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30 Jahre World Wide Web

| Autor / Redakteur: Franz Graser / Sebastian Gerstl

Soziale Medien – Twitter, Facebook und Co.

Twitter, Facebook, Pinterest & Co.: Soziale Medien machen heutzutage einen Löwenanteil des kommerziell genutzten Internets aus.
Twitter, Facebook, Pinterest & Co.: Soziale Medien machen heutzutage einen Löwenanteil des kommerziell genutzten Internets aus. (Bild: Photo Mix auf Pixabay / CC0)

Der Mikroblog-Dienst Twitter ist der kleine Bruder der Blogs, die in dem ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts populär wurden. Twitter erlaubt es seinen Nutzern seit 2006, kurze Nachrichten von maximal 140 Zeichen Länge zu verbreiten. Wer einem User folgt, kann dessen Nachrichten mitlesen und damit an seinem Leben teilhaben. Zudem ist möglich, diese Kurznachrichten auch mit Bildern zu verknüpfen.

Die meisten Twitter-Nachrichten haben mit Banalitäten zu tun. Manchmal aber verändern sie auch die Welt, wie sich am 15. Januar 2009 zeigte. Wenige Tage vor der Amtseinführung von US-Präsident Barack Obama musste ein Airbus A320 der Fluggesellschaft US Airways im Hudson River notwassern.

Glücklicherweise führte Flugkapitän Chesley Sullenberger das Manöver so präzise aus, dass das Flugzeug beim Aufschlag auf das Wasser nicht auseinanderbrach. Zudem war das Wasser des Hudson River an diesem Wintertag recht ruhig, so dass das gewasserte Flugzeug nicht umkippte.

Daher konnten alle Insassen des Fluges gerettet werden. Die New Yorker, die an diesem Tag unterwegs waren, verbreiteten die Nachricht über die Twitter-Clients ihrer Smartphones, so dass die Twitter-User über die Sensation bereits informiert waren, bevor die Nachrichtensender darüber berichten konnten.

Da sich Twitter-Nachrichten über einen Schneeballeffekt fortpflanzen – ein User schreibt die Nachricht, die seine Follower (also Mitleser) dann wiederum als Retweet an ihre Mitleser weiterreichen können und so weiter – kann so eine Meldung innerhalb kürzester Zeit Millionen von Menschen erreichen. Dieser Mechanismus trägt dazu bei, dass in sozialen Medien Nachrichten ein großes Publikum ansprechen – und zwar ganz ohne Mithilfe der großen Nachrichtenmedien. Ein Nachteil ist jedoch, dass sich über Twitter oder Facebook auch ungeprüfte Gerüchte sehr schnell verbreiten können und wichtige Details einer Meldung sehr oft auf der Strecke bleiben.

Seither sind weitere Social-Media-Plattformen entstanden, von denen viele schnell nur noch ein Schattendasein führten, andere - wie Pinterest oder Instagram - sich bereits ebenfalls als fester Bestandteil des modernen Internets etabliert haben. Zwar wurden bestimmte andere Plattformen immer wieder totgesagt - vor allem dem Kurznachrichtendienst Twitter wird immer wieder von neuem ein baldiges Ende herbeigeredet. Unbestrittener Spitzenreiter der sozialen Medien ist und bleibt derzeit allerdings weiterhin Facebook. Auch wenn Konkurrenz durch andere Dienste, Vorwürfe zwecks laxem Umgang mit dem Thema Datenschutz und erst zuletzt eine Anhörung von Facebook-CEO Mark Zuckerberg vor dem US-Kongress die Plattform in letzter Zeit massiv unter Kritik gebracht haben, scheint ein Ende ihrer Dominanz noch lange nicht absehbar.

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