Nutanix - Cloud Usage Report 2021 2021 – die Cloud im Zeichen des Virus

Autor / Redakteur: Dr. Dietmar Müller / Elke Witmer-Goßner

Die Ausgaben für Cloud Computing steigen und steigen, Covid-19 hat sie nur sehr kurz eingebremst, um sie dann umso vehementer anzuschieben. Nicht alle Branchen haben aber gleich auf die Krise reagiert, wie ein Nutanix-Report zeigt.

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Der „Cloud Usage Report 2021“ von Nutanixmisst den „Reifegrad“ anhand der genutzten Cloud-Services – 2020 ist dieser deutlich gestiegen.
Der „Cloud Usage Report 2021“ von Nutanixmisst den „Reifegrad“ anhand der genutzten Cloud-Services – 2020 ist dieser deutlich gestiegen.
(Bild: gemeinfrei© Engin Akyurt / Pixabay )

Nutanix hat die vierte Ausgabe seines Cloud Usage Reports vorgelegt. Er basiert auf der Analyse der öffentlichen Cloud-Zahlen der Nutanix-Kunden für das Jahr 2020 und untersucht, wie sich die Public- und Hybrid-Cloud-Nutzung in den verschiedenen Branchen entwickeln.

Hauptaussage des diesjährigen Reports: Die vergangenen Monate standen ganz im Zeichen des Virus. Während der Großteil der Wirtschaft einen Abschwung erlebte, stieg die Cloud-Adoption aufgrund der inhärenten Vorteile von Remote-Arbeit deutlich an.

„Cloud Computing ist einer der Schlüsselfaktoren, die die Weltwirtschaft am Laufen und die Lieferketten angesichts der Covid-19-Krise in Bewegung gehalten haben. Die Cloud hat die Geschäftskontinuität im Unternehmen dadurch erleichtert, dass Millionen von Mitarbeitern von zu Hause arbeiten und reibungslos auf ihre Daten und Apps zugreifen können, was die Geschäftsmodelle innerhalb weniger Monate radikal veränderte“, so Dipti Parmar, Marketing Consultant bei Nutanix.

Dipti Parmar, Marketing Consultant bei Nutanix
Dipti Parmar, Marketing Consultant bei Nutanix
(Bild: Nutanix)

Der Reifegrad des Cloud-Einsatzes

Wie sah der Einsatz der Cloud im Unternehmen generell gesehen aus? Der Report misst den „Reifegrad“ anhand der genutzten Cloud-Services – 2020 ist dieser deutlich gestiegen. Grundsätzlich gilt: Der durchschnittliche Anwender konsumiert mittlerweile wenigstens 30 Cloud-Services, insbesondere AWS-Kunden zeigen sich einsatzfreudig.

Das verlangt nach geeignetem Personal, sei die Cloud-Nutzung im Vergleich zu On-Premises auch noch so einfach. Von 2019 auf 2020 stieg die Zahl der eingestellten Cloud-Experten in Unternehmen dann auch um 15 Prozent, im „Commercial Segment“ gar um 65 Prozent.

Der Report identifiziert vier Haupttrends bei der Cloud-Nutzung:

1. Beschleunigte Cloud-Adoption durch die Covid-Krise
Es wurde ja schon von vielen Seiten verlautbart: Die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie sind für die IT-Branche segensreich, insbesondere Cloud-Lösungen werden seit eineinhalb Jahren zunehmend nachgefragt. Auch die Gründe dafür sind hinlänglich bekannt: Sie liegen vorrangig in der Unterstützung einer nur noch remote erreichbaren Belegschaft.

2. Nicht alle Branchen sitzen im Cloud-Zug
Die Adaption von Cloud Computing erfolgt in den verschiedenen Branchen unterschiedlich schnell. Laut dem Report waren 2020 die Branchen Technologie, Medien und Telekom – von Nutanix unter „TMT“ zusammengefasst – am aktivsten bei der digitalen Transformation, gefolgt von Finanzdienstleistern und dem öffentlichen Sektor. Branchen wie Manufacturing & Retail reagierten auf den Virus zunächst mit Kürzungen des Cloud-Budgets, weil sie mit einer zurückgehenden Nachfrage rechneten. Mittlerweile sind sie aber wieder zurück auf den Zug geklettert, die Befürchtungen haben sich nicht bewahrheitet. Zudem ließ ihnen der Druck durch das Homeoffice keine andere Wahl.

3. Cloud-Kosten auf dem Prüfstand
Zunächst wurde vehement in Cloud-Services investiert, dann meldete sich der Controller und ließ sämtliche Ausgaben überprüfen. So geschehen in vielen Unternehmen. Nutanix empfiehlt drei einfache Schritte, um die Cloud-Kosten zu optimieren: 1. alte Schnappschüsse löschen, 2. Datastores größenoptimieren und 3. VMs in ausreichender Zahl installieren. Das allein sollte Anwendern helfen, etwa 15 Prozent ihrer Cloud-Ausgaben zu sparen, so Nutanix.

4. Hybrid Multi-Cloud ist die Zukunft
Zu erwarten war es ja längst. Nach der Multi-Cloud und der Hybrid Cloud wird die Hybrid Multi-Cloud künftig die dominante Nutzungsart sein. Das bedeutet verschiedene Public Clouds in Kombination mit einer Private Cloud im hauseigenen Rechenzentrum. Auch hier liegen die Gründe auf der Hand: Nicht jeder Workload ist für die Public Cloud geeignet, also wird ein Zusammenspiel der verschiedenen Cloud-Arten unumgänglich. Gerne werden mehrere Public Clouds genutzt, um einen Vendor-Lock-in zu vermeiden.

Weitere interessante Erkenntnisse: KI, IoT und Blockchain

„2020 war ein Jahr anders als andere“, hält der Report bereits weit am Anfang fest. Während der Lockdown in der ersten Jahreshälfte viele Aktivitäten hemmte, verzeichneten vor allem AWS, aber auch Azure, ein starkes Wachstum. AWS setzt damit seine traditionelle Branchen-Dominanz fort,

Gräbt man im Report etwas tiefer, finden sich weitere interessante Aussagen. So wurden die wichtigsten aufstrebenden Technologien, für die Cloud-Dienste typischerweise verwendet werden, identifiziert. Es handelt sich um Blockchain, Internet of Things (IoT) sowie Künstliche Intelligenz (KI) beziehungsweise Machine Learning (ML):

  • Die Studienautoren merken an, dass die Blockchain-Adoption über eine niedrige Ausgangsbasis verfügt, da fällt Wachstum leicht.
  • Die Ausgaben für IoT verringerten (!) sich dagegen im Kalenderjahr 2020 leicht, möglicherweise aufgrund verändernder geschäftlicher Bedürfnisse in der frühen Phase der Covid-Krise.
  • KI/ML-Dienste zeigen ihrerseits weiterhin ein starkes Wachstum mit einer Zunahme um 84 Prozent allein im vergangenen Jahr. Nutanix rechnet mit einem weiteren steilen Anstieg der Ausgaben im Analytics-Bereich, in dem KI/ML vorrangig eingesetzt wird.

Zusammenfassung

Wie schon von vielen Seiten geäußert, hat Covid-19 der IT-Branche einen Geldsegen beschert. Der vergleichsweise plötzliche Umstieg auf das Homeoffice ließ die Nachfrage nach Cloud-Diensten explodieren. Künftig werden Hybrid Multi-Cloud-Nutzungen dominieren, schon heute kommen in der Regel rund 30 Services pro Unternehmen zum Einsatz.

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