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5G-Frequenzauktion

1&1 Drillisch steigt ins Netzbetreibergeschäft ein

| Autor: Sarah Böttcher

Bei der 5G-Frequenzauktion will nun auch 1&1 Drillisch mitmischen.
Bei der 5G-Frequenzauktion will nun auch 1&1 Drillisch mitmischen. (Bild: © zatevakhin - stock.adobe.com)

Die Anmeldefrist für die 5G-Auktion der Bundesnetzagentur im Frühjahr dieses Jahres ist beendet. Neben den Netzriesen hat auch 1&1 Drillisch beschlossen, ins Rennen um die 5G-Frequenzen zu gehen und ein eigenes Mobilfunknetz aufzubauen.

Der finale Entwurf für die 5G-Frequenzauktion der Bundesnetzagentur (BNetzgA) stieß vor allem bei den Netzriesen auf heftigen Widerstand. Anfang des Jahres reichten die Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica sogar eine Klage gegen das verschärfte Regelwerk ein. Auch Neueinsteiger, wie beispielsweise United Internet, zeigten sich kurz nach der Bekanntgabe des Regelwerks kritisch und unentschlossen. Man habe sich bei „den Vergabebedingungen ein stärkeres Bekenntnis zu mehr Wettbewerb gewünscht,“ äußerte sich Ralph Dommermuth, Gründer und CEO der United Internet AG, über den finalen Entwurf.

Die Klage richtet sich unter anderem auch gegen die Regelungen zum Thema „Nationales Roaming“. Die Bundesnetzagentur drängt hier auf eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Telekom und Co. und deren Wettbewerbern, sieht jedoch kein „Nationales Roaming“ vor. Der finale Entwurf spricht von einem „Verhandlungsgebot zu Kooperationen“. Alteingesessene Netzbetreiber müssen demnach Mitbewerbern wie United Internet zwar nicht ihre Netze öffnen, jedoch über die Mitnutzung der Netze verhandeln. Falls Telekom und Co. nicht oder nicht ausreichend kooperieren sollten, kann die Bundesnetzagentur als Schiedsrichter eingreifen und Buß- sowie Zwangsgelder verhängen. Die Netzriesen bezeichnen dieses Vorgehen als „rechtswidrig“. Die Vergaberegeln sehen zudem spezielle Ausnahmeregeln für Neueinsteiger vor, um diese finanziell nicht zu überfordern. Auch dagegen klagen die Telekom und Co.

Die Rolle von United Internet

Bei 1&1 Drillisch, einem Tochterunternehmen von United Internet, handelt es sich um einen Mitbewerber der großen Netzbetreiber, der über keine eigene Netzinfrastruktur verfügt. Für seine Mobilfunkangebote mietet das Unternehmen fremde Netze an. Dommermuth kritisierte an dem finalen Entwurf der BNetzgA, dass keine Diensteanbieterverpflichtung sowie verpflichtendes „Nationales Roaming“ vorgesehen wurden. Um zu investieren, benötigen Neueinsteiger laut United Internet jedoch ein klares Zugeständnis der Behörde, auf das sie sich während der Aufbauphase eines 5G-Netzes verlassen können. Der Zugang zu bestehenden Netzen – Stichwort „Nationales Roaming“ – sei „in vielen Ländern selbstverständlich und die zwingende Voraussetzung für den Einstieg eines vierten Netzbetreibers“, so Dommermuth weiter. Sehr lang war unklar, ob sich United Internet beziehungsweise 1&1 Drillisch an der Auktion beteiligen wird.

1&1 Drillisch will Netzbetreiber werden

Nach „intensiver Prüfung von Vergabebedingungen und Marktumfeld“ hat der Vorstand und Aufsichtsrat der zuständigen Tochtergesellschaft 1&1 Drillisch die Teilnahme an der 5G-Frequenzauktion beschlossen. Dommermuth erklärt dazu: „Wir haben in den vergangenen Monaten für mehr Wettbewerb und die daraus entstehenden Impulse für einen schnellen 5G-Ausbau in Deutschland geworben. Nun wollen wir die Grundlage schaffen, um als vierter Netzbetreiber im Mobilfunkmarkt dazu beizutragen, dass es Deutschland gelingt, 5G-Leitmarkt zu werden.“

Mit dem Aufbau eines eigenen Netzes sollen dem Telekommunikationsunternehmen zufolge die Kosten für die Anmietung fremder Netze künftig reduziert und internalisiert werden. Dadurch würden sich „weitreichende finanzielle Spielräume für Investitionen“ ergeben. „Wir wollen noch bessere Angebote für unsere Kunden entwickeln und Unternehmen wie Startups die Grundlage für das ‚Internet of Things‘ zur Verfügung stellen,“ führt Dommermuth weiter aus.

Vorteile für Endverbraucher

Nun stehen also vier Telekommunikationsunternehmen im Rennen um die 5G-Frequenzen. Die Bundesnetzagentur muss nun, nach dem Ende der Anmeldefrist für die Teilnahme an der Auktion, die Unternehmen prüfen und für die Auktion zulassen. Für Endverbraucher bringt der Einstieg von 1&1 Drillisch auf lange Sicht Vorteile: Durch den neuen Konkurrenten wird der Wettbewerb angefacht, wodurch die Leistung verbessert und auch der Preis gesenkt wird.

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