Titelstory Axis

Videoüberwachung auf der Überholspur

| Autor: Dr. Stefan Riedl

Der öffentliche Diskurs rund um das Thema Videoüberwachung bekommt einen neuen Dreh.
Der öffentliche Diskurs rund um das Thema Videoüberwachung bekommt einen neuen Dreh. (Bild: Gina Sanders - Fotolia.com)

Mehrere Entwicklungen treiben gleichzeitig den Markt für IP-Videoüberwachung voran, darunter die Baustelle „innere Sicherheit“, also staatliche Investitionen. Herstellern wie Axis und ihren Systemhauspartnern kommt das zugute – ein Marktüberblick von treibenden Faktoren, der Geschäftslage bis hin zu Berichten aus dem Tagesgeschäft sowie Einblicken in die Margensituation.

Eine sich ändernde Sicherheitslage in Deutschland, die sich in amtlichen Statistiken, Berichterstattung und der öffentlichen Debatte niederschlägt, lässt die Kassen in der IT-Security-Branche klingeln. Gemeint sind hier nicht Firewalls und Antivirus, sondern physische Sicherheit, allen voran Perimeterschutz und ­Videoüberwachung.

Die Auftragsbücher füllen sich, die Umsätze steigen, die Branche frohlockt, wenngleich sich die Umsatztreiber in Form von erhöhten Fallzahlen bei Gewaltdelikten bis hin zur terroristischen Bedrohung keiner wirklich wünschen kann. Dr. Thomas de Maizière, Bundesminister des Innern, stellte im April dieses Jahres die polizeiliche Kriminalstatistik für 2016 vor.

Dr. Thomas de Maizière, Bundesminister des Innern
Dr. Thomas de Maizière, Bundesminister des Innern (Bild: Henning Schacht)

Der Bundesinnenminister sprach davon, dass etwas ins Rutschen gekommen sei und zog die Konsequenz: „Es muss uns allen Sorge bereiten, dass die Gewaltdelikte deutlich zugenommen haben. Gestiegen sind vor allem die Fallzahlen bei gefährlichen und schweren Körperverletzungen.“ Hinzu kommen terroristische Bedrohungen (siehe Kasten „Überwachung gefordert“), die es in dieser Form noch nicht gab.

Eine der Konsequenzen...

Nüchtern betrachtet treiben solche Entwicklungen den Videoüberwachungsmarkt voran. Das Marktforschungsinstitut IHS Research rechnet mit einem Wachstum von jährlich 16 Prozent bis 2019; eine aktuelle Einschätzung der Geschäftslage durch Mitglieder im BHE (Bundesverband Sicherheitstechnik e.V.) ist geradezu rosig: Laut aktueller Frühjahrs-Erhebung ist die Marktsituation der Fach-Errichter für Sicherheitstechnik anhaltend gut. Sie erwarten auch eine positive Entwicklung. Gefragt wurde unter anderem nach der Einschätzung der derzeitigen Geschäftslage. Diese bewerteten Fach-Errichter durchschnittlich mit einem Wert von 1,83 auf der Schulnotenskala. Das Ergebnis liegt damit in etwa bei dem bisherigen Bestwert aus dem Frühjahr 2016 (1,78). „Die Auftragslage am Markt ist insgesamt sehr positiv, etwa zwei Drittel aller Befragten haben hier die Note ‚Gut‘ vergeben“, erklärt Dr. Urban Brauer, Geschäftsführer des BHE.

Ergänzendes zum Thema
 
Überwachung gefordert

Der garantierte Zukunftsmarkt

Videoüberwachung: Die Zeichen stehen auf Umsatzsteigerung.
Videoüberwachung: Die Zeichen stehen auf Umsatzsteigerung. (Bild: 3dkombinat - Fotolia.com)

Zu den Gewinnern dieser Entwicklung zählen in erster Linie Hersteller von IP-basierender Videoüberwachungstechnik wie Siemens, PKE Electronics, Euromicron und der Erfinder der ersten IP-Videokamera, Axis. Dort rechnet man damit, dass bis 2020 der eigene Umsatz im Enterprise-Geschäft jährlich um zehn und der im KMU-Markt um 20 Prozent zulegen wird, so Tanja Hilpert, Director Sales Middle Europe.

Für diese Umsatzsteigerungen sorgen Fach-Errichter wie Harald Philipp, Gründer und Inhaber von HPC Security. Der Axis-Partner hat die Schwerpunkte Videoüberwachung und Alarmanlagen für klein- und mittelständische Unternehmen sowie für Eigentümer von Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen. Bei Philipp wurde selbst im Jahr 2001 eingebrochen: „Das Gäste-WC-Fenster aus Holz wurde mit einem Bohrer unterhalb des Griffs aufgebohrt. Mit einem Metallstab wurde der Fenstergriff soweit bewegt, bis das Fenster heraussprang. Dann wurde vorsichtig das Fensterbrett abgeräumt. Anschließend wurde ein Kind hineingehoben. Das konnte an den Schuhabdrücken festgestellt werden“, so der Selfmade-Security-Experte. Es wurde damals bei einem Gesamtschaden von rund 90.000 Euro „alles mitgenommen, was nicht niet- und nagelfest war“: Ringe, Geldbeutel samt Papiere, Silberbesteck, Mercedes E300 bis zum Inhalt der Minibar.

„Basierend auf den damals gemachten ­Erfahrungen habe ich mich 2012/ 2013 selbständig gemacht, um aufzuklären und zu schützen – und natürlich um Geld zu verdienen“, so der Axis-Partner.

Lesen Sie auf der nächsten Seite mehr zur Margensituation, dem Tagesgeschäft im Projekt und zur Geschäftslage.

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