Akamai-Bestandsaufnahme: Internet im 3. Quartal 2015

Übertragungsraten: Deutschland holt auf

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Andreas Donner

In Deutschland erfolgten im 3. Quartal 2015 17 Prozent der Anfragen über IPv6. Im weltweiten Vergleich bedeutet dies Platz 5.
In Deutschland erfolgten im 3. Quartal 2015 17 Prozent der Anfragen über IPv6. Im weltweiten Vergleich bedeutet dies Platz 5. (Bild: Akamai)

Wie Akamai im State-of-the-Internet-Report berichtet, machte Deutschland im 3. Quartal 2015 bei der durchschnittlichen Verbindungsgeschwindigkeit mit erreichten 11,5 MBit/s weiter Plätze gut. Der Abstand zu Südkorea (20,5 MBit/s) und Schweden (17,4 MBit/s) bleibt allerdings groß.

Akamai Technologies hat wieder über seine Akamai Intelligent Platform Daten gesammelt, die Einblick in relevante Statistiken zur weltweiten Internetnutzung geben, und daraus seinen State-of-the-Internet-Bericht für das 3. Quartal 2015 erstellt. Der aktuelle Report enthält u.a. Daten zu Verbindungsgeschwindigkeiten, Breitbandverbindungen, schwerwiegenden Internetstörungen, zum Status von IPv4-Verbindungen und der Einführung von IPv6.

Wachstumstrend in Europa setzt sich fort

Die weltweite durchschnittliche Verbindungsgeschwindigkeit stieg gegenüber dem 2. Quartal 2015 leicht an (0,2 Prozent) und erreichte 5,1 MBit/s. Im Jahresvergleich bedeutet dies ein Wachstum von 14 Prozent. Südkorea belegte mit 20,5 MBit/s den Spitzenplatz, gefolgt von Schweden (17,4 MBit/s), Norwegen (16,4 MBit/s) und der Schweiz (16,2 MBit/s). Alle europäischen Länder verzeichneten einen quartalsmäßigen Anstieg der durchschnittlichen Verbindungsgeschwindigkeit. Zweistellige Zuwächse gab es in Norwegen (15 Prozent) und Großbritannien (10 Prozent).

Nach einem Anstieg um 12 Prozent im 2. Quartal 2015 sank die durchschnittliche Spitzengeschwindigkeit im 3. Quartal 2015 leicht um 0,9 Prozent auf 32,2 MBit/s. Im Jahresvergleich jedoch war bei der durchschnittlichen Spitzengeschwindigkeit ein Zuwachs von 30 Prozent zu verzeichnen. Singapur blieb mit einem Wert von 135,4 MBit/s an der Spitze. Platz eins und zwei in Europa belegten Rumänien (72,9 MBit/s) und Schweden (69 MBit/s).

Im 3. Quartal 2015 erreichten 13 europäische Länder eine durchschnittliche Spitzengeschwindigkeit von mindestens 50 MBit/s: Rumänien, Schweden, die Niederlande, die Schweiz, Belgien, Finnland, Norwegen, Großbritannien, Ungarn, Spanien, Irland, Tschechien und Dänemark. Im Vergleich zum Vorjahresquartal verzeichnete Spanien mit 48 Prozent den größten Anstieg, gefolgt von Norwegen (35 Prozent) und Frankreich (34 Prozent). Insgesamt 17 der 20 untersuchten europäischen Länder erzielten zweistellige Zuwächse.

Europa dominiert Top Ten bei Breitbandverbindungen

Weltweit arbeiteten 5,2 Prozent aller eindeutigen, mit der Akamai-Plattform verbundenen IP-Adressen mit einer Breitbandverbindung von mindestens 25 MBit/s – ein Anstieg um 6,3 Prozent gegenüber dem 2. Quartal 2015. Südkorea bleibt weltweit weiterhin Spitzenreiter, den zweiten Platz belegte Schweden mit einem Anstieg um 26 Prozent und einem Anteil von 19 Prozent. Den größten Sprung im Jahresvergleich machte Portugal mit einem Wachstum um 203 Prozent – das entspricht einem Anteil von nunmehr 5,2 Prozent. Der Grund für diese massive Steigerung ist eine Zunahme der Fibre-to-the-Home-Verbindungen in den letzten Quartalen.

Sieben europäische Länder erreichten im 3. Quartal 2015 bei Breitbandverbindungen von mindestens 25 MBit/s die weltweiten Top Ten: Schweden (Platz 2), Norwegen (Platz 3), Lettland (Platz 4), die Schweiz (Platz 6), Finnland (Platz 8), die Niederlande (Platz 9) und Tschechien (Platz 10). Die Quartalszuwächse reichten von 14 Prozent in der Schweiz bis zu 48 Prozent in Norwegen.

Der Anteil der Verbindungen zur Akamai-Plattform, die die Breitbandschwelle von 4 MBit/s überschritten, stieg im 3. Quartal 2015 weltweit um 2,7 Prozent auf 65 Prozent. Neun europäische Länder erreichten eine Adaptionsrate von mindestens 90 Prozent: die Niederlande (95 Prozent), Dänemark (94 Prozent), Rumänien (94 Prozent), die Schweiz (93 Prozent), Schweden (92 Prozent), Belgien (91 Prozent), Finnland (91 Prozent), Österreich (90 Prozent) und Ungarn (90 Prozent).

Im 3. Quartal 2015 waren 27 Prozent aller Verbindungen mit der Akamai-Plattform schneller als 10 MBit/s. Das entspricht einem Plus von 2,4 Prozent gegenüber dem 2. Quartal 2015 und um 19 Prozent im Vergleich zum 3. Quartal 2014. In Europa hatten die Schweiz und die Niederlande mit Adaptionsraten von 61 Prozent bzw. 60 Prozent die Nase vorn. Die Zuwächse in den europäischen Ländern reichten von 11 Prozent in der Schweiz bis zu 77 Prozent in Spanien.

15 Prozent aller Verbindungen im 3. Quartal 2015 mit der Akamai-Plattform waren 15 MBit/s schnell oder schneller und damit „4K-Ready“. Das ist ein Zuwachs um 5,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Im Jahresvergleich stieg die 15-MBit/s-Adaptionsrate um 21 Prozent. In sieben der Top-Ten-Länder reichten die Zuwächse von 8,9 Prozent in Lettland (31 Prozent Adaptionsrate) bis zu 73 Prozent in Norwegen (37 Prozent Adaptionsrate).

Im 3. Quartal 2015 erfolgten in zwölf europäischen Ländern mindestens ein Fünftel der Verbindungen zu Akamai mit einer Geschwindigkeit von 15 MBit/s oder schneller. In all den untersuchten europäischen Ländern gab es Zuwächse. In Spanien (ein Plus von 111 Prozent) und Deutschland (ein Plus von 104 Prozent) hat sich der Anteil der Verbindungen mit mindestens 15 MBit/s mehr als verdoppelt. Weitere sieben Länder brachten es auf ein Wachstum von mindestens 50 Prozent: Norwegen, Dänemark, Portugal, Ungarn, Polen, Frankreich und Italien.

IPv6: Europäische Länder an der Spitze

Nach einem Rückgang der Zahl der eindeutigen IPv4-Adressen im 2. Quartal 2015, die sich mit der Akamai-Plattform verbanden, nahm deren Zahl im 3. Quartal 2015 um 4,8 Mio. zu. Weltweit gab es in nahezu 60 Prozent der untersuchten Länder bzw. Regionen im Vergleich zum Vorquartal eine Zunahme bei den Verbindungen mit IPv4-Adressen. Von den drei europäischen Ländern in den Top Ten verzeichneten Deutschland und Frankreich einen Anstieg um 1,2 Prozent bzw. 0,9 Prozent, während in Großbritannien alles beim Alten blieb.

Die weltweiten Top Ten bei Anfragen an die Akamai-Plattform über IPv6 wurden auch im 3. Quartal 2015 wieder von europäischen Ländern dominiert. Sie belegten mit der größten prozentualen Zunahme bei den Anfragen acht von zehn Plätzen in der Top-Ten-Liste. Trotz eines Rückgangs um 8,4 Prozent blieb Belgien Spitzenreiter – 35 Prozent der Anfragen erfolgten über IPv6.

Spitzenreiter unter den Netzbetreibern mit den höchsten Anteilen an Anfragen an die Akamai-Plattform über IPv6 waren Verizon Wireless (72 Prozent) und Telenet (53 Prozent) aus Belgien; jeweils mehr als die Hälfte der Anfragen an Akamai kamen über IPv6. Bei neun der Top-20-Provider – im 2. Quartal waren es elf – kam zumindest jede vierte Anfrage an Akamai via IPv6. Mindestens 10 Prozent der Anfragen aller 20 Provider kamen über IPv6, im 2. Quartal 2015 war dies nur bei 17 Providern der Fall.

Highlights aus Deutschland, Österreich und der Schweiz

Deutschland erreichte im 3. Quartal 2015 eine durchschnittliche Verbindungsgeschwindigkeit von 11,5 MBit/s – ein Plus von 32 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Damit konnte die Bundesrepublik im weltweiten Vergleich weiter Boden gut machen und gegenüber dem 2. Quartal 2015 um zwei Plätze vorrücken, ist mit Rang 22 im globalen Vergleich und Rang 12 in der EMEA-Region aber nach wie vor weit abgeschlagen.

Der erste Rang in der DACH-Region ging auch in diesem Quartal wieder an die Schweiz, die in der EMEA-Region Platz drei und weltweit Platz vier belegte. Die Eidgenossenschaft erreichte eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 16,2 MBit/s, was einem Jahresplus von 12 Prozent entspricht. In Österreich lag die durchschnittliche Verbindungsgeschwindigkeit im 2. Quartal 2015 bei 11,4 MBit/s. Das bedeutet eine jährliche Zunahme von 9,2 Prozent. Weltweit lag Österreich damit auf Rang 23 und EMEA-weit auf Platz 13.

Bei den durchschnittlichen Spitzengeschwindigkeiten legten die Länder der DACH-Region im Vergleich zum Vorjahr zu. Das größte Plus verzeichnete dabei Deutschland mit 26 Prozent auf 49,2 MBit/s. In der Schweiz gab es eine Steigerung um 15 Prozent auf 62,6 MBit/s und in Österreich um 9 Prozent auf 44 MBit/s.

Der Anteil der Breitbandverbindungen mit mehr als 10 MBit/s belief sich in Deutschland im 3. Quartal 2015 auf 37 Prozent der gesamten Internetverbindungen und stieg damit um stolze 65 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das reichte weltweit für Platz 25 und EMEA-weit für Platz 14. Die Schweiz brachte es auf eine Rate von 61 Prozent, was einem Plus von 11 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht. Das bedeutete weltweit Platz zwei und EMEA-weit Platz eins. Österreich brachte es bei den Breitbandverbindungen mit mehr als 10 MBit/s auf einen Anteil von 33 Prozent und ein Wachstum von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Bei den Breitbandverbindungen mit mehr als 15 MBit/s erreichte die Schweiz einen Anteil von 36 Prozent, bei einer Steigerung um 22 Prozent gegenüber dem 2. Quartal 2014. Das bedeutete weltweit Platz vier und EMEA-weit Platz drei. Deutschland erzielte einen Anteil von 19 Prozent bei einer Steigerung um 104 Prozent gegenüber dem Vorjahrsquartal. Auch Österreich konnte sich im 3. Quartal 2015 auf einen Anteil von 17 Prozent verbessern. Die Steigerungsrate gegenüber dem Vorjahresquartal betrug hier 11 Prozent.

Sie wollen diesen Beitrag kommentieren? Schreiben Sie uns hier

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Kommentar abschicken

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 43796748 / Marktzahlen)