ESXi: Leichter Einstieg in die Welt der Virtualisierung

Kostenlose Virtualisierung mit VMWare vSphere Hypervisor einrichten

20.12.13 | Autor / Redakteur: Thomas Joos / Andreas Donner

Der VMWare vSphere Hypervisor (ESXi) und der vSphere Client ermöglicht einen einfachen und kostenlosen Einstieg in die Welt der Virtualisierung.
Der VMWare vSphere Hypervisor (ESXi) und der vSphere Client ermöglicht einen einfachen und kostenlosen Einstieg in die Welt der Virtualisierung. (Bild: Joos)

Wer an die Virtualisierung mit VMWare vSphere denkt, hat oft die großen, komplexen Editionen im Kopf. Die kostenlose Hypervisor-Edition ESXi lässt sich dagegen sehr leicht einrichten und auch Windows-Admis kommen mit der Lösung schnell zu Recht. Wir zeigen Ihnen, wie Sie ESXi-Hosts zielsicher aufsetzen und verwalten.

Mit der neuen Version vSphere 5.5 bietet VMware einige wichtige Neuerungen für die Virtualisierung. Diese lassen sich auch mit dem kostenlosen Hypervisor nutzen.

In der neuen Version lassen sich bis zu 320 CPUs auf dem Host verwalten, der maximale Arbeitsspeicher darf ab Version 5.5 bis zu 4 TB erreichen; das gilt auch für die kostenlose Version des Hypervisors. Hier fällt die 32-GB-Begrenzung weg. Die Festplatten dürfen eine maximale Größe von 64 TB erreichen. Alles in allem lohnt sich also auch der Einsatz der kostenlosen Version VMware vSphere Hypervisor 5.5. Die Einrichtung ist nicht sehr kompliziert und die Virtualisierungslösung ist schnell einsatzbereit.

Die Verwaltung von virtuellen Festplatten, welche die Größe von 2 TB überschreiten ist nicht ideal gelöst. Der Windows-Verwaltungs-Client von vSphere unterstützt diese nicht, Administratoren müssen die virtuellen Festplatten im Web Client vergrößern. In der neuen Version unterstützt VMware den Windows-Client für die Verwaltung von vSphere-Umgebungen immer weniger. Wichtige Funktionen lassen sich nur noch im Web Client verwalten. Zwar lassen sich mit dem Windows-Client weiterhin auch kostenlose ESXi-Umgebungen verwalten, allerdings nur mit virtuellen Festplatten bis 2 TB. Administratoren müssen hier also auf die kostenlose vCenter Appliance setzen, wenn sie nicht nur webbasiert verwalten wollen.

VMware vSphere Hypervisor installieren

Die ISO-Datei zur Installation vSPhere Hypervisor 5.5 laden sich Administratoren nach einer kostenlosen Anmeldung direkt bei VMware herunter. Bei der Registrierung wird auch eine Lizenznummer vergeben. Diese muss nach spätestens 60 Tage in der Verwaltungskonsole eingegeben werden, um den Server freizuschalten. Ohne diese Nummer läuft die kostenlose Edition 60 Tage lang.

Administratoren können mit vSphere Hypervisor auch vorkonfigurierte Server herunterladen und integrieren. Dazu stellt VMware die Virtual Appliances -Seite zur Verfügung.

Um vSphere Hypervisor einzusetzen, laden Administratoren zunächst die ISO-Datei und brennen diese als Image auf eine CD. Mit dieser wird der Server installiert. Die Installation erfolgt über einen Assistenten der leicht bedienbar ist (siehe Abbildung 1).

vSphere Hypervisor einrichten

Generell verwalten Administratoren vSphere Hypervisor entweder mit dem kostenlosen vSphere Client, VMware vCenter, oder mit PowerCLI, der PowerShell-Erweiterung für vSphere. Am einfachsten ist die Verwaltung zunächst über den vSphere-Client (siehe Abbildung 2). Damit dieser genutzt werden kann, müssen Administratoren auf dem Server zunächst Einstellungen ändern.

Nach der Installation müssen auf dem Server mit Configure Management Network die Netzwerkeinstellungen des Servers festgelegt werden. Haben Administratoren nach der Einrichtung des Servers den vSphere-Client auf einer Arbeitsstation installiert, baut dieser nach Eingabe der IP-Adresse des vSphere-Servers eine Verbindung mit dem Server auf (siehe Abbildung 3).

Als Benutzername wird root und das Kennwort, welches während der Installation vorgegeben wurde, verwendet. Direkt am Server können Administratoren das Kennwort mit Configure Password anpassen. Bei der ersten Verbindung mit dem vSphere-Client erscheint eine Zertifikatwarnung. Diese muss bestätigt werden, damit der Verbindungsaufbau funktioniert. Danach steht die Verwaltungsoberfläche des vSphere Hypervisors zur Verfügung.

Erste Schritte mit vSphere Hypervisor – Lizenzierung

Die Verwaltung des Servers starten Administratoren nach der Verbindung über den vSphere-Client durch klicken auf Bestandsliste. Im ersten Schritt muss dazu die Lizenznummer eingetragen werden, die VMware kostenlos zuteilt:

  • Verbinden Sie sich zunächst über den vSphere-Client mit dem Server.
  • Wechseln Sie auf die Registerkarte Konfiguration.
  • Klicken Sie bei Software auf den Link Lizenzierte Funktionen.
  • Klicken Sie bei ESX Server-Lizenztyp auf Bearbeiten.
  • Aktivieren Sie die Option Diesem Host einen neuen Lizenzschlüssel zuweisen.
  • Klicken Sie auf Schlüssel eingeben.
  • Tragen Sie den Schlüssel ein und bestätigen Sie alle Fenster.

Anschließend sehen Sie im Fenster, dass der Server unbegrenzt lizenziert ist. Lizenzschlüssel für VMware Hypervisor 5 funktionieren auch noch für 5.5 (siehe Abbildung 4).

Virtuelle Netzwerke einrichten und verwalten

Zu Beginn der Einrichtung von ESXi, müssen noch die Netzwerkkarten des Hosts den virtuellen Switches zugewiesen werden. Die Einstellung ist auf der Registerkarte Konfiguration im Bereich Hardware über den Link Netzwerk zu finden.

Hier erstellen und verwalten Administratoren neue Netzwerke und legen fest, welche Netzwerkverbindungen zur Verwaltung dienen, und welche für die virtuellen Maschinen vorbehalten sind (siehe Abbildung 5). Unter dem Menüpunkt Netzwerkadapter sind die physischen Netzwerkkarten des Servers und deren interne Bezeichnung in vSphere zu sehen.

Virtuelle Server mit vSphere-Client erstellen

Auf der Registerkarte Erste Schritte wählen Administratoren aus, ob sie eine eigene virtuelle Maschine erstellen, oder fertige Maschinen aus dem Marketplace herunterladen wollen. Wird auf Erstellen einer neuen virtuellen Maschine geklickt, startet der Assistent. Die Funktion steht auch im Kontextmenü der Registerkarte Virtuelle Maschinen zur Verfügung. Die Option Benutzerdefiniert bietet mehr Einstellungsmöglichkeiten, als die standardmäßige Einrichtung.

Im Assistenten wählen Administratoren, neben dem Namen, den Speicherort, und die VMware-Version aus, unter welcher der Server laufen soll. In diesen Fenstern können meistens die Standardwerte belassen werden. Im Rahmen der Einrichtung legen Administratoren auch das Gastbetriebssystem fest (siehe Abbildung 6).

Die weiteren Fenster entsprechen weitestgehend den Möglichkeiten, die auch in anderen Virtualisierungslösungen zur Verfügung stehen. Alle Einstellungen lassen sich nachträglich ändern. Nach der Erstellung steht der virtuelle Server auf der Registerkarte Virtuelle Maschinen zur Verfügung, oder über die Baumstruktur auf der linken Seite des Fensters. Über das Kontextmenü lassen sich die virtuellen Maschinen starten und auch verwalten.

Betriebssysteme und Serveranwendungen auf virtuellen Maschinen installieren

Um auf einem virtuellen Server Betriebssystem und Serveranwendungen zu installieren, müssen Administratoren die Installationsdateien auf dem Hyper-V-Host zur Verfügung stellen, am besten als ISO-Datei. Die Einstellungen rufen Administratoren über das Kontextmenü des virtuellen Servers mit der Option Einstellungen bearbeiten auf.

Bei CD-/DVD-Laufwerk 1 auf der Registerkarte Hardware wird festgelegt, wo sich die Installationsdateien des Betriebssystems befinden. Durch Auswahl von Hostgerät verwendet der Server den Datenträger, den Administratoren in das DVD-Laufwerk des Hosts einlegen. Administratoren können aber auch sehr leicht ISO-Dateien über den vSphere-Client auf den Server hochladen (siehe Abbildung 7):

  • Verbinden Sie den vSphere-Client mit dem Server.
  • Wechseln Sie auf die Registerkarte Konfiguration.
  • Klicken Sie bei Hardware auf Speicher.
  • Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Datenspeicher des ESXi-Servers und wählen Sie Datenspeicher durchsuchen. Es öffnet sich der Datenspeicherbrowser (siehe Abbildung 8).
  • Klicken Sie auf das Icon mit dem Pfeil nach oben. Mit dieser Option können Sie ISO-Dateien auf den Server laden.

Unabhängig davon, ob Administratoren eine ISO-Datei oder einen physischen Datenträger im Host verwenden, muss in den Einstellungen des virtuellen CD-Laufwerks beim entsprechenden Server noch die Option „Beim Einschalten verbinden“ aktiviert sein (siehe Abbildung 9).

Betriebssystem auf virtuellen Servern installieren und einrichten

Über das Kontextmenü von virtuellen Servern starten Administratoren die virtuelle Maschine (Betrieb\Starten). Die ISO-Datei des Betriebssystems wird dabei als Laufwerk verbunden, und die Installation beginnt. Die Konsole des virtuellen Servers sehen Administratoren durch Auswahl von Konsole öffnen über das Kontextmenü des virtuellen Servers. Mit der Tastenkombination STRG+ALT verlassen Administratoren das Konsolenfenster. Das Konsolenfenster kann – wie bei Hyper-V – geschlossen werden, ohne dass die Installation abbricht.

Ist die Installation des Betriebssystems von virtuellen Servern abgeschlossen, sollten Administratoren die VMware-Tools installieren. Das erhöht die Auflösung des Servers, verbessert dessen Leistung und erleichtert die Verwaltung. Die VMware-Tools installieren Administratoren über das Kontextmenü des virtuellen Servers durch Auswahl von Gast\VMware Tools installieren. Dadurch verbindet der Hypervisor-Host die ISO-Datei der VMware Tools als DVD-Laufwerk (siehe Abbildung 10). Die eigentliche Installation wird im Gastbetriebssystem, durchgeführt. Administratoren sehen im vSphere-Client auf der Registerkarte Übersicht des Servers den Status der VMware Tools.


Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 42460036) | Fotos: Joos

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