentlichte relativ rasch die stark verbesserte Java-2-Plattform, die auch die Entwicklung unternehmensweiter Webanwendungen mit Java unterstützte. Allerdings erwies sich die Java 2 Enterprise Edition als reichlich komplexe Architektur, die als zentrale Komponente einen sogenannten Applikationsserver vorsah. Dieser beherbergte die Geschäftslogik und führte quasi Datenbankinhalte und deren Darstellung im Web zusammen.

Zwar wurden viele Web-Applikationen auf Basis dieser Architektur erstellt, doch die komplizierte Struktur und die mitunter problematische Wartbarkeit führen dazu, dass sich viele mittelständische Betriebe nach anderen Lösungen umsahen.

Skriptsprachen wie PHP, die sich einfach in den HTML-Code einer Website integrieren ließen, boten hier viele Vorteile. Deshalb basieren heute viele Content-Management-Systeme oder E-Commerce-Lösungen auf PHP und anderen Skriptsprachen. Dagegen ist Java gewissermaßen zum Ausgangspunkt zurückgekehrt, denn die meisten Applikationen für das Smartphone-Betriebssystem Android sind in Java geschrieben.

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