Kooperationen, Freemium-Modell, Offenheit für zahlreiche Plattformen

Von der Vision zur Realität: Die Microsoft-Zukunft

| Autor: Sylvia Lösel

Die Cloud lockt auch traditionelle Hersteller. Es gilt clevere Geschäftsmodelle für die Zukunft zu entwickeln.
Die Cloud lockt auch traditionelle Hersteller. Es gilt clevere Geschäftsmodelle für die Zukunft zu entwickeln. (© eb-picture - Fotolia.com)

Wer nicht mit der Zeit geht.... Man kennt dieses Sprichwort. Microsoft hat die Zeichen der Zeit erkannt. Offenheit ist ein ganz wichtiges Element, will man in der vernetzten Welt überleben.

Microsoft macht ernst mit seiner Vision „Mobile first, Cloud first“. Neben seinem Betriebssystem und seinen Rechenzentren gilt dies insbesondere auch für Office. Der Austausch und das Bearbeiten von Dokumenten auf unterschiedlichsten Geräten und Betriebssystemen und deren Vorhaltung in der Cloud stellen den Redmonder Konzern allerdings vor große Herausforderungen.

Dropbox für Office-User

Ganz uneigennützig ist dieses hehre Ziel einer durchgängigen Office-Welt natürlich nicht. Angesichts zahlreicher Konkurrenten auf App-Basis will Microsoft damit sein docx-Filesystem auch in der schönen, neuen Cloud-Welt weiterhin etabliert sehen. Dies geht nur mit massiven Veränderungen. Das hat der Konzern verstanden und beschreitet deshalb neue Wege. Die Zusammenarbeit mit Dropbox ist einer davon. Denn obwohl Microsoft mit OneDrive und OneDrive for Business über eigene Cloud-Dienste verfügt, kooperiert man künftig mit dem äußerst beliebten Dienst „Dropbox“. Diese Kooperation gilt für Office 365, also die Cloud-Lösung der Redmonder. Office-365-Anwender können künftig ihre Dokumente in der Dropbox speichern, abrufen und bearbeiten. Die Dateien werden zudem für alle Geräte, von denen aus man auf Dropbox zugreifen kann, synchronisiert. Künftig soll man so zum Beispiel direkt auch von Word, Powerpoint oder Excel aus andere zum Mitarbeiten einladen, indem man ihnen über Dropbox eine Link auf das Dokument schickt. Diese Funktionalität wird in der nächsten Office-Version für die Betriebssysteme iOS und Android möglich sein. Die Interaktion zwischen Dropbox und Office Online soll in der ersten Jahreshälfte 2015 möglich sein. Im Gegenzug soll Dropbox seine Anwendungen in den kommenden Monaten auch für Windows Phone und das Surface Pro 3 anbieten. Den Service gab es bislang für die Betriebssysteme iOS, Android und Blackberry, seit 10. November nun auch für Windows, OS X und Linux.

Offene Welten

Um all dies zu ermöglichen muss auch kräftig an Office selbst „geschraubt“ werden. Dies bedeutet unter anderem, dass die klassischen Office-Funktionalitäten auf allen relevanten Geräten verfügbar gemacht werden müssen, unabhängig von Betriebssystem oder Hersteller. So sollte ein Word-Dokument auf einem iPad genauso bearbeitet werden können wie auf einem Android-Tablet oder einem Windows-Desktop. Eine Besprechung kann auf dem Smartphone gestartet und auf dem iPad fortgesetzt werden. Auch bedarf es Funktionen , die den neuen Lebens- und Arbeitsstilen der Menschen gerecht werden. Hierfür entwickelt der Hersteller Applikationen, die in einem Dual-Use-Szenario sowohl persönliche als auch professionelle Anforderungen gleichzeitig erfüllen. So können zum Beispiel private und arbeitsbezogene Daten parallel genutzt und voneinander getrennt gespeichert und verwaltet werden. Microsoft unterstützt hier erstmals nachhaltig andere Ökosysteme wie iOS oder Android.

Drum prüfe, wer sich bindet

Für Unternehmen bedeutet dieser Ansatz, dass sie eine neue Freiheit beim Bereitstellen und Ausrollen von Hardware bekommen. So ist seit geraumer Zeit Office für das iPad verfügbar. Die Version für Android soll Anfang 2015 folgen. Die Vielzahl der Bereitstellungsmodelle auf unterschiedlichen Geräten ermöglicht Microsoft nur über Office 365. Office 365 ist das Office-Abonnement, das je nach Variante eine Kombination von Cloud-Serviceleistungen und Office-(Web-)Anwendungen ist. Deshalb gilt für Entscheider in Unternehmen: prüfen, ob und für welche Nutzer ein Wechsel auf Office 365 vorteilhaft ist. Doch es reicht nicht, nur die Funktionen auf den Geräten bereitzustellen. Vielmehr bedarf es eines Managements von Inhalten und Geräten. So ermöglicht Office 365 ab 2015 auch das Verwalten von Daten auf mobilen Endgeräten. Diese Funktionen decken insbesondere Grundfunktionen für das Mobile Device Management (MDM) und Bring Your Own Device (BYOD) ab. So lässt sich exemplarisch über festlegen, welcher Nutzer über welche Geräte auf welche Unternehmensdaten zugreifen kann.

Freemium-Einstiegsdroge

„Wir erfinden Produktivität neu, in dem wir den Weg hinterfragen, wie wir Technologien entwickeln und anbieten“ erklärte Microsoft-CEO Satya Nadella unlängst auf einer Veranstaltung in London. Neben all diesen bereits beschriebenen Neuerungen lässt sich die Liste aber noch weiter fortsetzen. So gibt es inzwischen eine kostenlose Version von Outlook für Mac. Auch hat der Konzern eine plattformübergreifende und kostenlose Version von Office auf den Markt gebracht. Dieses Freemium-Modell für Privatanwender dient als „Einstiegsdroge“ und enthält Basisfunktionen. Mehr Möglichkeiten sowie unbegrenzten Speicherplatz gibt es dann bei einem Abo von Office 365. Wer Office 365 abonniert hat, dem steht OneDrive künftig mit unbegrenztem Fassungsvermögen zur Verfügung. Neben derjenigen mit Dropbox ist Microsoft im Mai auch eine Partnerschaft mit Salesforce eingegangen. Erste Lösungen gibt es jetzt. Darunter „Salesforce1 für Windows“ und „Salesforce für Office“ (siehe Kasten).

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10.11.14 - Microsoft hat in wenigen Jahren sein Office-Portfolio von einer auf individuelle Produktivität ausgelegten server- und desktop-zentrierten Produktwelt hin zu einem Service entwickelt, der die Teamarbeit nachhaltig unterstützen soll. Um dieses Ziel einer verbesserten Unternehmens- und Gruppenproduktivität zu erreichen, müssen die Office-Services auf nahezu allen Geräten verfügbar sein. lesen

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