25 Jahre IT-BUSINESS, 25 Jahre IT- und Zeitgeschichte 1996: Schlechtschreibung und Cebit2

Autor Dr. Andreas Bergler

25 Jahre sind gerade in der IT-Branche eine gefühlte Ewigkeit. Massive Veränderungen der Märkte, der Technologien und der Unternehmen haben das letzte Vierteljahrhundert geprägt. Eingebettet in Zeitgeschichte und die Entwicklung der IT-BUSINESS nehmen wir Sie mit auf eine kurze Zeitreise.

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Die „Rächtschraibreform“ sorgt für erbitterte Verbalattacken.
Die „Rächtschraibreform“ sorgt für erbitterte Verbalattacken.
(Bild: © lassedesignen - Fotolia)

Deutschland ist Europameister – leider nur im Fußball. Die Volleyballer dagegen schaffen es nicht einmal in die Vorrunde der World League. Die rechtskräftige Rechtschreibreform sorgt für Proteststürme (heute würde man Shitstorm sagen), eine 80-Millionen-Kampagne soll die T-Aktie unters Volk bringen, und die BER-Gesellschafter legen den Eröffnungstermin für den geplanten Berliner Flughafen aufs Jahr 2007(!) fest. Erstmals taucht der Begriff „Müll-Mafia“ in den Schlagzeilen auf.

Ausgerechnet in dem Jahr, in dem UNICEF 50-jähriges Bestehen feiert, wird Belgien von einem Kinderschänder-Skandal erschüttert, in den die Polit- und Wirtschaftsprominenz verstrickt ist. 1996 ist auch ein schwarzes Jahr für den zivilen Flugverkehr: viele Hundert Passagiere sterben in abstürzenden oder kollidierenden Maschinen. In den USA wird Bill Clinton wiedergewählt und feiert fröhlich mit Frau und Tochter.

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Die IT-Branche und Technologien

Der Bus kommt: USB ersetzt als neuer Bus-Standard eine Vielzahl unterschiedlicher Schnittstellen zum Anschluss von Zubehör an den PC. Anfang des Jahres kommen die ersten DVDs und deren Abspielgeräte in den Handel. Ende des Jahres erscheinen sogar schon die ersten DVD-Brenner.

Etwa 40 Millionen Menschen sind nun weltweit mit dem Internet verbunden. Rein geht es nur via Modem, das als Peripheriegerät den PC mit der Telefonleitung verbindet. Im Gebrauch des Internets kündigt sich etwas an, das Jahrzehnte später als Revolution in der gesamten Medienlandschaft empfunden wird: Der einzelne Anwender bleibt nicht mehr bloßer Informations-Empfänger, sondern entwickelt sich zum aktiven Teilnehmer im Netz – und damit zum Erzeuger großer Datenmengen. Rund 20.000 Diskussionsforen gibt es bereits weltweit. Passend dazu nimmt „BackRub“ den Echtzeit-Betrieb auf – und wird zwei Jahre später in den drolligen Namen „Google“ umbenannt.

Die Foto-Branche steht vor einem radikalen Umbruch. Digitalkameras werden zur Massenware und drängen die analogen Fotoapparate vom Consumer-Markt. Sie haben keine zehn Jahre, bis sie selbst wiederum durch hochauflösend knipsende Handys verdrängt werden.

Apropos Consumer: Da die Hannoveraner Messehallen aus allen Nähten platzen, teilen die Macher der Cebit, des „weltweit größten Spektakels der Branche“, wie sie gern und oft genannt wird, ihre Messe auf: in die normale Cebit für die professionelle IT-Nutzung und eine Cebit Home für das private IT-Vergnügen. Noch besitzen in Deutschland weniger als 15 Prozent aller Haushalte einen PC, und die Hardware ist extrem teuer. Im Vergleich zu heute muss der Kunde im Jahr 1996 für einen CD-Brenner etwa 30 mal so viel hinblättern – natürlich mit der Brenn-Performance von 1996.

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