Die Präsenzkultur hat bald ausgedient

Vor- und Nachteile flexibler Arbeitsmodelle

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Andreas Donner

Polycom ist überzeugt: Die Tage starrer Präsenzkultur sind gezählt. Dies wäre das Ende des Großraumbüros.
Polycom ist überzeugt: Die Tage starrer Präsenzkultur sind gezählt. Dies wäre das Ende des Großraumbüros. (Bild: Polycom)

Arbeitnehmer und Arbeitgeber profitieren gleichermaßen, wenn sich Unternehmen von klassischen Arbeitsmodellen verabschieden. Das zeigt die aktuelle Studie im Auftrag von Polycom, für die rund 25.000 Erwachsene in zwölf Ländern, darunter 2.015 aus Deutschland, befragt wurden.

Angetrieben von globaler Konkurrenz, immer kürzeren Innovationszyklen und dem digitalen Wandel sehen sich immer mehr Unternehmen damit konfrontiert, alte Arbeitsmuster zu überdenken. Den Wettbewerb um begehrte Talente entscheiden häufig diejenigen für sich, die ihren Mitarbeitern mehr Freiräume bieten.

Mehr Produktivität und höhere Lebensqualität

Die Zahlen sprechen für sich: Dürfen Arbeitnehmer in Deutschland entscheiden, von wo aus sie ihre beruflichen Aufgaben erledigen, haben sie automatisch eine bessere Kontrolle über ihre Work Life Balance (71 Prozent der Befragten) als diejenigen, die Tag für Tag im Büro anwesend sind. 51 Prozent der Studienteilnehmer gaben zudem an, dass sie im Homeoffice produktiver arbeiten können. 45 Prozent nutzen flexible Arbeitszeiten, um körperlich fit zu bleiben oder Hobbys nachzugehen. Weitere 41 Prozent profitieren davon, Kindererziehung und Beruf besser unter einen Hut zu bringen, während sich 21 Prozent der Pflege kranker Angehöriger widmen können.

Allerdings sind längst noch nicht alle Beschäftigten hierzulande bekennende Fans der Telearbeit: Hätten sie die Wahl, würden 42 Prozent der Befragten am liebsten im Einzelbüro arbeiten und nur 39 Prozent tatsächlich Homeoffice, Cafés oder den Park bevorzugen. Die Gründe dafür sind unterschiedlich: 60 Prozent der deutschen Studienteilnehmer befürchten, durch flexible Arbeitsmodelle und der „Always-on-Mentalität“ ungewollt Mehrarbeit leisten zu müssen. Gleichzeitig sind sie jedoch überzeugt, dass sich diese Problematik durch klare Richtlinien seitens des Arbeitgebers leicht aus dem Weg räumen ließe.

Viele fürchten Vorurteile durch Chef und Kollegen

International betrachtet befürchten 62 Prozent der Befragten (Deutschland: 57 Prozent), dass sie im Homeoffice als weniger fleißig gelten könnten als ihre Kollegen im Büro. In der Generation der Millennials teilen sogar 66 Prozent diese Ansicht. „Für uns ist das ein Beleg dafür, dass flexible Arbeitsmodelle nicht ohne Weiteres eingeführt werden können. Vielmehr müssen Prozesse, Leitbilder und Führungskulturen in Unternehmen entsprechend angepasst und flexibles Arbeiten in den Arbeitsalltag integriert werden“, sagt Jens Brauer, Area Sales Vice President Central Europe bei Polycom. „Abhilfe schafft hier ein Wandel des Führungsstils hin zu ergebnisorientiertem Denken, gestützt von modernen Collaboration-Tools.“

73 Prozent der befragten Deutschen nutzen Collaboration-Technologien, um sich mit Kollegen an anderen Standorten auszutauschen, über ein Drittel greift sogar mehr als dreimal pro Tag zur Videokamera. 87 Prozent bestätigen, dass solche Lösungen vor allem die Produktivität in Teams steigern, die über mehrere Standorte verteilt sind. 60 Prozent gaben an, dass Videokonferenzen dabei helfen, die Kollegen besser kennenzulernen und Beziehungen zu ihnen aufzubauen.

„Die starre Präsenzkultur hat bald ausgedient, davon sind wir überzeugt“, sagt Brauer. „In Zukunft findet die überwiegende Zahl der Meetings virtuell statt. Ein regelmäßiger Videoaustausch mit Kollegen und dem Chef ermöglicht es, trotz Arbeiten abseits des Büros sichtbar zu bleiben.“

Über die Studie

Die Studie The Changing World of Work: 2017 Global Workforce Survey wurde von Polycom in Auftrag gegeben und von Morar Consulting durchgeführt. Dafür wurden Daten von 25.234 Konsumenten in Australien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Japan, Kanada, Russland, Singapur und den USA erhoben.

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