IT-Know-how im Unternehmen und Technologie-Infrastruktur als Teil des Geschäftsmodells

Wie sich die Corporate-IT der Zukunft aufstellen muss

| Autor / Redakteur: Thomas Wittbecker * / Florian Karlstetter

Um auch in Zukunft konkurrenzfähige IT-Plattformen betreiben zu können, ist eine hoch skalierbare Infrastruktur und mehr IT-Know-how im eigenen Unternehmen gefragt.
Um auch in Zukunft konkurrenzfähige IT-Plattformen betreiben zu können, ist eine hoch skalierbare Infrastruktur und mehr IT-Know-how im eigenen Unternehmen gefragt. (Bild: Adacor)

Der knallharte Wettbewerb von traditionellen Großunternehmen gegen Internet-Unternehmen wird zunehmend durch den intelligenten Umgang mit IT-Plattformen entschieden. Telekommunikationsanbieter, Handelsunternehmen und Dienstleister sollten in Zukunft wieder mehr IT-Know-how im Unternehmen aufbauen und vor allem die Technologie-Infrastruktur als Teil des Geschäftsmodells ansehen.

Die meisten Großunternehmen betrachten IT-Infrastruktur heute als „Commodity“. Es wird viel ausgelagert, man kauft immer mehr IT-Services ein und macht immer weniger selber. Einige Analysten sehen schon das Ende der klassischen IT-Abteilung kommen. Auf der anderen Seite bekommen immer mehr Großunternehmen vermehrt Konkurrenz aus dem Internetlager. Dies dürften Banken und Kreditkartenunternehmen gerade schmerzlich bei Paypal beobachten. Ebenso bekommen die großen Handelsunternehmen immer mehr Druck von Amazon zu spüren. Amazon ist von deutschen Versand- und Handelsunternehmen offensichtlich nicht zu schlagen.

Entgegen dem aktuellen Trend bedeutet das, dass viele Großunternehmen nicht weniger, sondern mehr und anderes IT-Know-how im eigenen Unternehmen benötigen! Amazon dominiert nicht wegen seiner Marktmacht oder dem Preisgefüge, sondern weil Amazon eine hundertprozentige Internet-Company ist. Von der Website bis zu den Logistikprozessen entwickelt und betreibt Amazon alle Plattformen selber. Dieses Know-how hat kein Mitbewerber und das führt zu einem riesigen Vorsprung.

Um diesem Trend entgegenzuwirken und nicht abgehängt zu werden, brauchen Konzerne konkurrenzfähige IT-Plattformen. Im Prinzip müssen auch viele klassische Großunternehmen heute im Kern ein internetbasiertes Technologieunternehmen sein. Worin unterscheiden sich denn Dienstleistungsunternehmen wie Versicherungen oder Banken von Internetunternehmen? Deren Produkte sind größtenteils virtuell und werden in Form von Software abgebildet. Müsste sich nicht jeder CIO genau anschauen, was Internetunternehmen anders machen als die eigene IT?

Die wichtigen technischen Impulse für wirklich hoch skalierende Infrastruktur kommen mittlerweile von Internetunternehmen wie Google, Amazon oder Facebook und nicht von typischen Corporate-IT-Dienstleistern wie IBM oder HP. IT-Abteilungen großer Konzerne verfolgen bei der Entwicklung ihrer Infrastruktur völlig andere Strategien als erfolgreiche Internetunternehmen. Schaut man sich die strategischen Unterschiede im Detail an, lässt sich erkennen, warum die meisten Unternehmen die Strategien von Internetunternehmen nicht übernehmen.

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