Anbieter setzen auf hochwertige Consulting-Services

Systemhäuser richten sich auf die Prozesse ihrer Kunden aus

| Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Michael Hase / Michael Hase

Viele Geschäftsprozesse in Unternehmen wären heute ohne IT gar nicht möglich.
Viele Geschäftsprozesse in Unternehmen wären heute ohne IT gar nicht möglich. (© AA+W - Fotolia.com)

Die IT verzahnt sich in Unternehmen zunehmend mit dem Geschäft. Für IT-Dienstleister ist es daher umso wichtiger, sich mit den Prozessen ihrer Kunden zu befassen. Weil dazu andere Skills erforderlich sind, verstärken sich viele Systemhäuser personell mit Software-Experten und Consultants.

Die starke Position des Chief Information Officers (CIOs) gerät ins Wanken. Noch hält er in der IT die Fäden in der Hand. Doch laut Prognose von Gartner wird bereits 2017 das Budget, das dem Chief Marketing Officer (CMO) für Informationstechnik zur Verfügung steht, das Budget des CIOs übersteigen.

Ein wesentlicher Grund für diese Entwicklung liegt darin, dass Marketing-Abteilungen zunehmend in digitale Kommunikationsplattformen und in Tools investieren, mit denen sie das Kundenverhalten analysieren. Doch nicht allein der CMO beansprucht ein immer größeres IT-Budget. Laut einer Studie von Capgemini ist der durchschnittliche Anteil der IT-Ausgaben, der direkt durch Fachabteilungen veranlasst wird, im vergangenen Jahr von 16 auf 19 Prozent gestiegen.

Durch solche Verschiebungen von der IT zum Geschäft verändert sich für den Fachhandel der Zugang zu den Kunden. Immer häufiger stammt der Manager, der über eine Investition entscheidet, nicht mehr aus der IT-Organisation, sondern gehört einer Fachabteilung an. Freilich vollzieht sich die Entwicklung nicht über Nacht, und in die meisten Projekte ist die IT-Abteilung nach wie vor eingebunden. Außer Frage steht aber auch, dass IT-Vorhaben zunehmend vom Business angestoßen und vorangetrieben werden. IT ist längst kein einfaches Werkzeug mehr, sondern sie durchdringt heute in vielen Branchen das Geschäft und ermöglicht Prozesse, die sich ohne Technologie gar nicht abbilden ließen.

In der Wertschöpfungskette nach vorn

Im hat man sich auf diese Entwicklung eingestellt. „Fast alle Systemhäuser orientieren sich inzwischen in der Wertschöpfungskette ihrer Kunden nach vorn in Richtung der Geschäftsprozesse“, stellt Manfred Lackner, Vorstand der Darmstädter Profi AG (siehe „Ergänzendes zum Thema“) fest. „Das ist der Weg, den auch wir in denen vergangenen drei, vier Jahren gegangen sind.“ (Siehe auch Interview.)

Die Beschäftigung mit Geschäftsprozessen setzt bei Systemhausmitarbeitern allerdings ein anderes Wissen und andere Fertigkeiten voraus, als sie der Produktvertrieb oder Hardware-nahe Services erfordern. Zum einen müssen die dafür zuständigen Experten in der Lage sein, Strukturen und Abläufe in Unternehmen zu analysieren. Zum anderen müssen sie geeignete Lösungskonzepte entwickeln können. IT-Architekten heißen diese Mitarbeiter bei der Profi AG, die Vorstand Lackner als „Speerspitze der Beratung“ bezeichnet.

Ergänzendes zum Thema
 
Von der Feldberechnung zur Informationstechnik

Auch beim IT-Dienstleister Computacenter gehört es zunehmend zu den Aufgaben, „dass wir uns die Geschäftsprozesse anschauen“, wie Oliver Tuszik, CEO von Computacenter Deutschland, berichtet. „Wer heute mit dem Kunden über oder Big Data spricht, muss auch etwas von dessen Kerngeschäft verstehen.“

Lesen Sie weiter, wie Computacenter auf den Wandel der Branche reagiert.

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