Service-Preisentwicklung 2014 im IT-Markt

Teil 2: Speziallösungen lohnen sich – Consulting noch mehr

| Autor / Redakteur: Sarah Maier / Sarah Maier

Friedrich Pollert, Vorstand von Akcent Computerpartner sowie Leiter der Synaxon Akademie
Friedrich Pollert, Vorstand von Akcent Computerpartner sowie Leiter der Synaxon Akademie (Bild: Synaxon)

Für Arbeiten an Speziallösungen kann mehr abgerechnet werden beim Kunden als für Standard-Service-Leistungen. Doch wie steht es mit Anfahrtspauschalen oder Sonn- und Feiertagszuschlägen? Die Fachhandelskooperation Synaxon hat sich bei ihren Mitgliedern umgehört, und stellt IT-BUSINESS diesbezüglich detaillierte Zahlen zur Verfügung.

Die Fachhandelskooperation Synaxon, unter deren Dach die Marken PC-Spezialist, Microtrend, Akcent und iTeam zusammengefasst sind, hat 367 IT-Unternehmen aus den verschiedensten Ecken Deutschlands nach ihren Service-Preisen gefragt. Der Stundensatz variiert teilweise von 30 bis 165 Euro netto für Standarddienstleistungen bei Gewerbekunden, der Durchschnitt liegt bei 74,32 Euro. Im ersten Teil der Service-Serie hat IT-BUSINESS die Hintergründe dieser Differenzen beschrieben.

Nun bieten IT-Dienstleister nicht nur Standard-Services an. So wird für Speziallösungen für gewerbliche Kunden pro Stunde meist etwas mehr verlangt, wobei auch hier überraschenderweise der Minimalwert 29 Euro beträgt, der Maximalwert lag bei 180 Euro. Im Schnitt verdient ein Unternehmer stündlich 86,45 Euro. Schaut ein Techniker remote auf die Kundensysteme, kostet das zwischen 20 und 200 Euro (Durchschnitt: 75,51 Euro).

Eine Programmierstunde kann im teuersten Fall mit 360 Euro zu Buche schlagen (Minimum 29 Euro, Durchschnitt: 90,93 Euro). Der Tagessatz bei Programmierung variiert von 75 Euro bis 2.880 Euro (Durchschnitt 692,55 Euro). Beim Consulting werden stündlich im Durchschnitt 95,58 Euro verlangt (Minimum 29 Euro, Maximum 750 Euro). Beim Tagessatz liegt das Mittel bei 729,85 Euro (Minimum 56 Euro, Maximum 1.500 Euro).

Die Anfahrt wird teils als Pauschale mit knapp 25 Euro im Durchschnitt berechnet (Minimum 2 Euro, Maximum 125 Euro). Teils wird die Anfahrt per Kilometer berechnet. Hier beträgt der Mittelwert 1,96 Euro pro Kilometer.

Sonn- und Feiertags verlangen die befragten Unternehmen zwischen 16 und 150 Prozent Aufschlag auf ihre Dienste (Durchschnitt: 81,54 Prozent).

All diese Angaben variieren regional stark. So ist der Stundensatz für Programmierarbeiten mit 150,33 Euro in Hamburg am höchsten, gefolgt von 118,39 Euro in Mecklenburg-Vorpommern, wohingegen im Postleitzahlengebiet 01 bis 09 (Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen) 78,79 Euro angesetzt werden. Eine Stunde Consulting ist mit durchschnittlich 260 Euro in München am teuersten, mit 67 Euro am günstigsten hingegen in Mecklenburg-Vorpommern.

Privatkunden

Während bei den Geschäftskunden Netto-Werte abgefragt wurden, sind die Angaben für Privatkunden brutto. Der Stundensatz für Standardleistungen ergab im Durchschnitt 65,93 Euro, bei einem Minimum von 22,61 Euro und einem Maximum von 130,901 Euro. Bei Speziallösungen ergab sich ein Durchschnittswert von 73,86 Euro (Minimum: 22,61 Euro, Maximum: 214,20 Euro). Für die Fernwartung verlangen die Befragten durchschnittlich 65,99 Euro (Minimum: 13 Euro, Maximum: 150 Euro).

Die oftmals genannten Stundensätze um die 30 Euro nennt Friedrich Pollert, Vorstand bei Akcent sowie Leiter der Synaxon Akademie, „absolut nicht betriebswirtschaftlich – selbst bei einem Ein-Mann-Unternehmen. Diese Summe deckt nicht die Ausgaben für Lohnnebenkosten, Versicherung, Buchhaltung und Miete.“

Rüstzeit berechnen

Synaxon fragte die IT-Unternehmen zudem, ob sie die Rüstzeit ihrer Techniker dem Kunden berechnen. Unter Rüstzeit versteht sich die Zeit, die der Techniker nach Erhalt des Auftrages braucht, um Material einzu acken sowie sich über bereits vorhandene Dokumentationen über das Kundenunternehmen zu informieren. Auch das Forschen in Internetforen, um ein Problem beim Kunden zu lösen, gehört dazu.

27 Prozent der Befragten stellen diese Zeit dem Kunden in Rechnung, die Mehrheit mit 61 Prozent allerdings nicht. Zwölf Prozent wollen ihre Abrechnung demnächst in diese Richtung erweitern.

„Im Schnitt werden 66 bis 70 Prozent der Arbeitsstunden eines Technikers von Kunden bezahlt. Es gibt allerdings auch Fälle, in denen es nur 50 Prozent sind“, sagt Pollert. „Um den Überblick zu behalten, was ein Techniker getan hat und was davon verrechnet werden kann, helfen so genannte Ticket-Systeme.“

Ein Anreiz, mehr mit dem Kunden abrechenbare Stunden aufzuschreiben, können außerdem Boni für den Techniker sein. Doch solche Bonussysteme setzen nur ein Viertel der Befragten ein. „Ich frage diesbezüglich oftmals in unseren Seminaren der Synakademie nach“, so Pollert. „Viele IT-Dienstleister haben bereits Versuche mit Boni gemacht, es aber bald wieder eingestellt.“

Lesen Sie auf der nächsten Seite, welche Art von Wartungsverträgen und Managed-Service-Lösungen die Umfrageteilnehmer nutzen.

Inhalt des Artikels:

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