ISDN-Ende macht Umstellung erforderlich

Toplink: Firmen sollten ISDN-Gnadenfrist nutzen

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Andreas Donner

ISDN ist ein Auslaufmodell. Toplink rät Unternehmen, jetzt auf moderne Telefonanlagen umzustellen.
ISDN ist ein Auslaufmodell. Toplink rät Unternehmen, jetzt auf moderne Telefonanlagen umzustellen. (Bild: animaflora – Fotolia.com)

Bei Kunden der Telekom könnte sich die ISDN-Ära bereits in diesem Jahr ihrem Ende zuneigen. Der Cloud-Telefonsystembetreiber Toplink erwartet, dass die Telekom schon 2016 und 2017 in vielen Regionen das ISDN-Angebot einschränken oder gar ganz abschalten wird.

ISDN wird es noch bis 2022 geben, dann wird die Ära mit dem Ausstieg von Vodafone endgültig zu Ende gehen. Die Telekom will sich bereits 2018 von ihrem ISDN-Netz verabschiedet haben. Ursprünglich wurde sogar das Jahr 2015 angepeilt. Toplink-Geschäftsführer Jens Weller rät deshalb den Unternehmen im deutschen Mittelstand, die bis zum Jahr 2018 gewährte Gnadenfrist für die Umstellung auf eine zeitgemäße Telekommunikationslösung zu nutzen.

„Es ist nicht davon auszugehen, dass der Ex-Monopolist die Frist nochmals verlängert“, warnt Weller, der zugleich auch Vorstand im Deutschen Verband für Telekommunikation und Medien (DVTM) ist. Der Telekommunikationsmanager erwartet, dass die Telekom schon 2016 und 2017 in vielen Regionen das ISDN-Angebot einschränken oder gar ganz abschalten wird. Dann müssten Unternehmen ad-hoc-Entscheidungen treffen oder ständen im schlimmsten Fall vor einer lahmgelegten Anlage. Dieses Szenario ließe sich angesichts der Möglichkeiten, die es auf dem Markt gibt, problemlos vermeiden.

Während die Umstellung auf Internet-Telefonie (VoIP) bei Privatkunden von der Telekom vorgenommen werde, seien Unternehmen gezwungen, sich selbst um ihre Telekommunikationsanlagen zu kümmern. „Es empfiehlt sich, diesen Zwang als Chance zu begreifen und die Umstellung selbst zu gestalten, statt sich irgendwann von seinem Telefonanbieter mit der Abschaltnachricht überraschen zu lassen“, meint Weller.

Seit 2013 sei die Deutsche Telekom mit der Ablösung ihres herkömmlichen Telefonnetzes durch eine moderne Internetlösung befasst. Dass das Projekt bis Ende 2015 nicht abgeschlossen werden konnte und die Telekom auch in das Jahr 2016 noch mit dem alten ISDN-Netz geht, zeige beispielhaft, wie komplex die Umstellung auf eine VoIP-Lösung ist.

„Auch bei größeren mittelständischen Unternehmen mit Hunderten oder gar Tausenden von möglicherweise international verteilten Anschlüssen sollte der Wechsel nicht unterschätzt werden“, warnt Weller. Er rät zum detaillierten Vergleich der Angebote, denn viele Cloud-Anlagen würden keine Verschlüsselung bieten, zudem keine Faxe verarbeiten können und keine automatische Überwachung gegen Gebührenmissbrauch kennen.

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