20.07.12 | Autor / Redakteur: Beth Pariseau / Ulrich Roderer
Private-Cloud-Management ist das neue Schlachtfeld, auf dem die beiden Giganten Microsoft und VMware jetzt um die Gunst der Unternehmens-IT kämpfen. Das Private-Cloud-Modell bedingt es, dass Unternehmen sich sehr tief an das Angebot eines Herstellers binden müssen, sodass der Vergleich zwischen Virtualisierungsfunktionen dagegen fast irrelevant wird.
Unternehmen, die sich für die Microsoft-Strategie entschieden haben, bekommen ein „All-you-can-eat Buffet“. Der Listenpreis von 3.607 Dollar pro Socket (oder 5.056 Dollar unter dem Enrollment for Core Infrastructure [ECI] Programm) für System Center 2012 Datacenter Edition enthält jetzt den Operations Manager, Configuration Manager, Data Protection Manager, Service Manager, Virtual Machine Manager, Endpoint Protection, Orchestrator and App Controller.
Microsoft bietet darüber hinaus Übergangslizenzen für bestehende Kunden. Jede Lizenz von System Center Virtual Machine Manager (SCVMM) 2008 berechtigt ein Upgrade auf System Center 2012 Suite. Das neue Preismodell von System Center ist ein Schnäppchen.
Die Walsh Group beispielsweise hat sich für Microsofts ECI licenses for System Center 2012 entschieden. „Wir haben die gesamte Suite für alle Geräte lizenziert. Diese Blankolizenz erleichtert uns wesentlich die Arbeit, da wir uns um die Detail des Lizenzmanagements nicht mehr kümmern müssen“, sagt Patrick Wirtz, Manager of Technology Innovation bei The Walsh Group.
Andere sehen in diesem Lizenzmodell eher eine Einschränkung, weil sie alle Teile kaufen müssen.
VMwares Ansatz bietet mehr Flexibilität, kann aber dafür teuer werden, falls Unternehmen das gesamte Paket lizenzieren.
Um das Äquivalent von Microsoft System Center von VMware zu bekommen, müssen Kunden vier separate Produkte lizenzieren: VMware vCloud Director, vCenter Operations Enterprise Level, darin enthalten sind vCenter Configuration Manager, vFabric Application Performance Manager und vCenter Site Recovery Manager (SRM) Enterprise. Ein fünftes Produkt, der vCenter Orchestrator, ist in vCenter enthalten.
Der Listenpreis für eine VMware vCloud Director-Lizenz liegt 3.750 Dollar für ein 25-VM Pack. VCenter Operations Enterprise startet bei 195 Dollar pro VM. VFabric Application Performance Manager beläuft sich auf 360 Dollar pro VM. SRM Enterprise kostet 495 Dollar pro VM. In einem Environment mit 500 VMs, in dem jede VM lizenziert ist, würde das einen Betrag von mindestens 600.000 Dollar kosten.
Diese Preise halten durchaus Kunden davon ab, die VMware-Produkte einzusetzen, auch wenn sie optimal für das Management einer VMware-Umgebung sind.
„Was immer auch andere sagen, das beste Management für vSphere-Umgebungen wird immer ein VMware-Produkt sein. Aber die Anwender sind nicht zufrieden mit dem Lizenzmodell pro VM für vSphere-Produkte“, sagt Maish Saidel-Keesing, Virtualization Administrator einer israelischen Technologiefirma. Nach einigen Anwendern wird es einige Zeit dauern, bis IT-Abteilungen ein Chargeback-Modell für Private-Cloud-Services im Unternehmen einführen, das sich am besten eignet, das pro-VM-Modell umzulegen.
„Das Lizenzieren pro VM von Tools wie SRM macht durchaus Sinn, aber nicht für den Hypervisor oder Management-Tools. Auf dem Weg zu einem Service-basierten Modell macht auch die Lizenzierung pro VM Sinn, allerdings nur, wenn die Kosten auf die einzelnen Abnehmer im Unternehmen umgelegt werden“, sagt Christian Mohn, Senior Infrastructure Consultant bei EVRY Consulting in Bergen, Norwegen.
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