Distri-Award
– Jetzt zur Umfrage!

Suchen

Aus der Rückschau lernen 2020 – Das Jahr der SD-WAN-Erkenntnis

| Autor / Redakteur: Zeus Kerravala / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Viele Unternehmen hofften, dass mit SD-WANs all ihre Netzwerkprobleme auf magische Weise gelöst würden. In der Praxis haben grundlegende SD-WAN-Lösungen diese Anforderungen jedoch nicht erfüllt. Zeit für eine Rückschau: Was haben wir gelernt, und was können wir verbessern?

Firmen zum Thema

Der Hype um SD-WAN hat sich gelegt – Zeit, auf das zurückzublicken, was wir in den vergangenen Jahren gelernt haben.
Der Hype um SD-WAN hat sich gelegt – Zeit, auf das zurückzublicken, was wir in den vergangenen Jahren gelernt haben.
(Bild: © – Photobeps – stock.adobe.com)

Der Ausdruck „Hinterher ist man immer klüger“ könnte für SD-WANs nicht zutreffender sein. Um die letzten Jahre zusammenzufassen: Cloud Computing und Digitale Transformation veranlassten Unternehmen die traditionelle WAN-Technologie, die ihren wachsenden Geschäftsanforderungen nicht mehr gerecht wurde, zu überdenken. Zu diesem Zeitpunkt entwickelte sich SD-WAN zu einer vielversprechenden neuen Technologie.

SD-WAN wurde entwickelt, um das Problem des Traffic-Managements von Hardware zu lösen und die softwarebasierte Bereitstellung aus der Cloud zu ermöglichen. Viele anfängliche SD-WAN-Deployments wurden durch den Wunsch beflügelt, teures Multi-Protocol Label Switching (MPLS) zu ersetzen. Mittlerweile hat sich der Hype um SD-WAN gelegt und die ersten Implementierungen liegen hinter uns. Jetzt ist es an der Zeit, auf das zurückzublicken, was wir in den vergangenen Jahren gelernt haben und was wir im Jahr 2020 verbessern können.

1. Es geht nicht um Kosteneinsparungen

Die meisten Unternehmen wählen SD-WAN als MPLS-Ersatz, da dies die WAN-Kosten senken kann. Die Kosteneinsparungen können jedoch je nach SD-WAN variieren. Daher sollte es nicht der Hauptgrund für die Bereitstellung der Technologie sein. Unternehmen sollten sich stattdessen darauf konzentrieren, die Netzwerkagilität zu verbessern, z.B. eine schnellere Standortbereitstellung zu ermöglichen und die Konfigurationszeiten zu verkürzen. Das Hauptargument für SD-WAN besteht darin, Netzwerke effizienter zu gestalten. Wenn dies erfolgreich durchgeführt wird, ergeben sich die Kosteneinsparungen automatisch.

2. WAN-Optimierung ist erforderlich

Apropos Effizienz: Die WAN-Optimierung verbessert die Leistung des Anwendungs- und Datenverkehrs. Durch die Anwendung von Techniken wie Protokollbeschleunigung, Deduplizierung, Komprimierung und Caching kann die WAN-Optimierung die Bandbreite erhöhen und die Latenz sowie den Paketverlust verringern. Die ursprüngliche Vorstellung war, dass SD-WAN die Notwendigkeit von WAN-Optimierung vollständig überflüssig machen könnte. Doch die Erfahrung hat gezeigt, dass einige Anwendungen zusätzliche Leistung benötigen. Die Technologien ergänzen sich und ersetzen sich nicht. Sie sollten verwendet werden, um verschiedene Probleme anzugehen.

3. Sicherheit sollte nicht erst nachträglich bedacht werden

SD-WAN bietet viele Vorteile. Einer davon ist die Verwendung des Breitbandinternets für Datenverkehr aus Unternehmensanwendungen. Dieser Ansatz birgt jedoch auch Sicherheitsrisiken, da Benutzer und ihre lokalen Netzwerke dem öffentlichen Internet ausgesetzt sind. Sicherheit sollte daher von Anfang an Teil der SD-WAN-Implementierung sein. So können Unternehmen die gewünschte Anwendungsleistung und den gewünschten Schutz erzielen, indem sie Sicherheitslösungen mithilfe von Diensten wie cloudgehosteter Security in der Nähe von Zweigstellen positionieren.

4. Die Sichtbarkeit ist entscheidend für den Erfolg von SD-WAN

Die Transparenz des Anwendungs- und Datenverkehrs macht das Rätselraten im Netzwerkmanagement überflüssig. Der beste Zeitpunkt ist die Phase vor der Bereitstellung, in der Unternehmen ihre vorhandenen und fehlenden Funktionen definieren und bewerten, bevor SD-WAN implementiert wird. Die Sichtbarkeit in Form von täglichem Monitoring und Warnungen spielt nach der Bereitstellung weiterhin eine wichtige Rolle. Unternehmen, die verstehen, was in ihrem Netzwerk vor sich geht, sind besser auf Leistungsprobleme vorbereitet und können dieses Wissen nutzen, um zukünftige Probleme zu vermeiden.

5. Das drahtlose WAN ist noch nicht ausgereift

SD-WAN verbindet User über jeden Transportweg mit Anwendungen, einschließlich Breitband und 4G/LTE. Aus diesem Grund wird die mobile Konnektivität zunehmend in SD-WAN-Lösungen integriert. Während Unternehmen 4G als potenzielle Transportalternative insbesondere an abgelegenen Standorten nutzen möchten, sind die daraus resultierenden Kosten für Pay-per-Use-4G-Dienste hoch. Darüber hinaus kann 4G aufgrund von Latenz- und Bandbreitenbeschränkungen problematisch sein. An dieser Stelle ist Geduld gefragt bis Service-Provider 5G mit besseren Preisoptionen bereitstellen. Im Lauf des Jahres 2020 werden wir 5G-Rollouts sehen und uns mehr auf drahtloses SD-WAN konzentrieren können.

Zeus Kerravala.
Zeus Kerravala.
(Bild: ZK Research)

Über den Autor

Zeus Kerravala ist Gründer und Principal Analyst des Beratungshauses ZK Research. Er verfasst u.a. Artikel für WAN Speak, einen Blog von Silver Peak.

(ID:46652663)